Afghanischer Geheimdienst wusste angeblich von Bin Ladens Versteck
Aktualisiert am 16.05.2011 4 Kommentare
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Saudischer Diplomat in Pakistan getötet
Unbekannte haben heute Montag in der südpakistanischen Wirtschaftsmetropole Karachi einen Diplomaten aus Saudi-Arabien erschossen. Der Sicherheitsbeauftragte des Generalkonsulats in Karachi, Hassan al Kahkani, sei auf dem Weg zur Arbeit von vier Männer auf Motorrädern angegriffen worden, sagte Karachis Polizeichef Saud Ahmad Mirza. Die saudiarabische Botschaft in Islamabad teilte mit, bei dem Opfer habe es sich um einen Diplomaten gehandelt, machte aber keine weiteren Angaben.
Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. In der vergangenen Woche hatten Unbekannte zwei Handgranaten auf das Gelände des Generalkonsulats in Karachi geworfen. Niemand war verletzt worden. Es war der erste Angriff auf saudiarabische Einrichtungen seit der Tötung von Al-Qaida-Chef Osama Bin Laden durch US-Truppen in Pakistan Anfang des Monats gewesen. Bin Laden stammte aus Saudiarabien. Er hatte sich stets vehement gegen die Zusammenarbeit der Regierung seines Heimatlandes mit den USA gewandt. (sda)
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Der frühere afghanische Geheimdienstchef hat nach eigenen Angaben seit Jahren gewusst, dass Osama Bin Laden sich in Pakistan versteckte. Amrullah Saleh sagte dem US-Fernsehsender CBS in einem Interview, das am Sonntag ausgestrahlt wurde, er habe den pakistanischen Behörden vor vier Jahren entsprechende Hinweise gegeben, sei aber abgewiesen worden.
Saleh erklärte, der afghanische Geheimdienst habe angenommen, dass bin Laden sich in der pakistanischen Stadt Mansehra versteckt hatte. Die Stadt liegt rund 20 Kilometer von Abbottabad entfernt, wo Bin Laden schliesslich von einer US-Kommandoeinheit getötet wurde. Saleh ist ein prominenter Kritiker der Bemühungen des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai, Friedensverhandlungen mit den Taliban aufzunehmen.
Er sagte CBS, die USA sollten Pakistan als feindlich gesinntes Land betrachten. Die Regierung nehme das Geld aus Washington, kooperiere aber nicht im Kampf gegen den Terrorismus und trage zur Verbreitung von Atomwaffen bei.
Afghanische Männer begrüssen Bin Ladens Tod
In Afghanistan bewerten mehr als zwei Drittel der afghanischen Männer die Tötung von Bin Laden in einer Umfrage positiv. 68 Prozent begrüssten die Nachricht vom Tod Bin Ladens, wie aus der Befragung von 600 Männern in verschiedenen Regionen des Landes durch das Institut International Council on Security and Development (ICOS) hervorgeht. In Mardschah, einer Taliban-Hochburg in der südlichen Provinz Helmand, bezeichneten dagegen 71 Prozent der Befragten den Tod des Terrorchefs als eine schlechte Nachricht.
«Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass der Tod Bin Ladens gut aufgenommen wurde», sagte ICOS-Chefin Norine MacDonald. Das sei ein Zeichen für eine positive Entwicklung bei der Übergangsstrategie der internationalen Gemeinschaft, sagte MacDonald mit Blick auf den geplanten schrittweisen Abzug der ausländischen Truppen aus Afghanistan. Die Taliban hatten Bin Laden und weiteren El-Kaida-Aktivisten während ihrer Herrschaft von 1996 bis 2001 in Afghanistan Zuflucht gewährt. (miw/dapd)
Erstellt: 16.05.2011, 07:16 Uhr
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