30 Tote bei Attentat in Syrien

In der syrischen Stadt Salmije explodierte ein mit Sprengstoff beladenes Auto. Dutzende Menschen wurden getötet und verletzt. Derweil verurteilt die UNO Waffenlieferungen an das syrische Regime und die Opposition.

60'000 Menschen wurden bislang in Syrien getötet: Explodierte Autobombe in Aleppo. (Archivbild)

60'000 Menschen wurden bislang in Syrien getötet: Explodierte Autobombe in Aleppo. (Archivbild) Bild: Reuters

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Bei einem Bombenanschlag in der syrischen Stadt Salmije sind gestern nach Angaben von Aktivisten mehr als 30 Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien Zivilisten und Mitglieder einer regierungstreuen Miliz, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London mit.

Nach Angaben der Oppositions-nahen Organisation explodierte ein mit Sprengstoff beladenes Auto vor einem Gebäude der Paramilitärs. Dutzende Menschen seien verletzt worden, einige schwer. Die Zahl der Toten könnte deshalb weiter steigen.

Ein hochrangiger Regierungsvertreter bestätigte, dass es dutzende Tote bei dem Angriff in der zentralsyrischen Provinz Hama gegeben habe. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana sprach von einem Angriff von «Terroristen», die vom syrischen Regime verwendete Bezeichnung für Aufständische.

Tote in Damaskus

Eine weitere Explosion erschütterte gestern Abend das wohlhabende Wohnviertel Dummar im Nordwesten der Hauptstadt Damaskus. Laut Beobachtungsstelle wurde dabei eine unbekannte Anzahl von Menschen getötet.

Bisher war das Viertel von Kämpfen und Anschlägen verschont geblieben. Die Luftwaffe flog unterdessen mehrere Angriffe am Rand der Hauptstadt. Nach einem zwölfstündigen Stromausfall wurde die Stromversorgung nach und nach wiederhergestellt.

Waffenlieferungen an Syrien kritisiert

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon und sein Sondergesandter Lakhdar Brahimi haben ausländische Waffenlieferungen an die Konfliktparteien in Syrien scharf kritisiert. Wie Bans Sprecher Martin Nesirky mitteilte, äusserten der UNO-Generalsekretär und sein Syrien-Sondergesandter bei einem Treffen gestern in New York ihre «tiefe Enttäuschung und Beunruhigung angesichts des schrecklichen Ausmasses der von Regierung und Opposition begangenen Tötungen und Zerstörungen, die von auswärtigen Mächten gefördert werden, indem sie den beiden Lagern Waffen liefern».

Ban und Brahimi zeigten sich ausserdem «bestürzt über das Fehlen einer einheitlichen internationalen Haltung, die zu einem Wandel» in Syrien beitragen könnte. Russland und China haben bereits drei Mal eine Resolution des UNO-Sicherheitsrats zu Syrien blockiert. Moskau lehnt es ab, dass Syriens Staatschef Bashar al-Assad wie von der syrischen Opposition gefordert im Vorfeld von Verhandlungen einen Machtverzicht erklärt.

Zusammen mit dem Iran gehört Russland zu den Waffenlieferanten der syrischen Regierung. Damaskus wirft derweil der Türkei und Golfstaaten wie Katar und Saudiarabien vor, die syrischen Aufständischen mit Waffen zu versorgen.

Vier Millionen Syrer auf Nothilfe angewiesen

Seit Beginn des Aufstands gegen Assad im März 2011 wurden nach UNO-Angaben in Syrien bereits mehr als 60'000 Menschen getötet. Rund vier Millionen Syrer, darunter zwei Millionen Vertriebene, sind demnach auf Nothilfe angewiesen. Hunderttausende Syrer flohen vor der Gewalt in die Nachbarländer.

Brahimi will dem UNO-Sicherheitsrat am Dienstag kommender Woche über seine jüngsten Vermittlungsversuche in dem Konflikt Bericht erstatten. Der Chef der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, rief die Vereinten Nationen am Montag auf, eine Waffenruhe für Syrien auszurufen, da Brahimis Mission «nicht einmal einen Funken Hoffnung» gebracht habe. (chk/sda)

(Erstellt: 22.01.2013, 03:37 Uhr)

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