Die missgebildeten Kinder von Falluja
Geburtsschäden: Deformierte Hände und Füsse. (Quelle: BBC)
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Falluja war vor sechs Jahren Schauplatz von heftigen Gefechten zwischen US-Truppen und Aufständischen. Dabei sollen die Amerikaner unter anderem chemische und radioaktive Waffen eingesetzt haben - mit gravierenden Spätfolgen für die Gesundheit der Bewohner der Stadt, die 64 Kilometer westlich von Bagdad liegt. Ein BBC-Reporter hat sich vor Ort umgeschaut, Spitäler besucht und mit Ärzten gesprochen. Die Ergebnisse der Recherchen sind erschreckend.
Eine Ärztin gab zu Protokoll, dass sie jeden Tag zwei oder drei Kinder begutachte, in den meisten Fällen gehe es um Herzprobleme. Der BBC-Reporter sah Kinder, die an Lähmungen oder Hirnschäden litten. Man zeigte ihm auch ein Foto eines Neugeborenen mit drei Händen. «Die Behörden von Falluja sollen die Frauen vor Schwangerschaften gewarnt haben», berichtet der BBC-Reporter.
Körperdeformationen und Krankheiten
Von einer massiven Zunahme von Säuglingen mit Herzfehlern berichtet auch eine irakische Forscherin, die in Grossbritannien lebt. Von 1000 Babys würden 95 mit Missbildungen geboren - die entsprechende Quote sei 13 Mal grösser als in Europa. Die Zahl der Geburtsschäden sei vor der US-Invasion deutlich kleiner gewesen als danach. Die Forscherin berichtete auch von erschreckenden Körperdeformationen: von Babys mit einem Auge oder einer Nase auf der Stirn sowie von fehlenden Gliedmassen oder überzähligen Fingern und Zehen. Gemäss anderen Berichten häuften sich auch die Leukämie-Erkrankungen.
Für Eltern und Ärzte ist der Fall klar: Schuld an den missgebildeten Kindern von Falluja sind die Amerikaner respektive die Waffen, die bei der vom damaligen Präsidenten George W. Bush befohlenen Irak-Invasion zum Einsatz gekommen waren. Auch verschiedene Nichtregierungsorganisationen sehen einen nicht bestreitbaren Zusammenhang zwischen der Umweltverseuchung durch die Waffen und den Geburtsschäden. Die Amerikaner weisen die Anschuldigungen zurück. Es gebe keine Studien, die einen solchen Zusammenhang belegten. «Eine Evidenz gibt es nicht», sagt auch der BBC-Reporter. Gemäss den irakischen Behörden gebe es keine Untersuchungen zum Problem. (vin)
Erstellt: 04.03.2010, 15:08 Uhr



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