Ausland

Frauen dürfen keine Büstenhalter mehr tragen

Von Johannes Dieterich. Aktualisiert am 20.10.2009 32 Kommentare

Unter den radikalen Islamisten weht ein Wind aus dem Mittelalter durch das Kriegsland Somalia.

Unter dem wachsamen Auge der Sittenhüter: Junge somalische Frauen in der Schule.

Unter dem wachsamen Auge der Sittenhüter: Junge somalische Frauen in der Schule.
Bild: Keystone

Die Herrschaft der radikalen Islamistengruppe al-Shabab über weite Teile Somalias treibt immer abstrusere Blüten. Nachdem schon seit geraumer Zeit Kinofilme, Fussballspielen, Tanzen auf Hochzeiten sowie Melodien als Handy-Klingeltöne verboten sind und bereits mehreren angeblichen Dieben zur Strafe eine Hand oder auch ein Fuss abgetrennt wurden, stehen neuestens Büstenhalter im Visier der Sittenwächter.

Jede Frau, die mit Körbchen erwischt wird, werde ausgepeitscht sowie um ihren Oberweitenschutz gebracht, berichten Einwohner von Mogadiscio. Anschliessend müssten sie ihre Brüste schütteln, um den Vollzug des BH-Banns unter Beweis zu stellen. Als Begründung geben die Gottesmänner an, Büstenhalter erfüllten den vom Koran geächteten Tatbestand der «Irreführung».

Morddrohungen

Auch die Medien bekommen den neuen Wind aus dem Mittelalter zu spüren. Radiomoderatoren müssen sich verpflichten, ausser religiösen Liedern keinerlei Musik auszustrahlen und keine Interviews mit «Ungläubigen», also den Mitgliedern der feindlichen Übergangsregierung, zu führen. In Punkt 4 einer jüngst veröffentlichten Handreichung der Al-Shabab-Verwaltung für die Presse heisst es: «Al-Shabab und seine Führung haben im Namen Allahs geschworen, dass – falls ein Journalist oder ein Medienhaus gegen die islamische Verwaltung gerichtete Informationen veröffentlicht – dieser Journalist getötet wird.» Nicht angesagt ist ausserdem, dass Pressevertreter den Sprecher der Islamisten mit der Bitte um eine Stellungnahmen anrufen: Sie hätten darauf zu warten, bis sich dieser von sich aus bei ihnen meldet, um den genauen Wortlaut der zu veröffentlichenden Erklärung durchzugeben.

In der Hafenstadt Kismayo veranstaltete ein regimetreuer Radiosender während des Fastenmonats Ramadan ein Quiz, bei dem es um Fragen des Korans und der somalischen Geschichte ging. Als Preise wurden dabei nicht etwa Korane oder Geschichtsbücher ausgesetzt: Die Gewinner des für Jugendliche zwischen 10 und 25 Jahren gedachten Wettbewerbs erhielten Kriegsgerät. Bei der Preisverleihung am vergangenen Freitag rechtfertigte Scheich Abdullahi Alhaq die ungewöhnliche Belohnung: «Wir wollen die jungen Männer für eine Teilnahme am Heiligen Krieg gegen die Feinde Allahs gewinnen.» Den ersten Preis erhielt ein 17-Jähriger. Er durfte ein russisches Sturmgewehr, zwei Handgranaten, einen Computer und eine Anti-Panzer-Mine mit nach Hause nehmen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 20.10.2009, 04:00 Uhr

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32 Kommentare

Martin Gerber

20.10.2009, 10:17 Uhr
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Das kann alles gar nicht sein! Gemäss linker schweizerischer Doktrin gibt es nur den friedlichen und toleranten Islam! Alle Meldungen über Verfolgung der Andersgläubigen und Verletzungen des Menschenrechts sind laut unseren linken Gutmenschen eine Bösartige Lügenpropaganda der SVP! Vogel Strauss lässt grüssen! Antworten


Nicole Meier

20.10.2009, 10:17 Uhr
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Gehts noch? Das ist doch Unterwäsche! Das sieht eh keiner, da die Frauen dort eh ganz Verhüllt sind. Das ist eindeutig ein Übergriff im Namen einer Religion. Das kann wieder nur von Engstornigen Männern kommen, die keine Ahnung haben. Mit BH, wird die Weiblichkeit eher Diskret gemacht, als das sie Proviziert. Oder fehlt den Männer das Geld was ein BH koste, im Teehaus? Antworten



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