Neue Vorwürfe gegen UCK-Rebellen wegen Organhandel

Die Rebellenarmee UCK entführte nach dem Kosovo-Krieg Serben und entnahm ihnen Organe, behauptet die frühere Uno-Chefanklägerin Carla Del Ponte. Nun gibt dafür es neue Indizien.

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Ein Bericht des «Spiegel» stützt die stark kritisierten Vorwürfe der früheren Uno-Chefanklägerin Carla Del Ponte: Die Kosovo-Rebellenarmee UCK soll nach dem Kosovo-Krieg serbische Gefangene nach Albanien verschleppt, diese umgebracht und regelrecht ausgeweidet haben. Ziel: die Organe für teures Geld ins Ausland zu verkaufen. Auch der heutige kosovarische Regierungschef Hashim Thaci soll in die Geschäfte verwickelt gewesen sein.

Um den Vorwürfen nachzugehen, reiste ein deutscher Reporter nach Nordalbanien ins Dorf Rribe nahe der Stadt Burrel, wo der Organraub laut Del Ponte stattgefunden haben soll. Angeblicher Ort des Verbrechens: das auffällig gelb angemalte Haus der Familie Katuci – so zumindest haben es in Carla Del Pontes Buch «Die Jagd» acht Augenzeugen unabhängig voneinander beschrieben.

Viele Fragen sind aber immer noch ungeklärt – auch vier Jahre nachdem die albanische Polizei und ausländische Ermittler das Haus zwei Tage lang durchsuchten. Als der deutsche Reporter den Hausherrn Abdulla Katuci damit konfrontiert, woher die Spritzen, das Verbandsmaterial und die leeren Infusionsflaschen stammen, die die Ermittler damals im nahen Fluss gefunden hatten, stockt der 77-Jährige. Eine seiner Enkelinnen wirft sofort ein, es sei in dieser Gegend ohne ausreichende medizinische Versorgung normal, sich in Notfällen selbst Spritzen zu verabreichen.

Als der Reporter fragt, woher das Blut stammte, das die Ermittler in einem Raum identifiziert hatten, schneidet eine andere Enkelin dem alten Mann das Wort ab: «Hier hat eine im Haus lebende Frau entbunden.» Zudem werde in diesem Raum an islamischen Feiertagen geschlachtet, fügt sie an. Bei der Hausdurchsuchung 2004 konnte die Polizei nicht feststellen, ob das Blut menschlicher oder tierischer Herkunft war.

Nur die halbe Wahrheit

Dass die Angeschuldigten versuchen, die Wahrheit zu verschleiern, sticht dem Reporter sofort ins Auge. Das Haus ist nicht mehr gelb angemalt, es leuchtet stattdessen in sattem Weiss. Zwar fanden die Ermittler schon vor vier Jahren gelbe Farbreste unter dem weissen Anstrich, doch noch heute bestreitet die Familie, dass das Haus jemals gelb gestrichen gewesen sei.

Die Mauern seien nur einen Meter hoch mit gelber Farbe bepinselt worden – anlässlich einer Hochzeit. Nach dem Fest habe man die Mauern wieder weiss getüncht. Auch im Dorf – wo man sonst genau weiss, wer was macht – wollte man nicht von einem neuen Farbanstrich wissen.

Licht ins Dunkel soll nun der Tessiner FDP-Ständerat Dick Marty bringen. Im Juli ernannte ihn die Parlamentarische Versammlung des Europarats zum Sonderermittler für den angeblichen Organhandel. Ob er mehr Erfolg haben wird als Carla Del Ponte, muss sich erst noch zeigen. Der Bundesrat erteilte Del Ponte nach der Publikation der Anschuldigungen in ihren Buch «Die Jagd» ein Redeverbot. Heute ist sie Schweizer Botschafterin in Argentinien. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 22.09.2008, 13:18 Uhr

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