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War Datis Mutterliebe eine Imagekampagne?

Das Bild von der damaligen französischen Ministerin, die mit ihrem Neugeborenen im Arm aus der Klinik tritt, ging um die Welt. Das Bündel war leer, sagt Datis Bruder.

Er ist das schwarze Schaf der Familie. Gerade ist er wegen Drogendelikten aus dem Gefängnis entlassen worden, nun veröffentlicht Jamal Dati, 37, ein ätzendes Buch über seine berühmte Schwester Rachida.

Die 43-Jährige ehemalige Justizministerin gilt in Frankreich als Heldin der Integration und der harten Arbeit – und seit der Geburt ihrer Tochter Zohra im Januar 2009 auch noch als zähe alleinerziehende Mutter.

Der Bruder lässt in «Im Schatten von Rachida», das nächste Woche erscheint, kein gutes Haar an seiner Schwester, wie der Vorabdruck im «Le Parisien» zeigt. Als Richterin und später als Justizministerin habe sie ihn ignoriert, klagt er. Sie habe sich nie um ihn gekümmert, sondern ihn einschliessen lassen.

«Das Kind war nicht im Tragetuch»

Insbesondere die Berichte und Fotografien rund um Datis Mutterschaft bezeichnet Jamal als reine Imagekampagne. Insbesondere das Bild der damaligen Ministerin, die mit ihrem Neugeborenen im Arm aus der Klinik tritt, sei gestellt gewesen: «Als sie das Spital verliess, war das Kind gar nicht im Tragtuch», wird Jamal im «Parisien» zitiert. Das Baby sei aus einem Seiteneingang weggebracht worden – zu einer anderen Dati-Schwester, die sich «monatelang» um Zohra gekümmert habe.

Dass Dati fünf Tage nach der Geburt ihrer Tochter Zohra Anfang 2009 wieder im Ministerium erschien und auf bezahlten Mutterschaftsurlaub verzichtete, brachte ihr viel Kritik, aber auch Bewunderung ein. Bis heute ist nicht öffentlich bekannt, wer der Vater von Zohra ist. Auch das stört Jamal: Rachida habe damit die Familie Dati entehrt, schreibt er.

«Er wird ins Gefängnis zurückgehen»

Das Buch dürfte sich in Frankreich sensationell verkaufen, prognostizieren französische Medien. Laut Jamal hat Rachida gemeinsam mit ihrer Schwestern Druck gemacht, um die Veröffentlichung des Buches zu verhindern: «Man wird ihn verklagen, er wird ins Gefängnis zurückgehen», hätten sie seiner Freundin gedroht. (oku/cm)

Erstellt: 01.10.2009, 10:04 Uhr

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