Ausland

«Wir sind durch den Euro aufs engste miteinander verbunden»

Aktualisiert am 27.09.2011 18 Kommentare

Die deutsche Kanzlerin Merkel hat Griechenland umfassende Hilfe zugesagt. Sie wisse, dass dem Volk schon viel zugemutet worden sei, sagte sie. Doch sie machte klar, dass das Land noch mehr unternehmen muss.

Kritischer Blick in die Zukunft: Georgios Papandreou und Angela Merkel.

Kritischer Blick in die Zukunft: Georgios Papandreou und Angela Merkel.
Bild: Keystone

Merkel ist zuversichtlich für den Rettungsschirm. (Video: Reuters)

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Parlament segnet Immobiliensteuer ab

Das griechische Parlament hat die bei der Bevölkerung sehr unbeliebte Immobiliensteuer abgesegnet. Alle 154 Abgeordneten der regierenden PASOK-Partei stimmten in der Kammer mit insgesamt 300 Sitzen für die Immobiliensteuer.

Die Steuer ist ein zentraler Bestandteil der neuen Sparbemühungen der Regierung, die dem hoch verschuldeten Land weitere internationale Hilfszahlungen sichern und es damit vor der drohenden Pleite bewahren soll. (sda)

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Kanzlerin Angela Merkel hat Griechenland erneut alle erdenkliche Hilfe bei der Bewältigung seiner Schuldenkrise zugesagt. «Wir möchten ein starkes Griechenland im Euro-Raum, und Deutschland ist bereit, hier alle Hilfeleistungen anzubieten, die notwendig sind», sagte die CDU-Vorsitzende vor einem Treffen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Georgios Papandreou am Dienstagabend in Berlin. Merkel betonte gleichzeitig, Griechenland habe eine hohe Verantwortung, seinerseits die Auflagen und Erwartungen zu erfüllen.

«Wir sind durch den Euro aufs engste miteinander verbunden», sagte Merkel. «Die Schwächen eines Partners sind die Schwächen aller», dies gelte im Umkehrschluss aber auch für die Stärken der Euro-Partner.

Nur Sparen nützt nichts

Mit Blick auf die Einladung des Bundesverbands der Deutschen Industrie, auf dessen Kongress Merkel und Papandreou am Nachmittag zu Gast waren, sprach Merkel von einer «sehr guten Geste». Es habe sich damit gezeigt, dass nicht nur die Regierung in Deutschland, sondern auch die Wirtschaft und die Gewerkschaften sich wünschten, dass Griechenland erfolgreich aus der Krise komme.

Sie wisse aber auch, dass den Menschen in Griechenland bereits sehr viel zugemutet worden sei, sagte die Kanzlerin und betonte, dass für die Bundesregierung bei allen weiteren Entscheidungen über Hilfsmassnahmen der Bericht der Troika entscheidend sei.

Sparen in der Krise sei das eine, sagte Merkel. Man müsse aber auch über eine engere Verzahnung der Zusammenarbeit der Euro-Mitgliedsstaaten sprechen, denn ohne eine solche Annäherung gebe es keine gute Zukunft für den Euro.

Merkel zeigte sich erneut zuversichtlich, dass es bei der für Donnerstag anstehenden Bundestagsabstimmung über den Euro-Rettungsschirm EFSF zu einer eigenen Mehrheit für Schwarz-Gelb kommt.

Grosser Wille zur Eigenständigkeit

Papandreou bekräftigte den grossen Willen seiner Regierung und des griechischen Volkes zu Wandel und Veränderung. Griechenland werde seine Verpflichtungen entschlossen einhalten und die notwendigen Massnahmen entschieden umsetzen, um die derzeitige Krise zu überwinden und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

Die Zusammenarbeit mit Deutschland sei hervorragend, lobte Papandreou. Für Griechenland sei es von grösster Wichtigkeit, seitens der europäischen Partner Signale der Unterstützung zu bekommen. Griechenland habe «enorme Möglichkeiten und Chancen» und sei gewillt, genau diese auszunutzen, «damit wir selbstständig auf eigenen Füssen stehen können». Das sei eine nationale, aber auch eine europäische Aufgabe. (miw/dapd)

Erstellt: 27.09.2011, 23:05 Uhr

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18 Kommentare

Roger Furer

28.09.2011, 03:36 Uhr
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"die Schwächen eines Partners sind die Schwächen aller". Ach so, zuerst zahlt und unterstützt Deutschland über Jahre Griechenland auf Kosten des Deutschen Steuer- und Abgaben Kuli und dann kriegt man eins von der eigenen Kanzlerin auf's Dach. Wie lange werden die Deutschen diese Missstände noch dulden? Antworten


Alain Burky

28.09.2011, 07:10 Uhr
Melden 13 Empfehlung

Dass man jemandem, der unverschuldet in Not geraet hilft, ist menschlich.
Die Solidaritaet wird aber ueberstrapaziert, wenn der Helfer systematisch "beschissen" wird.
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