Gaza wartet auf die Milliarden

Die Weltgemeinschaft hat Milliarden an Hilfsgeldern versprochen. Bislang ist im Gazastreifen jedoch praktisch nichts davon eingetroffen.

Während des jüngsten Konflikts wurden tausende Häuser zerstört: Ein zerbombtes Viertel von Gaza Stadt. (24. September 2014)

Während des jüngsten Konflikts wurden tausende Häuser zerstört: Ein zerbombtes Viertel von Gaza Stadt. (24. September 2014) Bild: Keystone

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Nur zwei Prozent der bei einer Geberkonferenz im Oktober versprochenen Hilfsleistungen sind bislang im Gazastreifen angekommen. Das sagten palästinensische Vertreter aus Politik und Nichtregierungsorganisationen am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Gaza.

Die Situation im Gazastreifen könne «jeden Moment explodieren, wenn die Geldgeber, die Vereinten Nationen und Israel den Wiederaufbau nicht beschleunigen», hiess es.

Die Parteien kritisierten auch die langsame Verteilung der vorhandenen Gelder. Um eine Hilfszahlung zu bekommen, sind viele bürokratische Schritte nötig. Dies sei «erniedrigend, langsam und behindere den Wiederaufbau».

50 Tage Krieg

Der Gaza-Krieg zwischen Israel und den Palästinensern hatte 50 Tage gedauert. Ende August einigten sich die Konfliktparteien auf eine unbefristete Waffenruhe.

Während des Konflikts wurden nach Angaben der UNO-Nothilfeorganisation OCHA rund 18'000 Häuser zerstört oder schwer beschädigt. Bei der Geberkonferenz im Oktober hatten die EU, die USA und arabische Staaten Hilfe in Höhe von 5,4 Milliarden Dollar zugesagt. (ldc/sda)

(Erstellt: 23.12.2014, 16:42 Uhr)

Abbas droht

Palästinenserpräsident Abbas will jegliche Zusammenarbeit mit der israelischen Regierung abbrechen, sollte der UNO-Sicherheitsrat keine Resolution für ein Ende der israelischen Besatzung in den Palästinensergebieten beschliessen.

«Wenn die beim Sicherheitsrat eingereichte arabisch-palästinensische Initiative, die die Besatzung beenden soll, nicht beschlossen wird, werden wir gezwungen sein, die notwendigen politischen und rechtlichen Entscheidungen zu fällen», wurde Abbas am Dienstag während eines Algerien-Besuchs von der algerischen Nachrichtenagentur APS zitiert.

«Wenn es scheitert, werden wir uns nicht mehr mit der israelischen Regierung auseinandersetzten, die dann gezwungen ist, ihre Verantwortung als Besatzer zu übernehmen», fügte der Palästinenserpräsident hinzu.

Die Drohung könnte sich insbesondere auf die Sicherheitskooperation zwischen Israel und den Palästinensern auswirken. Über einen entsprechenden Schritt Abbas' wird spekuliert, seit ein palästinensischer Funktionär Anfang Dezember bei Zusammenstössen mit israelischen Soldaten bei Ramallah ums Leben gekommen war. (sda)

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