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WHO schaltet sich in Kondomstreit ein

Zum ersten Mal sind hochrangige Vertreter der Weltreligionen zusammengekommen, um über den Kampf gegen HIV und Aids zu beraten. Geplant ist eine gemeinsame Erklärung.

In vielen katholischen Ländern ein Politikum: Kondome.

In vielen katholischen Ländern ein Politikum: Kondome. (Bild: Keystone)

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An der zweitägigen Konferenz in der niederländischen Gemeinde Den Dolder bei Utrecht beteiligen sich mehr als 40 Persönlichkeiten des Christentums, des Islams, des Judentums und des Buddhismus sowie der Bahai, der Hindus und der Sikhs. Zum Abschluss der Beratungen hinter verschlossenen Türen sei am Dienstag eine gemeinsame Erklärung über den Beitrag der Religionen zum Kampf gegen Aids vorgesehen, sagte eine Konferenzsprecherin.

Beim Religionstreffen gehe es vor allem darum, der Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen entgegenzutreten, die mit dem Aids-Virus HIV leben, erklärte das Globale Ökumenische Aktionsbündnis (EEA), das die Konferenz ausrichtet. Weltweit sind mehr als 30 Millionen Menschen mit HIV infiziert oder an Aids erkrankt. Etwa 70 Prozent der Weltbevölkerung gehören einer Religionsgemeinschaft an.

Kontroverse auf den Philippinen

Zum Thema Aids meldete sich am Montag auch die Weltgesundheitsorganisation WHO zu Wort. Sie reagierte auf den sogenannten Kondomstreit zwischen der philippinischen Regierung und der katholischen Kirche. Philippinische Bischöfe hatten in einer Kampagne Kondome als wenig verlässlich im Einsatz gegen HIV-Infektionen bezeichnet. «Die korrekte und konsequente Anwendung von qualitativ hochwertigen Kondomen bietet 85 bis 90 Prozent Schutz vor HIV-Übertragungen», sagte dagegen der WHO-Vertreter in Manila, Soe Nyunt-U.

Das Gesundheitsministerium hatte sich den Zorn der einflussreichen Kirche zugezogen, weil sie vor dem Valentinstag im Februar umsonst Kondome verteilt hatte. Das untergrabe Anstand und Moral, monierten die Bischöfe. 80 Prozent der gut 90 Millionen Einwohner sind Katholiken. Die Zahl der HIV-Infizierten auf den Philippinen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen: von einer Infektion alle drei Tage im Jahr 2000 zu zwei Infektionen pro Tag 2009. (vin/sda)

Erstellt: 22.03.2010, 14:47 Uhr

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