Ausland

Startseite · Abo · Immobilien · Job · Auto · Kleinanzeigen

Von der Strasse in den Knast

Aktualisiert am 15.11.2011 8 Kommentare

Die Rechtsnationalen haben in Ungarn ein neues Gesetz durchgebracht: Obdachlose, die sich weigern, in ein Heim zu gehen, sollen mit Haft oder einem Bussgeld bestraft werden.

Randständig und illegal: Obdachlose in Ungarn.

Randständig und illegal: Obdachlose in Ungarn.
Bild: AFP

Artikel zum Thema

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

In Ungarn landen Obdachlose künftig in der Gefängniszelle, wenn sie auf der Strasse leben. Diese umstrittene neue Regelung im Gesetz über Ordnungswidrigkeiten beschloss das Parlament in Budapest gestern Abend.

Beantragt hatten dies Politiker der regierenden rechtsnationalen Partei FIDESZ, die im Parlament die Zweidrittelmehrheit hat. Demnach können Obdachlose mit bis zu 150'000 Forint (590 Franken) Bussgeld oder mit Haft bestraft werden, sobald sie innerhalb eines halben Jahres zum zweiten Mal beim Campieren auf der Strasse erwischt werden.

9000 Schlafplätze für 20'000 Obdachlose

Einschränkend heisst es, dass diese Strafe nicht in Gemeinden angewandt werden kann, in denen es keine Hilfsangebote für die Obdachlosen gibt.

In Ungarn sind nach Schätzung des ungarischen Malteser Hilfsdienstes etwa 20'000 Menschen obdachlos. Nur für 9000 gebe es landesweit Schlafplätze in Heimen. Zwei von zehn Obdachlosen lehnen es nach Malteser-Angaben ab, in einem Heim untergebracht zu werden.

Bereits seit Anfang dieses Jahres dürfen Gemeinden nach Gutdünken das Nächtigen auf der Strasse und das Wühlen nach Essbarem in Mülltonnen mit Geldbussen bestrafen.

(kle/sda)

Erstellt: 15.11.2011, 17:13 Uhr

8

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

8 Kommentare

Gerhard Keller

15.11.2011, 18:10 Uhr
Melden 31 Empfehlung

Und über den Eingangstoren der Heime wird stehen: "Arbeit macht frei"? Dieses Gesetz kommt einer Ausgangssperre für bestimmte Bevölkerungsgruppen gleich und zeigt wieder einmal die Vielschichtigkeit der Werteskala von EU-Mitgliedstaaten. Bei diesem Gesetz fühlt man sich jedenfalls mit Schaudern an finstere Methoden eines Reichsverwesers namens Horthy erinnert. Ungarn war seit jeher anfällig. Antworten


Ronnie König

15.11.2011, 18:01 Uhr
Melden 26 Empfehlung

So sieht also Freiheit in Ungarn aus, speziell seit eine rechtsnationale Regierung das Sagen hat! Ich hoffe nur, dass bei uns die SVP nie zuviel Macht bekommt, sonst ist es auch bei uns um die Freiheit schlecht bestellt. Es ist gerade das Zeichen einer freien Gesellschaft, dort zu nächtigen, wo es eigentlich niemand behindert und nicht gefährlich für den Schläfer ist. Kinder der Landstr grüssen! Antworten



Ausland

Populär auf Facebook – Privatsphäre

AKTUELLE JOBS

Marktplatz

HR Generalist mit Salärsachbearbeitung (80 – 100 %) (m/w) Human Professional Personalberatung AG, Zürich

Gipser/-in Bellini Personal AG, ZH

Fassadenbauer delphin teamwork AG, Zürich


Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.