Ein Debakel in Afghanistan
Zertifikat zum Start: Ein italienischer Isaf-Offizier übergibt einem afghanischen Soldaten seine Urkunde. (Bild: Keystone )
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Bei dem Einsatz, mit dem die afghanischen Streitkräfte eigentlich ihre Schlagkraft unter Beweis stellen wollten, habe es zahlreiche Opfer und Gefangene gegeben, berichtete die «New York Times» am Freitag unter Berufung auf einen amerikanischen Vertreter in Afghanistan. Der offensichtliche Fehlschlag zeige, «dass hier noch viele Lektionen gelernt werden müssen», zitierte die Zeitung den namentlich nicht genannten US-Vertreter. Bedrängt von den Taliban hätten die afghanischen Kommandeure Hilfe von ausländischen Soldaten anfordern müssen.
«Es gibt mehrere getötete und vermisste Soldaten», zitierte das Blatt die amerikanische Quelle weiter. Der Mann sprach demnach von mindestens zehn getöteten und 20 gefangenen Soldaten. Die intensiven Kämpfe hätten sich in der vergangenen Woche in einer zerklüfteten Region um das Dorf Bad Pakh in der Provinz Laghman ereignet.
Undichte Stellen in der Armee?
Ein Sprecher des afghanischen Verteidigungsministeriums sagte gegenüber der «New York Times», die Pläne für die Offensive seien offenbar an die Taliban verraten worden. Die Taliban-Kämpfer hätten die rund 300 Mann starke Einsatzgruppe der afghanischen Armee in einem Hinterhalt erwartet. Er bezifferte die Zahl der getöteten Soldaten auf sieben; die Zahl der Gefangenen sei nicht bekannt.
Für die Bemühungen der afghanischen Armee, ihre Einsatzbereitschaft zu steigern, bedeutet die fehlgeschlagene Offensive einen herben Rückschlag. Erst in dieser Woche hatte sie bekannt gegeben, zwei Monate früher als geplant die anvisierte Mannschaftsstärke von 134'000 Soldaten zu erreichen. Bis zum Jahr 2014 soll sie die Verantwortung für die Sicherheit im eigenen Land von den Nato-geführten Truppen übernehmen. (raa/afp)
Erstellt: 13.08.2010, 21:16 Uhr
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