Drama im Kongo – EU will Truppen schicken
Aktualisiert am 30.10.2008 4 Kommentare
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«Europa ist bereit zu helfen. Wir denken in erster Linie an humanitäre und technische Hilfe», sagte Kouchner am Donnerstag in Paris. Zu diesem Zweck sei auch ein Einsatz der sogenannten «Battle Groups» der EU denkbar.
«Dies bedeutet aber nicht, Soldaten in einen Kampfeinsatz zu schicken», betonte Kouchner, der am Vorabend für die Entsendung von bis zu 1500 Soldaten im Rahmen einer EU-Mission plädiert hatte. Frankreich hat derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne.
EU-Länder unentschlossen
Die EU hatte 2004 den Aufbau der «Battle Groups» mit jeweils etwa 1500 Mann beschlossen, die kurzfristig für Kriseneinsätze - auch humanitärer Art - zur Verfügung stehen sollen. Bislang ist es noch nicht zu einem solchen Einsatz gekommen.
Der zuständige EU-Ausschuss sollte spätestens am Freitag in Brüssel über die Entsendung beraten, sagte Kouchner. Während Belgien den französischen Vorstoss unterstützte, reagierten andere EU-Staaten skeptisch. Deutschland widersetzt sich Diplomaten zufolge dem Vorschlag.
Der UNO-Sicherheitsrat forderte die Truppen des Tutsi- Rebellenführers Laurent Nkunda einstimmig dazu auf, die Kampfhandlungen einzustellen.
Die Vereinten Nationen haben derzeit etwa 17’000 Soldaten im Kongo stationiert. Über eine Aufstockung der Blauhelmtruppe um weitere 2000 Soldaten soll in den kommenden Wochen beraten werden.
Nkunda droht mit Sturm auf Goma
Rebellenführer Nkunda drohte am Donnerstag damit, die Stadt Goma anzugreifen, sollten es den Uno-Soldaten dort nicht gelingen, über Nacht für Sicherheit zu sorgen.
Die Uno-Truppe Monuc habe bislang nicht verhindert, dass fliehende Regierungssoldaten die Bürger von Goma ausraubten und töteten, sagte Nkunda per Telefon der Nachrichtenagentur Reuters.
Nkundas Rebellen hatten am vergangenen Wochenende eine neue Offensive begonnen und das kongolesische Militär innerhalb weniger Tage aus mehreren Städten der Region Nord-Kivu vertrieben. Sie stiessen am Mittwoch bis an den Rand von Goma vor, erklärten daraufhin aber vorerst eine einseitige Waffenruhe.
Nkundas Soldaten kämpfen seit 2004 gegen die kongolesische Armee. Dieser werfen sie vor, mit Hutu-Milizen aus Ruanda zusammenzuarbeiten, die für den dortigen Völkermord von 1994 verantwortlich seien.
Morde und Vergewaltigungen
Trotz der Präsenz von Uno-Soldaten kam es in Goma in der Nacht zum Donnerstag nach Angaben von Journalisten und Hilfsorganisationen zu Plünderungen und Vergewaltigungen. Mehrere Menschen wurden getötet. Die Regierungstruppen in der Stadt seien «ausser Kontrolle», erklärten Uno-Vertreter.
Die schweren Kämpfe zwischen den Rebellen und der kongolesischen Armee lösten eine Massenflucht von mindestens 250'000 Zivilisten aus, die teilweise auch nach Uganda und Ruanda flohen. Tausende Flüchtlinge, die Goma erst in den vergangenen Tagen erreicht hatten, versuchten, die Stadt zu verlassen.
Die EU stellte vier Millionen Euro Nothilfe für die Flüchtlinge bereit. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) sprach von einer katastrophalen Lage im Osten des Kongo. Ein Spital in Goma sei geplündert worden, sagte ein IKRK-Sprecher. (cpm/ap)
Erstellt: 30.10.2008, 21:21 Uhr
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4 Kommentare
Wenn die UNO und ganz Europa wirklich bereit wäre zu helfen, so müsste man den Grund für die Flucht der Leute bekämpfen. Es gäbe gar keine Flüchtlingslager aufzubauen und zu versorgen, wenn die Leute zu Hause blieben. Dies hingegen bedeutet für Sicherheit zu sorgen. Und dafür müsste man diese despotischen Kriegsherren sehr entschlossen und direkt militärisch bekämpfen. Diese Kämpfer sind Banditen. Antworten
Bekanntlich, geht es im Konflikt um Macht aber vor allem um Ressourcen für uns, westliche Länder. Wenn ich dabei bedenke, dass wir "mit Leichtigkeit" Milliarden ausgeben um unsere Wirtschaft-Bastion noch weiter zu festigen wird mir schlecht. Stattdessen könnten wir nachhaltig in Bildung investieren und so etwas für mehr Gerechtigkeit sorgen. Ich schäme mich nichts gegen solche Konflikte zu tun. Antworten
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