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Weltweit 600'000 Streubomben zerstört

Aktualisiert am 16.11.2011 20 Kommentare

Die Umsetzung des Verbots von Streumunition schreitet voran: Elf Länder haben ihre Bestände vernichtet, 13 weitere werden dies in den nächsten Jahren nachholen. Die Schweiz hat das Abkommen noch nicht ratifiziert.

Streumunition hat schon vielerorts grosse Schäden angerichtet. Unter anderem im Libanon, 2006: Inspektion einer abgeworfenen Streubombe in der Nähe der libanesischen Stadt Ouazaiyeh.

Streumunition hat schon vielerorts grosse Schäden angerichtet. Unter anderem im Libanon, 2006: Inspektion einer abgeworfenen Streubombe in der Nähe der libanesischen Stadt Ouazaiyeh.
Bild: Keystone

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Kontroverse um Streumunition

Kontroverse um Streumunition
Die Sicherheitskommission des Nationalrats will an der Streumunition festhalten. Die Linke ist empört.

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Eine heute in Genf veröffentlichte Studie zeigt die Vorschritte der Anti-Streubomben-Initiative. Fast 600'000 Streubomben mit mehr als 64 Millionen Munitionsteilen wurden vernichtet. Die Bilanz ein Jahr nach dem Inkrafttreten der Konvention ist laut der Anti-Streubomben-Initiative Cluster Munition Coalition (CMC) sehr positiv: Elf Staaten haben ihre Bestände vernichtet.

13 weitere Staaten, darunter Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich, verpflichteten sich, die Bestände innert acht Jahren - der von der Konvention vorgegebenen Zeit - zu zerstören.

«Die Staaten machen beeindruckende Bemühungen bei der Zerstörung des Lagerbestands, bei der Dekontamination und bei der Verabschiedung neuer Gesetze, um die Konvention von Oslo umzusetzen», sagte CMC-Chef Steve Goose bei der Präsentation des Berichts.

Schweiz: Noch nicht ratifiziert

Die Konvention über Streumunition von Oslo trat am 1. August 2010 in Kraft. Insgesamt haben bisher 66 Staaten die sogenannte Oslo-Konvention ratifiziert und 45 unterzeichnet.

Die Schweiz hat das Übereinkommen im Dezember 2008 unterzeichnet, aber noch nicht ratifiziert. Der Bundesrat hatte den Text im Juni dem Parlament unterbreitet. Dort stiess er aber auf Widerstand aus dem bürgerlichen Lager, wie die CMC in ihrem Bericht erwähnt.

Insgesamt besitzt die Schweiz ungefähr 200'000 Streubomben. Diese waren bis 2004 aus Israel und Grossbritannien importiert worden.

In Libyen eingesetzt

Eingesetzt wurden Streubomben dieses Jahr zwei Mal: Im Februar durch Thailand bei Grenzstreitigkeiten mit Kambodscha und im April durch Truppen von Muammar al-Ghadhafi in der libyschen Stadt Misrata.

Mindestens 28 Länder sind laut dem Bericht mit Streubomben verseucht. Acht von ihnen, darunter die stark betroffenen Länder Libanon, Afghanistan und Bosnien-Herzegowina, haben die Konvention ratifiziert. Bis 2010 seien weltweit rund 17'000 Menschen von solchen Bomben getötet oder verletzt worden, sagte Goose.

Blindgänger im Boden

Streubomben sind besonders gefährlich, da sie teils hunderte kleiner Munitionen enthalten, von denen vermutlich ein Drittel unexplodiert als Blindgänger im Boden liegen bleibt.

Die Munition kann so klein wie ein Tennisball sein und ist nach Jahrzehnten im Erdboden oft von einem Lehmklumpen kaum zu unterscheiden. Wenn jemand darauf tritt oder das Teil aufhebt, kann es explodieren.

(wid/sda)

Erstellt: 16.11.2011, 19:32 Uhr

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20 Kommentare

Norbert Kaufmann

16.11.2011, 20:06 Uhr
Melden 42 Empfehlung

Nun ist es an der Zeit, dass die Schweiz dieses Abkommen ratifiziert. Alles andere wäre nicht mehr vertretbar, ausser Herr Schlüer und seine Ewiggestrigen möchten die Bomben dann irgendwann gegen das eigene Volk einsetzen. Antworten


Hanspeter Moesch

16.11.2011, 20:03 Uhr
Melden 41 Empfehlung

Nur die Schweiz, dieses neutrale, friedfertige Land, im Kriegsfeld mit dem Rotkreuz, und auf dem Rütli mit dem Schweizerkreuz, dieses Land produziert weiterhin Streuwaffen, die einige Länder zwar vernichten, aber noch weit mehr Menschen vernichten und verstümmeln, besonders Zivile und Kinder. Wann endlich hat die Waffenschmiede RUAG und der Bundesrat verstanden? Antworten



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