Zapatero: Es war die ETA

Spaniens Regierungschef José Luis Zapatero macht die baskische Untergrundorganisation für den Bombenanschlag auf Mallorca verantwortlich – und droht den Tätern.

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Mitten in der Ferienzeit haben mutmassliche Terroristen der ETA auf Mallorca einen Bombenanschlag verübt und zwei Polizisten getötet. Das Attentat ereignete sich am Donnerstag im beliebten Badeort Palmanova im Westen der Insel.

Die spanischen Sicherheitskräfte riegelten Mallorca umgehend von der Aussenwelt ab. Der Flughafen Son Sant Juan wurde für eine Stunde und 40 Minuten geschlossen, was zu einem Chaos im Luftverkehr führte. Auch die See- und Jachthäfen wurden gesperrt. Die Behörden wollten so ein Entkommen der Täter verhindern. Festnahmen gab es aber zunächst keine.

«Den Rest des Lebens im Gefängnis»

Spaniens Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero machte die baskische Untergrundorganisation ETA für den Anschlag verantwortlich. Die Mörder der beiden Beamten der Guardia Civil würden nicht entkommen, versicherte er. «Sie werden festgenommen, verurteilt und werden den Rest des Lebens im Gefängnis verbringen.»

Erst am Tag zuvor hatten die Separatisten im nordspanischen Burgos vor einer Polizeikaserne eine 200-Kilo-Bombe gezündet. Dabei wurden 65 Menschen verletzt.

Anschlag ohne Vorwarnung

Der Anschlag auf Mallorca war gegen die Besatzung eines Streifenwagens der paramilitärischen Guardia Civil gerichtet. Wie der Präfekt auf den Balearen, Ramon Socías, mitteilte, hatten die Terroristen an dem Polizeifahrzeug eine Haftbombe angebracht und mit einer Fernzündung zur Explosion gebracht.

Die beiden Beamten an Bord des Fahrzeugs waren auf der Stelle tot. Berichte über verletzte Passanten wurden nicht bestätigt. Der Anschlag erfolgte - wie derjenige am Vortag in Burgos - ohne Vorwarnung.

Erstmals Anschlag mit Toten auf Mallorca

In der Vergangenheit hatte sich die ETA wiederholt der Methode bedient, Sprengsätze an Fahrzeugen der spanischen Sicherheitskräfte anzubringen und dann fernzuzünden. Am Abend entschärfte die Polizei eine zweite Bombe unter einem Militärfahrzeug in der Nähe von Palmanova.

Die ETA hat in der Vergangenheit mehrere Anschläge auf Mallorca verübt, dabei aber bislang keinen Menschen getötet. Im Jahr 1995 war die Organisation auf der Insel mit dem Vorhaben gescheitert, den spanischen König Juan Carlos mit einem Präzisionsgewehr zu erschiessen.

Bomben vor 50. Jahrestag

Der Anschlag auf die Polizisten ereignete sich nur etwa acht Kilometer vom Marivent-Palast entfernt, in dem die königliche Familie traditionell ihre Sommerferien verbringt. Juan Carlos und Königin Sofía werden am kommenden Samstag auf Mallorca erwartet.

Die ETA kämpft seit Jahrzehnten für einen unabhängigen Baskenstaat im Norden Spaniens und im Südwesten Frankreichs. Dabei sind mehr als 800 Menschen getötet worden. Am Freitag steht der 50. Jahrestag ihrer heimlichen Gründung an.

In der Bevölkerung verlieren die ETA-Extremisten zunehmend an Rückhalt. Experten zufolge versucht die ETA zu beweisen, dass sie auch nach der Festnahme zahlreicher Führungskader immer noch schlagkräftig ist. (oku/sda)

Erstellt: 31.07.2009, 10:51 Uhr

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