Ausland

Zahlreiche Verletzte an Gedenktag in Dresden

Aktualisiert am 14.02.2010

Am Rande der Gedenkfeiern zum 65. Jahrestag der Bombardierung Dresdens ist es zu Auseinandersetzungen zwischen rechtsextremen und linken Demonstranten gekommen.

1/4 Linke Demonstranten versuchten mit Sitzstreiks die Neonazis vor der Einreise in die Stadt abzuhalten.

   

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Mit Glockengeläut und einer anschliessenden «Nacht der Stille» in der Frauenkirche ist das Gedenken an die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg am Samstagabend zu Ende gegangen. Nach den traditionellen Konzerten der Staatskapelle Dresden und der Philharmonie gingen viele Besucher mit Kerzen in der Hand noch einmal zur Frauenkirche. Das Gotteshaus ist ein Symbol für die Tragödie, aber auch für den Wiederaufbau Dresdens.

Die Elbestadt war vor 65 Jahren bei Luftangriffen britischer und amerikanischer Bomber zerstört worden, bis zu 25'000 Menschen kamen ums Leben. Gegen 22 Uhr - dem Zeitpunkt der ersten Angriffswelle britischer Bomber am 13. Februar 1945 - läuten in Dresden alle Kirchenglocken.

Am Samstag hatten mehr als 10'000 Menschen ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus gesetzt und den Aufmarsch einiger tausend Neonazis vereitelt. Gegendemonstranten blockierten seit den Vormittagsstunden den Zugang zur vorgesehenen Marschstrecke und machten es damit unmöglich, dass Rechtsextreme aus dem In- und Ausland durch die Stadt ziehen konnten.

Die Polizei registrierte nach ihrem Einsatz insgesamt 27 Verletzte registriert, darunter 15 Polizisten. Allerdings wurde keiner schwer verletzt. 29 Menschen kamen in polizeilichen Gewahrsam.

Wie die Polizeidirektion Dresden kurz vor Mitternacht bekannt gab, müssen sich die Betroffenen im Alter zwischen 16 und 36 unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Landfriedensbruch, Sachbeschädigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Verstössen gegen das Versammlungsgesetz sowie des Waffengesetzes verantworten.

Die Polizei bezifferte die Zahl der angereisten Neonazis auf 6400. Sie waren einem Aufruf der «Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland» gefolgt. Laut Polizei war die Situation zeitweilig eskaliert, als Rechtsextreme die Polizisten mit Feuerwerkskörpern und Flaschen attackierten. Dabei hätten sechs Beamte leichte Verletzungen erlitten.

Aber auch auf der Gegenseite sei es zu massiven Angriffen auf Polizisten gekommen. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein. Zu den Sachschäden gehören auch kaputte Autos. Insgesamt waren fast 5700 Polizisten aus ganz Deutschland an dem Einsatz beteiligt.

(tan/sda)

Erstellt: 14.02.2010, 06:20 Uhr


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