8000 Mahlzeiten und 5300 Gallonen Wasser abgeworfen

C-130-Maschinen der US-Armee versorgen die vertriebenen Jesiden im Irak mit Hilfsgütern. Washington informierte in der Nacht über den heiklen Einsatz.

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US-Flugzeuge hätten bereits erste Hilfsgüter in der Region um das Sindshar-Gebirge abgeworfen, erklärte US-Präsident Barack Obama in der Nacht. Im Sindshar-Gebirge sind nach UNO-Angaben rund 200'000 Menschen ohne Lebensmittel und Wasser eingeschlossen, die vor den IS-Extremisten geflüchtet sind.

Es droht ein Völkermord an der Volksgruppe der Jesiden. Dazu hatten die Extremisten aufgerufen, indem sie die religiöse Minderheit vor die Wahl stellten, zum Islam zu konvertieren oder zu sterben. Angesichts solcher Drohungen könne sich die USA nicht blind stellen.

Nur 15 Minuten über dem Gebiet

Wie US-Offizielle in der Nacht weiter erklärten, seien in einer ersten Aktion 5300 Gallonen Wasser (gut 20'000 Liter) und 8000 Mahlzeiten über dem Sindshar-Gebirge abgeworfen worden. An den Flügen beteiligt sind zwei Maschinen vom Typ C-130 und eine C-17. Die Flugzeuge werden von F-18-Kampfjets begleitet.

Flucht in die Berge: Jesiden im Nordirak, nordwestlich von Mosul. (Quelle: ANF, kurdische Nachrichtenagentur)

Die Maschinen hätten sich nur 15 Minuten in der Zone aufgehalten, in der die Hilfsgüter abgeworfen werden, hiess es. Mit der Veröffentlichung dieser Informationen wartete Washington, bis die Aktion beendet war. Dies aus Sicherheitsgründen. Allerdings: Man werde weitere Abwürfe ins Auge fassen.

CNN berichtete über die sogenannten Airdrops.

Die Regierung in Bagdad habe in den vergangenen Tagen immer nur gesagt, sie wolle «Hilfe» von der internationalen Gemeinschaft. «Damit meinen wir humanitäre Hilfe und möglicherweise auch militärisches Material. Über alles Weitere wird gesondert zu sprechen sein.»

Sicherheitsrat verurteilt Terror

Der UNO-Sicherheitsrat hatte die Angriffe der Terrorgruppe IS im Irak nach einer Sondersitzung am Donnerstag scharf verurteilt. Zu einem militärischen Eingreifen äusserten sich die Mitglieder des Gremiums aber nicht.

«Wir müssen prüfen, ob die Attacken Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind. Dann müssen die Schuldigen zur Verantwortung gezogen werden», sagte der derzeitige Ratspräsident, Grossbritanniens UNO-Botschafter Mark Lyall Grant. Über die förmliche Verurteilung ging das Papier nicht hinaus.

Lyall Grant sagte, Grossbritannien bereite eine Resolution vor, in der die Gruppe Islamischer Staat «äusserst scharf verurteilt» werde. Das Papier solle aber auch einige «praktische Elemente» enthalten, etwa wie man die Finanzierung der islamistischen Terrorgruppen unterbinden könnte.

Russlands Botschafter Vitali Tschurkin sagte, die Bagdader Regierung müsse unterstützt werden. Er wollte aber nicht die Frage beantworten, ob Russland militärische Schläge von ausserhalb akzeptieren könnte. (cpm/sda)

(Erstellt: 08.08.2014, 08:50 Uhr)

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