Kaczynski stürzte vor vier Wochen in einem Film ab
Tote identifiziert
Beim Absturz der polnischen Präsidentenmaschine im Westen Russlands sind viele der 96 Todesopfer entstellt worden. Präsident Lech Kaczynski und seine Frau Maria Kaczynska wurden inzwischen identifiziert.
Doch bis die Identität aller Opfer zweifelsfrei feststeht, wird es nach polnischen Angaben noch mehrere Tage dauern. Für gewöhnlich versuchen Ermittler, Fingerabdrücke von den Opfern zu nehmen oder nach persönlichen Gegenständen wie Ausweisen oder Schmuck zu suchen.
Bei etwa 60 Todesopfern wird es nach Angaben der polnischen Gesundheitsministerin Ewa Kopacz jedoch notwendig sein, eine DNA-Analyse vorzunehmen - das ist die zeitaufwendigste und kostspieligste Methode. Mit einer Genprobe kann ein Opfer identifiziert werden - allerdings nur, wenn Vergleichsmaterial vorliegt.
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Der von Georgiens Präsident Michail Saakaschwili kontrollierte Kanal Imedi strahlte am 13. März einen fiktiven Bericht über einen russischen Angriff auf die Südkaukasusrepublik aus. Darin «starb» der als Saakaschwilis Verbündeter geltende Kaczynski durch eine Bombe an Bord seiner Maschine.
Während der polnische Präsident die gefälschte Reportage damals unkommentiert liess, bezeichnete Saakaschwili den Film als «realitätsnah». Das berichteten russische Medien am Montag. Kaczynski hatte sich nach Russlands Südkaukasuskrieg 2008 mit Georgien solidarisiert und mit Saakaschwili demonstrativ das Grenzgebiet zur abtrünnigen Region Südossetien besucht.
Damals hatte sich der Pilot von Kaczynskis Maschine der wiederholten Anweisung des Präsidenten widersetzt, trotz unsicherer Bedingungen in dem Konfliktgebiet zu landen, und stattdessen einen Flughafen in der Nähe angesteuert. Kaczynski, der mit einem Auto weiterreisen musste, warf dem Piloten darauf Befehlsverweigerung vor. Polens Präsident war am Samstag bei einem Absturz in Russland ums Leben gekommen. (sam/sda/)
Erstellt: 12.04.2010, 16:47 Uhr




