Ausland

Startseite · Abo · Immobilien · Job · Auto · Kleinanzeigen

Trotz Obama gibts keinen Durchbruch in Kopenhagen

Aktualisiert am 18.12.2009 2 Kommentare

In der alles entscheidenden Phase des Weltklimagipfels haben zwar die Staats- und Regierungschefs ihre Verhandlungen wieder aufgenommen. Inzwischen macht sich aber Enttäuschung breit.

«Eine unvollkommene Vereinbarung ist besser als gar keine»: Barack Obama.

«Eine unvollkommene Vereinbarung ist besser als gar keine»: Barack Obama.
Bild: Keystone

Die Ankunft von US-Präsident Barack Obama beim Uno-Klimagipfel in Kopenhagen hat an der festgefahrenen Situation am Freitag nichts geändert. Obama versuchte, die mehr als 100 Staats- und Regierungschefs für eine Einigung in letzter Minute zu gewinnen. Kaum war Obama im Kongresszentrum von Kopenhagen angekommen, kam er mit den wichtigsten Führern der Welt im kleinen Kreise zusammen. Mit den Staatschefs wichtiger Länder machte sich Obama daran, ein Abkommen auszuarbeiten, das eine Erwärmung der Erde um mehr als zwei Grad verhindert.

Die Beratungen der Vertreter von mehr als 20 Staaten und Weltregionen verliefen nach Angaben aus Verhandlungskreisen sehr zäh. Schon in der Nacht zum Freitag hatten Spitzenpolitiker an einem Kompromiss gefeilt.

Achse China-USA

Chinas Premier Wen Jiabao war bei den Treffen nicht dabei. Er traf sich aber zu einem separaten, knapp einstündigen Gespräch mit Obama. In das bilaterale Gespräch waren grosse Hoffnung gesetzt worden.

Die beiden Spitzenpolitiker hätten alle strittigen Punkte direkt angesprochen, hiess es aus der US-Delegation. Nebst der internationalen Kontrolle der Reduktionsziele beim Ausstoss von Treibhausgasen ging es vor allem um Finanzhilfen an die Entwicklungs- und Schwellenländer. Als Haupthindernis für ein Klimaabkommen gilt die Kontrolle der angekündigten Klimaschutzbemühungen. Die Führung in Peking, aber auch Indien, lehnen es vehement ab, sich bei den Klimaschutzmassnahmen kontrollieren zu lassen. Darauf bestehen aber die USA.

Kontrolle entscheidend

Die USA wolle ihre Verantwortung als zweitgrösster Produzent von Treibhausgasen wahrnehmen, sagte Obama. Er forderte aber zugleich stärkere Beiträge anderer Länder. Entscheidend sei dabei die Kontrolle von Klimaschutzmassnahmen. «Ohne Überprüfbarkeit bestünde jede Übereinkunft nur aus leeren Worten auf einem Stück Papier. (...) Das macht keinen Sinn.»

Der Streit zwischen den USA und China belastete auch die langfristige Finanzierung von Klimamassnahmen in den Entwicklungsländern, wie es aus Delegationskreisen hiess. Für diese Finanzierung werden ab 2020 jährlich bis zu 100 Milliarden Dollar benötigt. Ohne Zusagen für eine internationale Kontrolle wollen die USA nicht in den 100-Milliarden-Topf einzahlen. Weniger umstritten ist die Anschubfinanzierung für die Anpassung an den Klimawandel in Entwicklungsländern. Die Verhandlungen für die Mittel von rund 30 Milliarden Dollar von 2010 bis 2012 verliefen relativ flott.

Freiwilliger Einsatz

Der chinesische Ministerpräsident pries vor der Plenarversammlung vor allem die bisherigen Anstrengungen seines Landes. China habe den Anteil der erneuerbaren Energie in den vergangen Jahren deutlich erhöht. Wen kündigte an, dass China seine Klimaziele auch umsetzen werde - auch ohne Einigung in Kopenhagen.

Auch sein Verbündeter, der indische Premierminister Manmohan Singh sagte freiwillige Klimaschutzmassnahmen zu, betonte aber den wirtschaftlichen Aufholbedarf der Entwicklungsländer. Dies müsse respektiert werden, sagte Singh. Ziel des Gipfels war es, sich auf die Grundzüge eines neuen Klimaabkommens zu einigen, das am 1. Januar 2013 das Kyoto-Protokoll ablösen soll. Denkbar ist eine Verlängerung des Gipfels bis Samstagmorgen. (vin/sda/ap)

Erstellt: 18.12.2009, 17:32 Uhr

2

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

2 Kommentare

Boris Radtke

18.12.2009, 16:39 Uhr
Melden

Dieser ganze "Klima-Gipfel" in Kopenhagen ist nichts anderes als bezahlter Urlaub für die Spitzen-Politiker aus aller Welt, die mit ihren Privatjets angereist kommen. Ziele werden nie erreicht, da die Interessen total unterschiedlich sind. Erst wenn das Klima auf der Welt total zerstört ist, werden wir wohl aufwachen..."oh.uh, das habe ich ja gar nicht kommen sehen so....ahhh ohhhh". Antworten


markus müller

18.12.2009, 17:27 Uhr
Melden

Eine kleine Idee von mir. Das Benzin ist zurzeit nicht Teuer so könnte alle EU Staaten eine 5 Cent Steuer erheben und mit dem Geld alle Schulen und Universitäten Sanieren und isolieren und die neuste Heiz und Klimaanlagen installieren. Das Benzin könnte auch 1 Fr. mehr kosten, saubere Luft ist für mich wichtig sehr wichtig, dann muss ich nicht noch Auswanderen. Antworten



Ausland

Populär auf Facebook – Privatsphäre

AKTUELLE JOBS

Marktplatz

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.