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Westerwelles Reisen verärgern die Deutschen
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Guido Westerwelle vermische Privates und Berufliches – das ist der Vorwurf an den deutschen Aussenminister. 2008 erhielt sein Lebensparter Michael Mronz einen Dienstpass des Auswärtigen Amtes, wie der «Spiegel» dieses Wochenende bekannt machte. Damit konnte er während eines Jahres hürdenfreier reisen. Die SPD will untersucht haben, ob Eventmanager Mronz seinen Partner regelmässig auf Staatskosten begleite, um seine eigenen Geschäfte voranzutreiben.
Auch ein Manager aus dem Unternehmen von Westerwelles jüngerem Bruder soll den Minister schon begleitet haben. Die FDP nimmt ihren Minister in Schutz und spricht von einer «Diffamierungskampagne», die Kanzlerin liess ausrichten, sie sei überzeugt, dass Westerwelle «in Übereinstimmung mit den Regeln vorgegangen ist».
Ein Absturz um 21 Prozentpunkte
Bei der Bevölkerung aber hat die so genannte Reiseaffäre dem Ansehen Westerwelles massiv geschadet. In einer am Samstag veröffentlichten Umfrage von TNS Forschung für den «Spiegel» wünschten dem FDP-Chef nur noch 29 Prozent der Befragten eine «wichtige Rolle» für die Zukunft - 21 Prozentpunkte weniger als im Dezember. Hohe Zustimmung mit 86 Prozent geniesst Westerwelle den Angaben zufolge nur bei den eigenen Parteianhängern, selbst von den Unterstützern der Koalitionspartner CDU und CSU äussern sich nur noch 39 Prozent positiv über Westerwelle.
Das Hamburger Nachrichtenmagazin meldet weiter, Mronz sei ausserdem bei einer Reise der FDP-Bundestagsfraktion nach China im Jahr 2007 Mitglied der begleitenden Wirtschaftsdelegation gewesen. In dieser Funktion habe er auch Gespräche mit einem hohen Funktionär der kommunistischen Partei Chinas geführt, der gleichzeitig dem Vorbereitungskomitee für die Olympischen Spiele 2008 in Peking angehört habe, heisst es weiter. Mronz habe seinerzeit als Berater für ein geplantes Reitsportzentrum fungiert, das in China realisiert werden sollte. Wie er in die Wirtschaftsdelegation der FDP gelangte, habe Mronz auf «Spiegel»-Anfrage nicht beantworten wollen. Seine Reisekosten habe er damals selbst bezahlt.
(oku/ddp)
Erstellt: 21.03.2010, 17:03 Uhr



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