Wie der Klimagipfel die Umwelt belastet

Limousinen, Privatjets, überflüssige Gäste: Die 11-tägige Klimakonferenz in Kopenhagen wird so viel CO2 produzieren wie eine Stadt mit 150'000 Einwohnern.

Bevorzugte Reisemittel der Regierungen: Luxuslimousine und Privatjet.

Bevorzugte Reisemittel der Regierungen: Luxuslimousine und Privatjet. Bild: Keystone

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Über 1200 Limousinen seien bis anhin gebucht worden, schreibt die Online-Ausgabe des englischen «Telegraph». Allein Frankreich habe letzte Woche 42 zusätzliche Wagen bestellt. Das sei mehr als ganz Dänemark zu bieten habe, darum werden die Luxuskarrossen hunderte von Kilometer aus Deutschland und Schweden hingekarrt. Gerade einmal fünf Elektroautos sind darunter, der Rest seien Benziner oder Dieselwagen.

Und: Der Flughafen teilte mit, die 140 angekündigten Privatjets überforderten ihn, wie Telegraph.co.uk schreibt. Die Piloten seien gezwungen auf regionale Flughäfen auszuweichen. Alle Top-Hotels, wo die Nächte 650 britische Pfund kosteten, seien ausgebucht. Auf den Klima-Konventions-Menus sollen weder Gänseleber, Kaviar noch Jakobsmuscheln fehlen.

Konferenz produziert Tonnen an CO2

Viele der erwarteten 15'000 Teilnehmer müssten nicht wirklich nach Kopenhagen reisen. So etwa die Vertreter der Reichen und Schönen wie Leonardo di Caprio, Daryl Hannah oder Helena Christensen. Unter anderem werden aber 5000 Journalisten und 98 Regierungschefs im skandinavischen Land erwartet.

Die 11-tägige Konferenz werde ein Total von 41'000 Tonnen CO2 produzieren, so viel stosse laut dem englischen «Telegraph» in der gleichen Zeit eine mittlere Stadt wie Middlesbrough mit 150'000 Einwohnern aus.

Auch für die Gegner sei gesorgt worden: Sie sollen 120'000 britische Pfund erhalten, um in einem Sportzentrum mit Kletterwand und Swimmingpool ihre eigenes alternatives Klimaforum abzuhalten. Falls es doch zu Ausschreitungen käme, habe die Polizei einen neuen Wasserwerfer parat und ein neues Gefängnis biete Platz für 4000 Menschen.

Nichts Verbindliches geplant

Bereits heute sei klar: Die Welt werde bis am 18. Dezember in Kopenhagen nicht gerettet, denn die führenden Nationen seien sich bereits einig, dass sich kein verbindlicher Vertrag ergeben werde. Und auch wenn etwas Verbindliches dabei herauskäme, wären der Grossteil der heutigen Teilnehmer im Jahre 2050 – bis dahin sollten 80 Prozent des CO2-Ausstosses reduziert sein – nicht mehr im Amt. Und die meisten Länder hätten ihre Kyoto-Versprechen von 1997 inzwischen gebrochen, schreibt Telegraph.co.uk. Nicht zuletzt werde die UN-Konferenz für den Klimaschutz von der E-Affäre überschattet, die publik gemacht habe, dass Forscher Klimastudien gefälscht haben sollen.

Zurück zu den 1200 Limousinen. Gerade diese könnten für Kopenhagen vielleicht ein Lichtblick ein. Sie seien ein Zeichen dafür, dass mehr Top-Leute an die Klimakonferenz reisen als andere Jahre, weil sie spüren, dass doch etwas bewegt werden könnte in dieser Woche, kommentiert der «Telegraph». (tan)

(Erstellt: 07.12.2009, 11:24 Uhr)

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