Ayatollah Ali Khamenei nennt Israel «tödliches Krebsgeschwür»

Im Iran steigern sich die Führer des Landes gegenseitig zu Hetztiraden gegen den jüdischen Staat hoch.

Giesst erneut Öl ins Feuer: Ayatollah Ali Khamenei.

Giesst erneut Öl ins Feuer: Ayatollah Ali Khamenei.
Bild: Keystone

Nach Präsident Mahmoud Ahmadinejad hat auch der Oberste Führer des Landes, Ayatollah Ali Khamenei, in drastischen Worten Israel angegriffen. Er sprach am Sonntag von einem «tödlichen Krebsgeschwür», das sich in der Region ausweite.

Seine Rede an der Universität Teheran zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan wurde von «Tod Israel»-Rufen begleitet. Am Freitag hatte Ahmadinejad zum wiederholten Mal den Holocaust geleugnet und den millionenfach Mord an den Juden als Märchen bezeichnet, das als Vorwand für die Gründung Israels gedient habe. Die Aussagen wurden international verurteilt.

Festnahmen bei Protesten

Khamenei warf den «Feinden des Irans» - dem Westen und Israel - vor, das Land schwächen zu wollen. «Die westlichen Medien haben besonders in den vergangenen Monaten die Atmosphäre im Iran vergiftet», sagte er. Sie hätten ihr Ziel jedoch nicht erreicht.

Während der jüngsten Proteste gegen die iranische Regierung sind in Teheran 35 Regimegegner festgenommen worden. Das berichtete die iranische Nachrichtenagentur ISNA am Sonntag. Trotz Verbots waren am Freitag erstmals seit Wochen wieder Anhänger der Opposition massenhaft auf die Strasse gegangen.

Auch Oppositionsführer an Protesten

Die Demonstranten nutzten eine offizielle Anti-Israel-Kundgebung, um gegen die Regierung von Präsident Mahmud Ahmadinejad zu protestieren. Den festgenommenen Regimegegner wurde Verstoss gegen die öffentliche Ordnung vorgeworfen. Ausserdem hätten sie Steine auf Polizisten geworfen, sagte ein Polizeisprecher der Agentur ISNA.

An den Protesten nahmen neben Oppositionsführer Mir Hussein Moussavi auch der frühere Parlamentspräsident Mehdi Karrubi und die Ex-Präsidenten Mohammed Chatami und Akbar Haschemi Rafsanjani teil. Dabei seien Moussavi und Chatami von Ahmadinedschad-Anhänger angegriffen und zum Verlassen der Demonstration gezwungen worden. (cpm/sda)

Erstellt: 20.09.2009, 16:56 Uhr

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