Verwirrung um iranischen Vorwurf
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Sowohl die deutsche Niederlassung der Fluggesellschaft Iran Air als auch die Flughäfen Frankfurt am Main und Köln teilten am Montag mit, Flugzeuge aus dem Iran würden mit Treibstoff versorgt und könnten starten.
Zuvor hatte der Sekretär des Verbandes iranischer Fluggesellschaften, Mehdi Alijari, nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Isna gesagt, nach dem Inkraftsetzen von Sanktionen der USA und anderer Länder gegen die Islamische Republik bekämen iranische Linienflugzeuge bereits seit Donnerstag auf Flughäfen in Deutschland, Grossbritannien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten keinen Treibstoff mehr. Die drei Länder würden damit auf die Entscheidung des US-Kongresses reagieren, den Verkauf von Treibstoffen an den Iran mit Strafmassnahmen zu belegen.
Infolge der Massnahmen hätten die staatliche Fluggesellschaft Iran Air und die private iranische Airline Mahan «Probleme» bekommen, sagte Alijari laut Isna. Der Sprecher des Auswärtigen Ausschusses des iranischen Parlaments, Kasem Dschalali, sagte laut Presseberichten, die Weigerung, zivile Flugzeuge aufzutanken, sei «eine unmenschliche Handlung» und widerspreche internationalen Regeln.
Vorwürfe «nicht korrekt»
Der Chef von Iran Air Deutschland, Muhammed Rajani, sagte der Nachrichtenagentur AFP dagegen, die Vorwürfe aus dem Iran seien «nicht korrekt». Alle von deutschen Flughäfen aus startenden Maschinen von Iran Air seien aufgetankt worden und hätten planmässig fliegen können. So sei erst am Montagnachmittag von Frankfurt am Main aus ein Flugzeug in den Iran aufgebrochen.
Auch die Flughäfen Köln und Frankfurt am Main teilten mit, Maschinen von Iran Air seien aufgetankt worden. Iran Air bietet pro Woche von Frankfurt am Main aus vier Flüge in die iranische Hauptstadt Teheran, zwei weitere Flüge gehen in die nordöstlichen Stadt Maschhad. Von Köln aus fliegen drei Iran-Air-Flugzeuge pro Woche in den Iran, ebenso wie vom Flughafen Hamburg.
Keine Sanktionen in diese Richtung
Das Verkehrsministerium in Berlin erklärte, das Betanken iranischer Passagiermaschinen sei weder nach den geltenden UN-Sanktionen noch nach den EU-Verordnungen zu einem Embargo gegen den Iran verboten. Verbote in diese Richtung seien auch «nicht absehbar».
Auch in Dubai wies ein Flughafensprecher die Vorwürfe aus dem Iran zurück. Iranische Flugzeuge würden weiterhin Treibstoff erhalten. Ein Sprecher der britischen Regierung sagte, er habe derzeit keine Kenntnis über Fälle, in denen jemandem Flugbenzin verweigert worden sei.
Auch in der Schweiz funktioniert der Flughafenverkehr von Genf nach Teheran noch ungehindert weiter. «Wir haben in dieser Hinsicht keine Direktiven vom Bund erhalten», sagt Bertrand Stämpfli vom Flughafen Genf gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnetz. Auch Daniel Göring vom Bundesamt für Zivilluftfahrt bestätigt diesen Sachverhalt.
Verschärfte Strafmassnahmen
Im Atomstreit mit dem Iran hatte der UN-Sicherheitsrat am 9. Juni weitere Sanktionen gegen das Land beschlossen. Zusätzlich verschärften die USA und die EU ihre jeweiligen Strafmassnahmen. Der Westen fürchtet, dass der Iran unter dem Deckmantel der friedlichen Kernkraftnutzung heimlich am Bau von Atomwaffen arbeitet. Teheran bestreitet dies.
(jak/afp)
Erstellt: 05.07.2010, 18:14 Uhr
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