Still, asketisch, religiös
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Letzteres wurde in den belgischen Medien mit Vorliebe für Karikaturen verwendet. Waren die Beschreibungen des flämischen Christdemokraten in Belgien aber noch relativ harmlos, zog die britische Presse zuletzt wild über Van Rompuy her.
Als Privatmann ist der asketisch und still wirkende Van Rompuy, der sowohl ein Studium der Betriebswirtschaft als auch der Philosophie abgeschlossen hat, Autor von philosophischen Büchern. Darin schreibt er vor allem über religiöse Themen und verfasst Lyrik in der strengen Form des japanischen Haiku.
Diese Vorliebe brachte ihm in den letzten Wochen zahlreiche Karikaturen ein - weltweit. Ein Haiku ist eine japanische Gedichtform, die traditionell ein Bild aus der Natur beschreibt und anhand sogenannter Jahreszeitenwörter den Handlungszeitraum zu erkennen gibt - mit insgesamt 17 Silben ist das Haiku die kürzeste Gedichtform der Welt.
Der unbekannte Christdemokrat
In einer der Karikaturen dazu war Rompuy mit Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy zu sehen. Sarkozy wurde dabei mit den Worten «Diskret, schweigsam, ohne Ehrgeiz. Ich bewundere Van Rompuy. Und er wird mir Carla nicht wegschnappen» bedacht. Die Antwort Van Rompuys, der brav neben dem französischen Präsidenten zu sehen war, lautete schlagfertig: «Wer weiss?».
Jedenfalls galt der 62-jährige ausserhalb Belgiens bis vor kurzem praktisch unbekannte flämische Christdemokrat als klassischer Kompromisskandidat. Mit ihm bannen die EU-Regierungen die Gefahr, dass ihnen Konkurrenz durch einen charismatischen «EU-Präsidenten» entsteht.
Van Rompuy sagt selbst, er sei mit Leidenschaft Politiker, vergesse aber die Politik beim Lesen und Schreiben völlig: «Wir sind nicht ewig und wir sind nicht unersetzlich. Für manche ist das ein grosses Problem. Nicht für mich.»
Problem für Belgien
Für die EU empfiehlt sich Van Rompuy aber auch als Streitschlichter in der nationalistisch und ideologisch stark polarisierten belgischen Innenpolitik. Sein Abgang könnte allerdings in Belgien eine neuerliche schwere Regierungskrise heraufbeschwören.
Der Betriebswirtschafter war von 1993 bis 1999 Vizepremier und Budgetminister. Nach dem neuerlichen Wahlsieg seiner Christdemokraten wurde er im Juli 2007 Parlamentspräsident.
Im Dezember 2008 wurde er Regierungschef als Nachfolger des umstrittenen christdemokratischen Premiers Yves Leterme. Mit dem Wechsel an der Regierungsspitze zog auch wieder Ruhe in dem vom Sprachenstreit zwischen Flamen und Wallonen zerrissenen Belgien ein. (sam/sda)
Erstellt: 19.11.2009, 23:24 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
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