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Täuschend echt: Attac verteilt 150'000 «Zeit»-Fälschungen
Aktualisiert am 21.03.2009 14 Kommentare
Original: Eine echte Ausgabe der «Zeit».
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Statt Meldungen von gestern enthalte das täuschend echte Plagiat die «Nachrichten der Zukunft», teilte Attac mit. Die Schlagzeile auf dem Titelblatt lautet «Am Ende des Tunnels». Als Erscheinungsdatum ist der 1. Mai 2010 angeben.
Die aktuellen Berichte über die «globale Wirtschafts-, Finanz- Hunger- und Klimakrise» liessen viele Menschen hilflos zurück, erklärte Attac-Aktivistin Jutta Sundermann. «Wir haben deshalb die Zeit weitergedreht und die Nachrichten verfasst, die wir morgen lesen wollen - nicht über ein fernes Paradies, sondern über konkrete Verbesserungen, die denkbar und erstreitbar sind.» Ziel sei es, die Vorstellungskraft der Leser zu erweitern und ihnen Mut machen, sich politisch zu engagieren.
Auch eine Webseite zur Aktion gestartet
Zudem stellten die Aktivisten eine Attac-Website online, die der Originalseite zeit.de bis ins Detail nachempfunden ist. Die Idee eines Zeitungs-Plagiats zur Wirtschaftskrise stammt von der amerikanischen Gruppe Yes-Men, die 2008 eine gefälschte «New York Times» veröffentlicht hatte.
Der «Zeit»-Verlag protestierte gegen die Aktion. «Eine Fälschung der ‹Zeit›, Print wie Online, können wir natürlich niemals billigen - insbesondere nicht in dieser guten Qualität», sagte eine Sprecherin. Man sei von der Aktion überrascht worden. Rechtliche Schritte gegen Attac schloss die «Zeit» aber aus.
Rückblick auf Demonstrationen am kommenden Wochenende
Zu den Autoren der sogenannten Zukunftsausgabe zählt etwa der Journalist und Buchautor Harald Schumann, der unter der Überschrift «Zeit der Abrechnung» von einem imaginären G20-Treffen in Brasilia berichtet, bei dem sich die Industrie- und Schwellenländer auf eine weitreichende Besteuerung grosser Privatvermögen und internationaler Konzerne geeinigt haben.
Der Wirtschaftsjournalist Lucas Zeise beschreibt in «Ende einer Ära» die Veränderung der deutschen Bankenlandschaft nach einem Untergang zahlreicher Privatinstitute, der Kabarettist Matthias Deutschmann ein von der Bevölkerung herbeigeführtes Ende des «Kasinokapitalismus».
Weitere Artikel berichten über das imaginäre Ende der NATO, von Schuldenerlassen für arme Länder und einer dezentralen Konferenz der Weltgesellschaft gegen Hunger. Die letzte Seite blickt zurück auf die für den 28. März in Berlin und Frankfurt am Main geplanten Demonstrationen unter dem Motto «Wir zahlen nicht für eure Krise». (oku/ap)
Erstellt: 21.03.2009, 14:00 Uhr
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14 Kommentare
Ihr, die ihr immer jammert, dass die Krise mit euren Steuergeldern ausfinanziert werden wird, wieviel Steuern bezahlt ihr denn so? 90% des Steueraufkommens wir von wohlhabenden Leuten bestritten und nicht von solchen, die 8.000 Fräkli im Jahr an den Staat abliefern. Ihr werdet es also nicht bezahlen und habt daher auch keinen Grund stets zu jammern. Antworten
Es wäre wirklich höchste Zeit den Casinokapitalismus abzuschaffen, der die Armen in den Hunger treibt, die Umweltvernichtung forciert und Kriege provoziert und finanziert - und das alles,damit sich eine absolute Minderheit so masslos bereichern konnte und damit so mächtig wurde, dass Regierungen nach deren Pfeife tanzen. Ideen z.B. die von Silvio Gesell werden von unseren Medien unterdrückt. FS Antworten
Frau Vonlanthen sollte sich zuerst besser über die Ziele von Attac orientieren, bevor sie solchen Unsinn schreibt. Übrigens ist auch das Modell des Kapitalismus kläglich gescheitert,wenn wir Steuerzahler die Bankmanager,die Milliarden vernichten,mit Millionen subventionieren müssen. Was ist wohl das wirkliche Auslaufmodell, die Vision von Gerechtigkeit oder der Rautierkapitalismus? Antworten
@simon vonlanthen: ich glaub nicht, dass die svp zu so was fähig wäre – indes hat die woz ja bereits vor anderthalb jahren die erste nummer der svp-tageszeitung herausgebracht, die für den fall der abwahl blochers von der svp angekündigt worden war – und einzig in form der heutigen köppelschen «weltwoche» realität geworden ist. Antworten
Das Motto zum Aktionstag vom 28.März.2009 «Wir zahlen nicht für eure Krise» ist pures Wunschdenken. Denn es war schon immer und ist auch jetzt klar, dass, ausser den Verursachern, alle anderen die Zeche bezahlen werden. Gänse werden gerupft und Lämmer geschlachtet. Nur wenn man, statt etwa die Steuern zu bezahlen, diese bei sich «unterm Kopfkissen» deponiert, wird sich vielleicht etwas ändern. Antworten
Die Zeit kann sich ja eigentlich bedanken für die Gratiswerbung - natürlich muss man trotzdem prtotestieren, da könnte ja jeder kommen. Schauen wir am 1. Mai 2010 dann tatsächlich in die echte Zeit und vergleichen - könnte interessant sein. Antworten
Attac träumt von einem weltweiten Kommunismus, wo alle gleich viel haben, unabhängig von ihrer Bereitschaft, Leistung zu erbringen. Dieses Modell ist bereits vielfach kläglich gescheitert, aber offenbar hat diese Organisation noch nicht begriffen, dass sie ein Auslaufmodell der 70er Jahre ist. Die Zeit bleibt cool, ich würde ja gerne das Geheul hören, wenn die SVP eine gefälschte WoZ rausbrächte. Antworten



Hans Schmid
Dass attac sich gegen die Exzesse der Bankster stark macht, ist erfreulich. Aber leider gehört attac zu den Organisationen, die mehr staatliche Bevormundung, mehr Steuern und Umverteilung, etc. fordern und damit viele Menschen in die völlige Unselbständigkeit und die totale Abhängigkeit von staatlichen Leistungen treiben. Dies ist Menschenverachtung, auch wenn sie im sozialen Mantel daherkommt! Antworten