Ausland
Fünf entführte Hilfswerk-Mitarbeiter in Afghanistan befreit
Aktualisiert am 02.06.2012 2 Kommentare
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In Afghanistan sind fünf entführte Entwicklungshelfer von Soldaten befreit worden. Die Entführten seien wohlauf, teilte der zuständige Vize-Gouverneur der nordöstlichen Provinz Badachschan, Schamsul Rahman Schams, heute mit.
Die Entführer, die einer kriminellen Gruppe angehörten, seien bei der Operation getötet worden. In ersten Meldungen war von fünf getöteten Entführern die Rede, später wurde die Zahl mit sieben angegeben.
Die Geiselnahme sei heute vor Morgengrauen beendet worden, sagte der Kommandant der Nato-geführten ISAF-Truppe in Afghanistan, John Allen. Das afghanische Innenministerium habe die Bündnissoldaten bei der Befreiungsaktion unterstützt, erklärte Allen.
Kommandoaktion der Nato
Laut einem Nato-Sprecher war ein Rettungsteam per Helikopter zu dem Versteck der Entführer im Norden Afghanistans aufgebrochen und bestätigte, dass die Geiseln dort seien. «Die Geiselnehmer waren bewaffnet mit schweren Maschinengewehren, Panzerfäusten und AK-47s», sagte der Sprecher.
Die beiden Ärztinnen aus Grossbritannien und Kenia sowie drei Einheimische seien bei guter Gesundheit, hiess es. Sie waren vor anderthalb Wochen in der Provinz Badachschan verschleppt worden. Vier der Verschleppten arbeiten für das Hilfswerk Medair mit Sitz in Ecublens VD.
Nach Angaben der afghanischen Behörden waren die Entführten in Gulati gefangen gehalten worden, einer Ortschaft im Bezirk Schahri Busurg. Die gebirgige und bewaldete Gegend liegt nahe der Grenze zu Tadschikistan im äussersten Norden Afghanistans.
Von Taliban unterstützt
«Zumeist Schmuggler halten sich in diesen Regionen auf, doch natürlich werden sie von den Taliban unterstützt», sagte Rahman. Eine Gruppe von Afghanen habe sich nach Gulati aufgemacht, um mit den Entführern zu verhandeln.
«Basierend auf Geheimdienstberichten, die den afghanischen Truppen vorlagen, wurde eine erfolgreiche Operation durchgeführt, die mit der Freilassung der Geiseln und der Tötung der Entführer endete», erklärte Rahman.
Die Entwicklungshelfer waren vom Distrikt Yaftal zum Distrikt Raghestan unterwegs gewesen, als Bewaffnete sie stoppten und verschleppten. Die Gruppe war mit Pferden auf dem Rückweg aus einer Bergregion an der Grenze zu Tadschikistan, als sie von den bewaffneten Männern entführt wurden.
Relativ friedliche Region
Die Hilfsorganisation Medair ist nach eigenen Angaben seit 1996 in Afghanistan tätig. Derzeit arbeiteten 15 internationale und 175 einheimische Mitarbeiter für das Hilfswerk, heisst es auf der Homepage.
Die Provinz Badachschan ist relativ friedlich. Allerdings waren im August 2010 im Grenzgebiet zwischen Badachschan und der unruhigeren Provinz Nuristan zehn Ärzte und Helfer getötet worden, die für die christliche Hilfsorganisation International Assistance Mission (IAM) gearbeitet hatten.
In der schwer zugänglichen Bergregion hatte es in diesem Jahr einen äusserst schweren Winter gegeben, auf den im Frühjahr heftige Überschwemmungen und Lawinenunglücke folgten. Seit März wurden dabei im Norden und Osten Afghanistans mehr als 300 Menschen getötet. (rbi/sda)
Erstellt: 02.06.2012, 10:01 Uhr
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2 Kommentare
Was den UNO Interventions Gegnern zeigen sollte, dass jegliche Hilfe beim Wiederaufbau von Afghanistan ohne Sicherheitstruppen unmöglich wäre.
A propos: Neben vielen Schulen auch für Mädchen wurde soeben eine Kegelbahn, wo auch Frauen mitspielen, eröffnet.
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