Ausland

Angeblicher CIA-Agent im Iran zum Tode verurteilt

Aktualisiert am 09.01.2012 39 Kommentare

Das Revolutionsgericht in Teheran hat einen iranisch-stämmigen Mann der Spionage für die Amerikaner für schuldig befunden. Amir Mirsai Hekmati soll nun hingerichtet werden. Die USA verlangen die Freilassung.

«Zusammenarbeit mit einem feindlichen Land»: Amir Mirsai Hekmati vor Gericht in Teheran. (Videostandbild von IRIB TV, 27. Dezember 2011)

«Zusammenarbeit mit einem feindlichen Land»: Amir Mirsai Hekmati vor Gericht in Teheran. (Videostandbild von IRIB TV, 27. Dezember 2011)
Bild: Keystone

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Der iranisch-stämmige angebliche Agent des US-Geheimdienstes CIA, Amir Mirsai Hekmati, ist im Iran zum Tode verurteilt worden. Hekmati wurde unter anderem der Spionage beschuldigt, wie die iranischen Nachrichtenagenturen Fars und Irna am Montag berichteten. Die Todesstrafe gegen den 28-Jährigen, dessen Festnahme Mitte Dezember bekannt gegeben worden war, wurde vom Revolutionsgericht in Teheran verhängt.

Hekmati sei der «Zusammenarbeit mit einem feindlichen Land, der Spionage für die CIA und des Versuchs, den Iran in Terrorismus zu verwickeln» schuldig befunden worden, urteilte der Richter in Teheran, wie Fars und Irna berichteten. Hekmati hat laut Staatsanwaltschaft 20 Tage Zeit, Berufung einzulegen.

Der im US-Bundesstaat Arizona geborene Hekmati wurde laut Fars bereits im September vergangenen Jahres beim Überqueren der iranischen Grenze gefasst, als er Verwandte besuchen wollte. Die näheren Umstände der Festnahme wurden nicht bekannt.

Im Fernsehen vorgeführt

Im Dezember wurde er im Staatsfernsehen vorgeführt, wo er vor laufenden Kameras seine angeblichen Verbrechen gestand. Er sei vom US-Geheimdienst «hereingelegt» worden. Sein Auftrag sei es gewesen, den iranischen Geheimdienst zu unterwandern, um Informationen an die CIA zu liefern. Er habe aber dem Iran nicht schaden wollen.

Das US-Aussenministerium hatte die Vorwürfe als falsch zurückgewiesen und seine sofortige Freilassung gefordert. Zudem hatte es den Iran aufgerufen, Hekmati konsularische Hilfe über die Botschaft der Schweiz zu erlauben, was laut Aussenministerium vom Iran abgelehnt wurde.

Washington und Teheran haben keine offiziellen diplomatischen Verbindungen und die Schweiz vertritt die Interessen der USA in Teheran.

Immer wieder Festnahmen

Hekmati soll nach Angaben des Iran im Jahr 2001 in die US-Armee eingetreten sein und eine jahrelange Ausbildung als Geheimagent absolviert haben. Später sei er auf den US-Stützpunkt Bagram in Afghanistan geschickt worden. Der iranische Geheimdienst habe «die Aktivitäten in Bagram überwacht» und den Agenten so entlarvt.

Die Führung in Teheran meldet regelmässig die Festnahme von «Spionen», die für die USA oder Israel arbeiten sollen. In der Regel werden dabei keine genauen Angaben dazu gemacht, was ihnen vorgeworfen wird. Iranische Gerichte haben in der Vergangenheit bereits mehrfach angebliche Spione zu harten Strafen verurteilt, die allerdings immer wieder aufgehoben wurden.

Erst am Sonntag hatte der Iran die Festnahme mehrerer angeblicher «Spione» verkündet, die für die USA tätig seien. Diese hätten über das Internet die Parlamentswahl Anfang März stören wollen, erklärte der iranische Geheimdienst. Nach der umstrittenen Präsidentenwahl 2009 war es zu regierungsfeindlichen Demonstrationen gekommen, die teilweise über Facebook organisiert worden waren. (rub/AFP)

Erstellt: 09.01.2012, 18:02 Uhr

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39 Kommentare

Andy Meier

09.01.2012, 09:44 Uhr
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Es ist nichts neues, dass USrAel seit Jahren Spionage im Nahen Osten betreibt, um die politische Situation zu destabilisieren. Bsp: Operation Jasmine im Syrien. Die Gefährdung der äusseren und inneren Sicherheit ist ein schweres Vergehen. In USrAel wird man für weniger hingerichtet. Antworten


Christoph Rebholz

09.01.2012, 11:12 Uhr
Melden 22 Empfehlung

Dass ich es überlebt habe, geschäftlich und privat in den Iran zu reisen scheint ja ein Wunder zu sein...
Nein, nicht jeder Westler und andersgläbiger ist ein Spion dort. Und nein, es geht auch ohne gefälschten Pass.
Ein- und Ausreise sind problemlos. Und im Land wird man als Ausländer sehr zuvorkommend behandelt.
Die Negativbeiträge stammen wohl primär von Leuten, welche noch nie dort waren...
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