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Warum Johannes Paul II. ein Heiliger sein soll

Ein Priester hat Dokumente und Aussagen über Papst Johannes Paul II. gesammelt. Er will zeigen, dass der vor fünf Jahren verstorbene Pontifex die Heiligsprechung verdient.

Er war ein Jahrhundert-Papst: Johannes Paul II.

Er war ein Jahrhundert-Papst: Johannes Paul II.
Bild: Keystone

Johannes Paul II. hat seinem Attentäter einem neuen Buch zufolge unmittelbar nach dem Mordanschlag vom 13. Mai 1981 vergeben. Und regelmässig übte sich der frühere Papst demnach in Selbstkasteiung - schlug sich selbst mit einem Gürtel oder schlief nackt auf einem harten Fussboden. Der Verfasser des am Dienstag erschienenen Buches mit dem Titel «Warum er ein Heiliger ist» ist der Geistliche Slawomir Oder, der sich entschlossen für die Heiligsprechung Johannes Pauls einsetzt.

Demnach erklärte der polnische Papst noch im Krankenwagen, der ihn nach dem Attentat in eine Klinik fuhr, dass er seinem Attentäter Mehmet Ali Agca vergebe. Vier Tage später tat er das auch in aller Öffentlichkeit. Fünf Monate später schrieb Johannes Paul ein längeres Exposé zum Thema Vergebung und bereitete zu diesem Thema für seine wöchentliche Audienz auch eine Rede vor. Diese wurde jedoch nie gehalten und wird jetzt zum ersten Mal veröffentlicht.

So enthält das Buch noch viele bislang unbekannte Reden und Manuskripte des am 2. April 2005 Verstorbenen. Der Inhalt basiert zudem auf der Befragung von 114 Zeitzeugen des Pontifikats. Demnach hat der vorige Papst mit 75 Jahren auch seinen Rücktritt erwogen, entschied sich jedoch schliesslich gegen diesen Schritt. Als er starb, war er fast 85 Jahre alt.

Seligsprechung noch in diesem Jahr erwartet

Der Geistliche Oder hat die vielfältigen Dokumente und Aussagen gesammelt, um seine Ansicht zu belegen, dass Johannes Paul eine baldige Heiligsprechung verdiene. Dessen Nachfolger Benedikt XVI. hat bereits den Prozess zur vorher notwendigen Seligsprechung eingeleitet. Normalerweise lässt man bis dahin fünf Jahre nach dem Tod eines potenziellen Anwärters vergehen.

Im vergangenen Monat erkannte Benedikt in einem Dekret die «heroischen Tugenden» seines Amtsvorgängers an, was diesen einer Seligsprechung einen grossen Schritt näherbrachte. Der Vatikan muss aber noch bestätigten, dass Johannes Paul ein Wunder vollbracht habe. Dies wird von Beobachtern schon für kommenden Oktober erwartet. (vin/ddp/)

Erstellt: 26.01.2010, 21:44 Uhr

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