«10'000 Demonstranten stehen 70'000 Polizisten gegenüber»
Von René Staubli. Aktualisiert am 27.01.2011 11 Kommentare
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Es habe in Kairo zwar Unruhen gegeben, aber von einem Pulverfass zu sprechen, sei übertrieben. «Den 10'000 Demonstranten standen in den Seitenstrassen 70'000 Polizisten gegenüber. Die Demonstranten wussten, was passieren würde, wenn gewisse Grenzen überschritten worden wären», sagte Sawiris. Die Demonstration sei ein Signal des Volkes an die Regierenden gewesen, das er begrüsse. Ägyptens Wirtschaft wachse seit Jahren um 5 bis 6 Prozent: «Noch nie hatten wir einen so grossen Handelsbilanzüberschuss.» Es sei viel Geld in Strassen und andere Infrastrukturprojekte geflossen. Aber die Regierung habe dabei «die Bedürfnisse der armen Leute vergessen».
«Die beiden Völker unterscheiden sich»
Sawiris geht nicht davon aus, dass es in Ägypten zu Unruhen wie in Tunesien kommen könnte: «Die beiden Völker unterscheiden sich zu sehr voneinander.» Wüstenvölker wie die Tunesier seien wegen der härteren Lebensbedingungen immer schon kämpferisch eingestellt gewesen. Die seit Jahrtausenden am Nil sesshaften Ägypter seien ein sehr zurückhaltendes, friedliches Volk.
Sawiris vertrat die Ansicht, dass der 82-jährige Staatspräsident Hosni Mubarak innerhalb des nächsten halben Jahres klarmachen müsse, wie lange er noch im Amt bleiben wolle und wer gegebenenfalls seine Nachfolge antreten könnte.
Keine Reisewarnung
Die Unruhen in Ägypten sind für Schweizer Touristen kein Grund, ihre Ägyptenreise abzusagen. Bei den grossen Schweizer Reiseveranstaltern sind bis Mittwochnachmittag keine Annullationen eingegangen. Sie erwägen, Ausflüge nach Kairo einzustellen. Die Branche sieht aber keinen Grund, ihre Kunden gar aus dem Land zurückzuholen.
Die Reiseveranstalter verweisen auf die Empfehlungen des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten, das derzeit nicht von Ägyptenreisen abrät. Ausnahme sind die Grenzregionen zu Libyen, Sudan und Gaza – dies aber unabhängig von den aktuellen Unruhen. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 27.01.2011, 12:34 Uhr
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11 Kommentare
Als ob diese Polizisten (auch in Ägypten) nicht die Reichen und deren Besitztum mittelbar und die Staatsautoritäten unmittelbar repräsentieren würden, präsentiert uns hier der Reiche Mister Samih Sawiris, die Geschichte, sein Reichtum sei in Ägypten im Verhältnis 7 : 1 gefährdet. Das ist zwar ein tolles, aber für den Aufmerksamen ein durchschaubares Ablenkungsmanöver von eigenen Problemen. Antworten
Herr Sawiris ist Kopte, also ein rechtloser Christ in Ägypten. Seine Familie wurde in den letzten 50 Jahren dreimal(!) komplett enteignet. Wenn Herr Sawiris sich nicht hinter die korrupte Regierung stellt, dann ist sein Vermögen Geschichte. Herr Sawiris verleugnet sogar die Verfolgung und Unterdrückung seiner Glaubensgenossen in Ägypten. Sawiris ist ein Gefangener der Situation. "Money matters" Antworten
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