Ausland

23-Jährige im Iran als Spionin festgenommen

Aktualisiert am 07.07.2009

Die französische Politikwissenschaftlerin Clotilde Reiss nahm im Iran an Demonstrationen teil. Jetzt muss sie damit rechnen, Jahre im Gefängnis zu verbringen.

Junge Politikwissenschaftlerin: Die im Iran festgehaltene Frau.

Junge Politikwissenschaftlerin: Die im Iran festgehaltene Frau. (Bild: Keystone)

Die französische Regierung verlangte die unverzügliche Freilassung der 23-jährige Frau. Der französische Aussenminister Bernard Kouchner bezeichnete ihre Festnahme als «absurd».

«Sie hat an den Demonstrationen teilgenommen, die, wie jeder weiss, Hunderttausende Iraner angezogen haben», sagte Kouchner. «Und wie fast alle anderen hat sie unschuldig einige Bilder aufgenommen – dafür ist sie nun angeklagt.»

Als Dozentin in Isfahan tätig

Die Politikwissenschaftlerin arbeitete vorübergehend als Dozentin an der Universität von Isfahan im Iran. Sie wurde letzten Mittwoch am Flughafen von Teheran festgenommen, als sie nach ihrem fünfmonatigen Aufenthalt im Iran über Beirut heimfliegen wollte. Bis gestern hatten die französischen Behörden versucht, ihre Freilassung zu bewirken. Am Abend machten sie ihre Festnahme öffentlich.

Die iranischen Behörden werfen Reiss vor, sie habe von regierungskritischen Demonstrationen in Isfahan Handy-Bilder aufgenommen und einem Freund in Teheran gemailt. «Das ist doch keine Spionage», sagte Kouchner dazu. «Sie ist einfach eine typische Studentin, die ihre Arbeit getan hat.» (oku)

Erstellt: 07.07.2009, 15:17 Uhr

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