Der blutigste aller blutigen Monate
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Nato und US-Streitkräfte teilen mit, ein US-Soldat sei am Freitag bei einem Angriff Aufständischer getötet worden, zwei weitere bei der Explosion eines an einem Strassenrand versteckten Sprengsatzes. Beide Zwischenfälle seien im Süden passiert. Am Donnerstag seien ebenfalls im Süden drei US-Soldaten bei Explosionen getötet worden.
Die Zahl von 66 Toten basiert auf einer Zählung der Nachrichtenagentur AP auf der Grundlage von Militärangaben. Im Juni kamen 104 Angehörige der internationalen Streitkräfte in Afghanistan ums Leben, darunter 60 US-Soldaten.
Auch deutsche Truppen wurden weiter zum Ziel der Aufständischen. Allein am Donnerstag kam es nach Angaben der Bundeswehr zu zwei derartigen Zwischenfällen: Erst wurde eine Transall-Frachtmaschine kurz nach dem Start vom Flugfeld in Kundus mit Handfeuerwaffen und Panzerabwehrwaffen beschossen. Später griffen Aufständische eine Patrouille sechs Kilometer westlich des Regionalen Wiederaufbauteams (PRT) Kundus an. In beiden Fällen wurde niemand verwundet, auch die Transall blieb unbeschädigt.
Pentagon verschärft Vorschriften zur Geheimhaltung
US-Verteidigungsminister Robert Gates schliesst unterdessen nach der Veröffentlichung von geheimen US-Militärakten im Internet ein Vorgehen gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange nicht aus.
Derzeit leiten Experten der Army im US-Verteidigungsministerium die Ermittlungen nach den Quellen der Internetplattform, die zu Beginn der Woche 76'911 Dokumente ins Netz stellte. Gates sagte am Donnerstag, er habe das FBI eingeschaltet, um die Verräter zu finden. Laut einem Bericht des «Wall Street Journal» wird dafür der Gefreite Bradley Manning verantwortlich gemacht, der Wikileaks schon ein brisantes Video über den Beschuss von Zivilpersonen aus einem US-Militärhubschrauber zugespielt haben soll, das im April international für Aufsehen sorgte.
Ob gegen den australischen Staatsbürger Assange oder gegen die Medien, die das Wikileaks-Material verwendeten, ermittelt werden soll, liess Gates offen. Laut Gates verschärft das Pentagon infolge der Datenpanne die Regeln zum Umgang mit geheimen Dokumenten in Kriegsgebieten.
Assange sagte dem australischen Sender ABC in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview, Wikileaks habe über die «New York Times» versucht, das Weisse Haus vor der Veröffentlichung der Dokumente zu kontaktieren. Den Regierungsbeamten sei angeboten worden, einen Blick auf die Geheimberichte zu werfen, um sicherzustellen, dass keine unschuldigen Menschen identifiziert würden. Das Weisse Haus habe auf das Angebot aber nicht reagiert. Ein Pentagon-Sprecher wies diese Darstellung am Freitag als «absolut falsch» zurück. (bru/dapd (Anne Gearan))
Erstellt: 30.07.2010, 20:46 Uhr
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