Flüchtlinge verlassen das eisige Finnland

Ausreise wegen der Kälte: Tausende Iraker haben ihre Asylanträge in dem skandinavischen Land zurückgezogen.

Rückkehr in die Heimat? Flüchtlinge warten an einem Bahnhof auf den Zug nach Helsinki. (14. September 2015)

Rückkehr in die Heimat? Flüchtlinge warten an einem Bahnhof auf den Zug nach Helsinki. (14. September 2015) Bild: AFP

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Zahlreiche Asylbewerber aus dem Irak haben Finnland im vergangenen Jahr freiwillig den Rücken gekehrt. 2600 der insgesamt 3700 geprüften Fälle seien 2015 zu den Akten gelegt worden, teilte die finnische Einwanderungsbehörde mit.

Die Betroffenen hätten die Anträge entweder zurückgezogen oder seien verschwunden, hiess es weiter. «Sie haben uns gesagt, dass Familienangeleigenheiten in ihrem Heimatland sie zur Rückkehr zwingen», sagte der Leiter der Asylabteilung, Juha Simila. «Einige haben die Stimmung in Finnland als feindselig empfunden und andere haben das Land wegen des dunklen Herbstes und des kalten Winters verlassen.»

Andere irakische Flüchtlinge seien wegen der langen Bearbeitungszeiten ihrer Anträge wieder ausgereist, hiess es weiter.

32'500 Asylanträge in einem Jahr

32'500 Flüchtlinge hatten im vergangenen Jahr einen Asylantrag in Finnland gestellt, neunmal so viele wie noch 2014. Unter ihnen waren 25'000 Iraker, aber nur 3700 von ihnen erhielten einen Bescheid von den Behörden.

Finnland hatte die Asylbestimmungen für irakische Flüchtlinge im Oktober verschärft, da sich nach Einschätzung der Regierung in Helsinki die Sicherheitslage im Irak zuletzt verbesserte. (woz/sda)

(Erstellt: 23.01.2016, 12:49 Uhr)

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