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«Die Truppen waren niemandem verantwortlich»

Der oberste Nato-General eint die amerikanischen Spezialtruppen unter seinem Befehl. Offenbar herrschte bis anhin ein Wirrwarr – ein Grund für zivile Opfer.

Weniger Probleme mit europäischen Soldaten als mit eigenen Truppen: General McChrystal bei der Begrüssung von Isaf-Soldaten aus Portugal.

Weniger Probleme mit europäischen Soldaten als mit eigenen Truppen: General McChrystal bei der Begrüssung von Isaf-Soldaten aus Portugal.
Bild: Keystone

Laut einem Bericht der «New York Times» hat General Stanley McChrystal den grössten Teil der betreffenden Truppen bereits unter seine direkte Kontrolle gebracht. Als Grund nannte die Zeitung weiterhin hohe Opferzahlen unter Zivilisten und schlechte Organisation unter den Einheiten bei Einsätzen.

«Manchmal», so zitiert das Blatt den General in sehr bildhafter Sprache, «macht die eine Hand eine Sache und die andere Hand eine andere. Beide versuchen das Richtige zu tun, aber ohne ein gutes Resultat zu erreichen».

«Niemandem im Land verantwortlich»

Kritische Stimmen, zu denen neben afghanischen Politikern auch Menschenrechtler und Kommandeure konventioneller US-Truppen gehören, äussern sich konkreter. Die Sondereinsatzkräfte sind laut dem Bericht verantwortlich für eine hohe Zahl ziviler Todesopfer. Weiter heisst es, diese Truppen würden nach eigenen Regeln operieren.

«Die Truppen waren niemandem im Land verantwortlich», zitierte die Zeitung Zahir Azimi den Sprecher des afghanischen Verteidigungsminiseriums, «aber General McChrystal und wir mussten die Schuld für ihre Fehler tragen». Wann immer es ein Problem mit diesen Einheiten gegeben habe, sei verwirrend und unklar gewesen, wer dafür zuständig war.

Unschuldige Opfer möglichst vermeiden

Weier erklärte Azimi laut der «New York Times», McChrystal habe sich dazu gegenüber Amtsträgern des Landes geäussert: Der General sorge sich, dass manche Truppen nicht sein oberstes Ziel verfolgten, die Zahl der zivilen Opfer so gering wie möglich zu halten.

Diese Strategie, mit der die Akzeptanz der ausländischen Soldaten erhöht werden soll, hatte kürzlich erste Erfolge gezeigt: Im vergangenen Jahr sank die Zahl der zivilen Todesopfer durch amerikanische Truppen um 28 Prozent – auf immerhin noch 596 Menschen. (raa)

Erstellt: 16.03.2010, 13:44 Uhr

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3 Kommentare

Michael Meienhofer

17.03.2010, 13:16 Uhr
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Gut gesagt@werner wittmann. Um die Rüstungsindustrie geht es in erster Linie.Dort werden vom Westen noch unbekannte Waffen erprobt.Nach dem Kriegsversagen derUSA in Korea, Vietnam, Irak soll nicht nochmals eine solche Erniedrigung eintreten.Leider hat das neue Vietnamdesaster bereits schon als Afghanistan-Niederlage begonnen.Vielleicht hätte man besser die vorherigen Verlierer, die Russen gefragt. Antworten


Werner Wittmann

16.03.2010, 15:45 Uhr
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Alle NATO-Länder, die Truppen zur Unterstützung der US-Streitkräfte nach Afghanistan entsenden, müssen damit rechnen, dass in ihren Landen Terroranschläge verübtt werden. Der Krieg gegen die sogenannten Taliban kann nicht gewonnen werden, da es sich dabei um einen reinen Abnützungskrieg handelt. Die einzigen Gewinner sind nur die Rüstungsindustrien - die Verlierer aber - die Unschuldigen. Antworten


Dave McWide

16.03.2010, 13:50 Uhr
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Nach dem bekannten Motto: "erst schiessen - dann fragen" Antworten



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