«Ghadhafi ist gestorben, wie er sein Land regiert hat»
Aktualisiert am 21.10.2011 241 Kommentare
(wid/mrs)
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22:10 Uhr
Nato Einsatz wahrscheinlich bis Ende Oktober
Nach dem Tod von Muammar al-Ghadhafi und dem Fall seiner letzten Bastion Sirte will die Nato ihren Einsatz in dem nordafrikanischen Land Ende Oktober beenden. Die Allianz werde bis zum 31. Oktober ihre Operation nach und nach zurückfahren, sagte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen in Brüssel. Allerdings sei diese Entscheidung des Nato-Rates vorläufig. Der endgültige Beschluss werde in der kommenden Woche gefällt. Bis dahin werde die weitere Entwicklung der Lage abgewartet. «Ich bin sehr stolz auf das, was wir erreicht haben», sagte Rasmussen. Dies sei auch in der Geschichte des Bündnisses «ein besonderer Moment».
Die Nato hatte Ende März das Kommando über den internationalen Militäreinsatz in Libyen übernommen und seitdem über 26'000 Lufteinsätze geflogen. (dapd/sda)
Bild: Ein Rafale Kampfjet mit lasergesteuerten Bomben auf dem französischen Flugzeugträger Charles de Gaulle. (13. April 2011) -
21:37 Uhr
«Vollständige Befreiung Libyens am Sonntag»
Ein ranghohes Mitglied des libyschen Nationalen Übergangsrats sagte: «Wir werden die vollständige Befreiung Libyens am Sonntag um 17.00 Uhr auf dem Gerichtsplatz in Bengasi verkünden». Die neue Führung des Landes hatte den Fall der letzten Bastion von Muammar al-Ghadhafi, der Hafenstadt Sirte, zur Bedingung gemacht, um die vollständige Befreiung zu verkünden, mit den Gesprächen zur Bildung einer Übergangsregierung zu beginnen und anschliessend Wahlen anzusetzen.
Jibril reist zu Ghadhafi-Leiche
Die Nummer zwei des Nationalen Übergangsrates, Mahmoud Jibril, begab sich heute nach Misrata, um die Leiche des langjährigen Machthabers zu sehen. Tausende Menschen standen Schlange, um einen Blick auf den im Kühlraum eines Einkaufszentrums aufgebahrten Leichnam zu werfen.
Zur Zukunft des Landes sagte Jibril, es gebe noch zwei Etappen, die bewältigt werden müssten. Dies seien Ghadhafis Sohn Saif al-Islam und der Geheimdienstchef Abdallah Senussi, deren Schicksal noch ungeklärt ist. Beide werden vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag per Haftbefehl gesucht. Über ihren Verbleib kursieren verschiedene Gerüchte. (afp)
Bild: Mahmoud Jibril (im hellen Anzug) mit Begleitern, nachdem er den Leichnam Muammar al-Ghadhafis in Misrata gesehen hat. -
21:21 Uhr
Im Westschweizer Radio (RSR) sagte Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey, sie freue sich für das libysche Volk, doch hätte sie einen Prozess gegen Ghadhafi bevorzugt. Zudem sagte sie, der ehemalige Machthaber sei «gestorben, wie er sein Land regiert hat – im Blut.» (sda)
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19:15 Uhr
Nato streitet über Ende des Einsatzes
Die Nato hat sich einen Tag nach dem Tod Muammar al-Ghadhafi über die Beendigung ihres Libyen-Einsatzes zerstritten. Eigentlich wollten die Nato-Botschafter den Stopp der Operation Unified Protector beschliessen, die den Rebellen zum Sieg gegen das Ghadhafi-Regime verholfen hatte. Doch gab es dagegen bis in den Abend starken Widerstand.
Einige Bündnispartner hielten es «für politisch nicht geboten», unmittelbar nach dem Tod Ghadhafis den Einsatz zu beenden, verlautete aus Diplomatenkreisen. Sie wollten eine Erklärung abwarten, die der Nationale Übergangsrat am Samstag zur Zukunft Libyens abgeben wolle. Bis zum Abend blieb unklar, ob noch heute eine Entscheidung fallen würde. (dapd) -
17:45 Uhr
Ghadhafi im Kühlraum
Die Leiche von Muammar al-Ghadhafi ist in den Kühlraum eines Einkaufszentrums in der Nähe von Misrata gebracht worden. Die Leiche wurde auf eine Matratze gelegt, während sich vor dem Raum etwa 30 Menschen einfanden, um einen Blick auf Ghadhafi zu werfen (im Bild), wie ein AFP-Fotograf berichtete.
Nach Angaben eines Sprechers des Militärrats in Misrata sollen noch DNA-Tests vorgenommen werden, bevor Ghadhafi beigesetzt wird. Die Tests könnten demnach zwei Tage in Anspruch nehmen. Der Informationsminister der neuen libyschen Führung, Mahmud Shamam, hatte zuvor erklärt, es sei unklar, wann und wo die Leiche des langjährigen libyschen Machthabers beigesetzt werden soll. Noch sei keine Entscheidung über die Bestattung getroffen worden.
Am Donnerstagabend hatte der Nationale Übergangsrat zunächst erklärt, die Leiche solle nach einer Autopsie an einem unbekannten Ort beerdigt werden. Die neue Führung will vermeiden, dass Ghadhafis Grab zur Pilgerstätte für letzte Anhänger wird. (afp) -
17:20 Uhr
Unesco warnt vor Plünderung
Die UN-Kulturorganisation Unesco hat nach dem Ende der schwersten Kampfhandlungen in Libyen vor einer Plünderung der Welterbestätten gewarnt. Die archäologischen Ausgrabungen seien bei den Kämpfen nur wenig beschädigt worden, sagte der stellvertretende Unesco-Leiter Francesco Bandarin bei einer Libyen-Konferenz in Paris. Allerdings gebe es nun die Gefahr von Plünderungen.
«Wir haben in anderen Fällen wie Irak und Afghanistan gesehen, dass die Zeit nach dem Konflikt am gefährlichsten ist, weil es da viele Waffen, viele bewaffnete Gruppen und viel Unsicherheit gibt», fügte Bandarin hinzu. In Libyen liegen fünf Welterbestätten, darunter die griechischen Ruinen von Kyrene, die alte Wüstenstadt Ghadames und die Überreste der römischen Stadt Leptis Magna. (afp)
Bild: Zwei Touristen vor dem Zeustempel in Kyrene. (2007) -
16.45 Uhr
Krankenschwester in «tiefer Trauer»
Der Tod des libyschen Diktators Muammar al-Ghadhafi hat bei seiner ukrainischen Krankenpflegerin Oksana Balinskaja «tiefe Trauer» ausgelöst. Genauso wie ihre fünf ebenfalls aus der früheren Sowjetrepublik stammenden Kolleginnen könne sie Ghadhafi nicht hassen, wurde die 25-Jährige heute von Medien in Kiew zitiert.
«Er gab uns Arbeit und bezahlte uns gut», sagte sie. «Wir haben nur positive Gefühle für ihn.» Wegen der schlechten Bezahlung in der Ukraine waren die Frauen vor Jahren über eine Vermittlungsagentur nach Libyen gewechselt.
Sie hatten laut Balinskaja 24 Stunden Dienst, wurden dafür aber von Ghadhafi reich beschenkt - etwa mit Einkaufstouren durch Luxus- Boutiquen oder goldenen Uhren. Fotos der Pflegerinnen in Tripolis waren um die Welt gegangen.
Der Chefin des Teams, Galina Kolotnizkaja, sagten US-Diplomaten nach Angaben des Enthüllungsportals Wikileaks eine «romantische Beziehung» zu Ghadhafi nach. Balinskaja war im Februar nach Kiew geflohen. Nun wolle sie nach Libyen zurückkehren, sagte sie. -
16.09 Uhr
Saif al-Islam lebendig gefasst
Entgegen den ursprünglichen Angaben soll Ghadhafi-Sohn Saif al-Islam doch nicht tot sein, wie der arabische Fernsehsender Al-Arabija berichtet. Der prominente Sohn des einstigen libyschen Machthabers soll in Slitan, 160 Kilometer östlich von Tripolis, festgenommen worden sein. (mrs) -
15.30 Uhr
Der Alt-Nationalrat und Libyen-Kenner Georg Stucky traut den Libyern kaum zu, dass sie es schaffen bald in ein geordnetes überzugehen. Die Ordnung unter Gaddafi wird den Libyern fehlen:
(Quelle: Keystone) -
14.30 Uhr
Nato griff Konvoi von Muammar al-Ghadhafi an
Nato-Kampfflugzeuge haben gestern den Konvoi des flüchtenden libyschen Ex-Machthabers Muammar al-Ghadhafi bombardiert, ohne zu wissen, dass Ghadhafi in einem der Fahrzeuge sass. Dies geht aus einer heute von der Nato veröffentlichten Darstellung der Ereignisse hervor.
Demnach sei von den Nato-Flugzeugen ein Konvoi von etwa 75 Militärfahrzeugen in der Nähe der Stadt Sirte entdeckt worden. Zunächst sei ein einziges Fahrzeug beschossen worden, «um die Bedrohung zu verringern».
Daraufhin habe sich der Konvoi aufgeteilt, die gepanzerten Fahrzeuge seien in verschiedene Richtungen gefahren. Sie seien mit «einer erheblichen Menge von Waffen und Munition beladen» gewesen. Eine Gruppe von 20 Fahrzeugen sei dann mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Süden gefahren. Nato-Flugzeuge hätten daraufhin auf diese Fahrzeuge geschossen und etwa 10 davon zerstört.
«Zur Zeit des Angriffs wusste die Nato nicht, dass sich Ghadhafi in dem Konvoi befand», heisst es in der Mitteilung der Nato. «Das Eingreifen der Nato war ausschliesslich durch die Verringerung der Bedrohung für die Bevölkerung begründet.»
«Wir haben später durch offene Quellen und durch Aufklärung von Verbündeten erfahren, dass sich Ghadhafi im Konvoi befand und der Angriff wahrscheinlich zu seiner Gefangennahme beigetragen hat», heisst es in der Nato-Mitteilung. Das Bündnis machte keine Angaben über die Nationalität der beteiligten Flugzeuge. (sda) -
14.00 Uhr
Sarkozy ruft zur Versöhnung auf
Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat «zur Vergebung und Versöhnung» in Libyen aufgerufen. Sarkozy sagte heute in Paris im Hinblick auf den Tod des früheren Machthabers Muammar al-Ghadhafi, man dürfe «sich niemals über den Tod einen Menschen freuen, egal, was er getan hat». In militärischer Hinsicht näherten sich nach Ghadhafis Ende die Kämpfe in Libyen ihrem Ende, erklärte Sarkozy. (dapd)
Bild: Der französische Präsident Nicolas Sarkozy. -
12.32 Uhr
Markwalder zum Tod von Ghadhafi
Christa Markwalder, Präsidentin der Ausenpolitischen Kommission des Nationalrats, hat zum Ende von Ghadhafi Stellung bezogen. Für die Schweiz hofft sie, dass Libyen ein wichtiger Verhandlungspartner wird in der Frage der Migration:
(Quelle: Keystone) -
12.14 Uhr
UNO-Menschenrechtskommissariat fordert Untersuchung zu Ghadhafis Tod
Nach dem Tod des langjährigen libyschen Machthabers Muammar al-Ghadhafi hat UNO-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay eine Untersuchung seiner Todesumstände gefordert. Diese seien weiter unklar, sagte heute Pillays Sprecher Rupert Colville.
Zwei am Donnerstag verbreitete Handy-Videos, die offenbar zeigten, wie Ghadhafi lebend gefasst wurde, seien «sehr beunruhigend». Es müsse daher eine Untersuchung geben.
Videoaufnahmen, die von den arabischen Fernsehsendern Al-Arabija und Al-Jazeera ausgestrahlt worden waren, zeigten Gaddafi nach seiner Festnahme lebend inmitten von Kämpfern des libyschen Übergangsrats. (sda) -
11.58 Uhr
Beisetzung verzögert sich wegen Ermittlungen zum Tod
Die ursprünglich für heute geplante Beisetzung des getöteten früheren libyschen Machthabers Muammar al-Ghadhafi wird bis zum Abschluss von Untersuchungen zu den Umständen seines Todes verschoben. Das teilte ein Mitglied des Nationalen Übergangsrats, Mohamed Sajeh, mit. Der Internationale Strafgerichtshof werde den Fall untersuchen. Ghadhafis Leiche sei immer noch in Misrata, wohin sie gestern nach der Eroberung von Sirte gebracht wurde. (sda) -
10.52 Uhr
Mediziner untersucht Leichnam
Ex-Diktator Muammar al-Ghadhafi starb nach Einschätzung eines Arztes durch «Schüsse aus nächster Nähe in Kopf und Bauch». Ein Mediziner im Spital von Misrata, der Ghadhafis Leiche untersucht habe, sei zu diesem Schluss gelangt, berichtete heute der arabische Nachrichtensender Al-Arabija.
Dies könnte auf eine Hinrichtung nach der Gefangennahme hindeuten. Ein Kämpfer der Nationalrats-Milizen, der nach eigenen Angaben am Donnerstag bei Ghadhafis Festnahme in Sirte dabei war, stellte die Situation am Freitag in einem Gespräch mit dem Nachrichtensender Al-Jazeera anders dar.
Nach einem heftigen Feuergefecht mit seinen Leibwächtern am Zugang zu dem Abwasserrohr, in dem er sich versteckt hielt, habe sich Ghadhafi ohne weitere Schwierigkeiten festnehmen lassen, sagte der Milizionär Osama al-Tajib.
«Wir übergaben ihn dem Sicherheitskomitee», führte er weiter aus. «Doch dann brach ein Gefecht zwischen den Ghadhafi-Loyalisten und den Revolutionären aus.» Ghadhafi sei dabei durch Schüsse an Kopf und Brust getroffen worden. «Wir legten ihn einen Ambulanzwagen, ein Arzt machte Wiederbelebungsversuche, aber er starb.» (sda) -
10.13 Uhr
Übergangsrat soll Obduktion ablehnen
Unklarheit herrscht immer noch darüber, wie und von wem genau Ghadhafi ermordet wurde. Aufklärung könnte eine Obduktion der Leiche ergeben, war jedoch der libysche Übergangsrat ablehnt, wie Spiegel online berichtet.
Dies nährt den Verdacht, dass der ehemalige libysche Machthaber kaltblütig von Soldaten des Übergangsrats hingerichtet wurde. Gerüchte zufolge, soll Ghadhafi mit einem Kopfschuss und aus nächster Distanz getötet worden sein. (mrs)
Bildlegende: Die Leiche von Muammar al-Ghadhafi wird am Donnerstagabend in einem Haus in Misrata der Öffentlichkeit präsentiert. (Reuters) -
9.24 Uhr
Kein Seegrab für Ghadhafi
Was geschieht mit der Leiche Ghadhafis? Möglich wäre, dass seine Familie Anspruch erhebt. Die Leiche des Ex-Machthabers wurde jedoch von den Rebellen verschleppt.
Laut AFP-Fotografen befand sich die Leiche gestern Abend in einem Haus in Misrata – gemeinsam mit seinem ebenfalls in Sirte getöteten Sohn Mutassim. Die Leiche lag mit nacktem Oberkörper und blutverschmiertem Bauch da.
Wie Focus berichtet, soll die Leiche nun in eine Moschee gebracht worden sein. Laut Reuters Afrika soll heute eine schnelle, im Geheimen stattfindende Beerdiungszeremonie stattfinden.
Dass Ghadhafi ein Seegrab erhält wie Osama bin Laden ist eher unwahrscheinlich. Denn das Regime war zu brutal, als dass sein Grab zu einer Pilgerstätte für Anhänger werden könnte. Eine Grabstätte erscheint somit wahrscheinlicher.
Die islamische Tradition verlangt, dass der Tote so bald als möglich bestattet wird. Laut dem Imam Dr. Abduljalil Sajid muss bei der Beerdigung kein Imam anwesend sein. Die Zeremonie sollte allerdings von Muslimen ausgeführt werden. Die Zeremonie beinhalte eine Waschung, danach werde der Leichnam in weisse Tücher gewickelt und rituelle Gebete gesprochen. (kle)
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9.06 Uhr
«Der Iran begrüsst diesen grossen Sieg»
Der Iran hat den Tod des gestürzten libyschen Machthabers Muammar al-Ghadhafi begrüsst und ein sofortiges Ende des Nato-Einsatzes in dem Land gefordert. «Das unausweichliche Schicksal aller Diktatoren und Unterdrücker, die die Rechte der Völker nicht respektieren, ist die Zerstörung», erklärte Außenamtssprecher Ramin Mehmanparast laut der Nachrichtenagentur Irna.
«Der Iran begrüsst diesen großen Sieg und gratuliert dem muslimischen libyschen Volk sowie dem Nationalen Übergangsrat.» Nun gebe es für die Nato «keinen Vorwand mehr» für ihren Militäreinsatz in Libyen, hiess es weiter. Es sei daher nötig, dass die Truppen «umgehend abziehen, damit das libysche Volk seine Zukunft selbst bestimmen kann».
Der Iran hatte den Volksaufstand gegen Gaddafi unterstützt, den Nationalen Übergangsrat jedoch nicht als Vertretung des Landes anerkannt. Gaddafi wurde am Donnerstag bei Kämpfen um seine Geburtsstadt Sirte an der Mittelmeerküste getötet. -
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Ghadhafi wurde lebend gefasst
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8:44 Uhr
Ghadhafis ehemalige Krankenschwester trauert
Die ukrainische Krankenschwester Oksana Balinskaja, die Muammar al Gaddafi mehr als 20 Jahre lang betreut hat, trauert um den getöteten libyschen Staatschef. Die «Kyiw Post» zitierte Balinkskaja heute mit den Worten: «Ich bin traurig, dass an seinem letzten Tag niemand bei ihm war. Er war ein Held.» Die Ukrainerin war zwei Jahrzehnte lang Teil von Gaddafis Gefolge und erst im Februar wegen des Bürgerkriegs aus Libyen in ihre Heimat zurückgekehrt. (dapd)
Bild: Ghadhafis Krankenschwester Oksana Balinskaja. -
8:31 Uhr
Das staatliche Fernsehen hat inzwischen auch den Tod von den Ghadhafi-Söhnen Saif al-Islam und Mutassim bestätigt, wie Spiegel online berichtet. Ausserdem sollen sich auch Ghadhafis Geheimdienstchef Abdullah al-Senussi und Verteidigungsminister Abu Bakr Junis unter den Opfern befinden.
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Jubel in Sirte – Details über Ghadhafis Tod unklar
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6.52 Uhr
«Das hätte die Region über Jahre hin verunsichern können»
Mit dem Tod des libyschen Machthabers Muammar al Ghadhafi ist nach Ansicht des Genfer Soziologen Jean Ziegler möglicherweise ein langjähriger gewaltsamer Konflikt in der Region verhindert worden.
Ghadhafi habe noch über unglaublich viel Geld verfügt und hätte damit im Süden Libyens mit Tuareg-Söldnern einen eigenen Staat aufbauen können. «Das hätte die gesamte Region über Jahre hin verunsichern und den Aufbau in Libyen gefährden können», sagte Ziegler. Er sei froh, dass Ghadhafi nicht mehr agieren könne, doch habe er gehofft, dass er lebend gefangen und vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zur Rechenschaft gezogen würde. (dapd)
Bild: Der Genfer Soziologe Jean Ziegler. (Reuters) -
6.24 Uhr
«Das Ende unserer Arbeitist näher gerückt»
Die Nato will heute über ein Ende der Luftangriffe in Libyen beraten. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen erklärte nach dem Tod des früheren libyschen Machthabers Muammar al-Ghadhafi gestern, ein Ende des Einsatzes sei «sehr viel näher gerückt». Eine Entscheidung werde gemeinsam mit den UN und dem libyschen Nationalen Übergangsrat gefällt. Aus Diplomatenkreisen verlautete, beim Treffen am Freitag werde entschieden, wann und wie die Operation eingestellt werde. Wenn die Nato-Kommandeure befänden, dass eine Fortsetzung nicht länger nötig sei, könnten die Angriffe schon am Freitag oder Samstag eingestellt werden, hiess es. (dapd)
Bild: Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen. (Keystone) -
6.13 Uhr
Neuer Übergangsregierung in 30 Tagen
Der Vorsitzende des Exekutivrates des Übergangsrates, Mahmud Jibril, sagte gestern Abend nach Angaben des Nachrichtensenders Al Jazeera, die neuen Machthaber wollten an diesem Samstag offiziell den Beginn der Übergangsphase auf dem Weg zu einem demokratischen Staat verkünden.
Der Vorsitzende des Übergangsrates, Mustafa Abdul Jalil, wolle dies in Sirte, der Heimatstadt von Ex-Diktator Ghadhafi tun. Dann werde binnen 30 Tagen eine neue Übergangsregierung gebildet. Acht Monate später solle dann ein Nationalkongress einberufen werden, um die Weichen für einen kompletten Neuanfang zu stellen.
Jibril erklärte den Angaben zufolge, der Übergangsrat habe am Donnerstag, nachdem Ghadhafi getötet worden sei, Kontakt mit dem Internationalen Strafgerichtshof aufgenommen. Das Gericht habe die Libyer gebeten, Ghadhafi vorerst nicht zu begraben, damit der Leichnam untersucht werden könne.
Der Übergangsrat habe jedoch anders entschieden. Allerdings hätten Ärzte Haar- und Gewebeproben von der Leiche genommen, um keine Zweifel an der Identität des Getöteten aufkommen zu lassen.
Durch Kopfschuss getötet
Die Umstände von Ghadhafis Tod bleiben weiter unklar. Nach Angaben des Nationalen Übergangsrats wurde der Herrscher nach seiner Festnahme in der umkämpften Küstenstadt Sirte bei einer Schiesserei durch einen Schuss in den Kopf getötet.
«Als er gefunden wurde, war er bei guter Gesundheit und hatte eine Waffe», sagte Dschibril. Er sei anschliessend auf einen Pickup gebracht worden.
Als das Fahrzeug losfuhr, sei jedoch eine Schiesserei ausgebrochen, bei dem er einen Schuss in den Kopf erhalten habe. Bis zu seinem Eintreffen im Spital in Misrata sei er noch am Leben gewesen, sagte Jibril.
Am Abend befand sich die Leiche Ghadhafis sowie die seines ebenfalls in Sirte getöteten Sohnes Mutassim in einem Haus in der weiter westlich gelegenen Küstenstadt Misrata, wie zwei AFP- Fotografen berichteten. Die Leiche lag demnach mit entblösstem Oberkörper und blutverschmiertem Bauch da.
Augenzeugen berichteten, die Leiche Ghadhafis zuvor in einem Einkaufszentrum gesehen zu haben. Nach Bekanntwerden seines Todes hatte es in der Stadt, die monatelang von Ghadhafis Truppen belagert worden war, spontane Freudenfeiern gegeben. (sda) -
Was gestern geschah
Verfolgen Sie hier die Berichterstattung von gestern.
Erstellt: 21.10.2011, 09:19 Uhr
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241 Kommentare
Ghadaffi-Bewunderer Jean Ziegler würde besser schweigen. Er, der jeden Gangster unterstützt, solange er nur gegen den Westen ist, hat Ghadaffi jahrelang hofiert und sich immer wieder positiv über ihn geäussert. Als geschickter Wendehals hat er bei Ausbruch der Revolution schnell die Seite gewechselt, ziemlich schäbig! Antworten
Er wollte die Schweiz aufteilen! Am Ende wurde er selbst aufgeteilt. Kann kein Bedauern für diesen Feind der Schweiz empfinden. Er hat das bekommen was er verdient hat. Ob das was nachfolgt besser ist, wage ich zu bezweifeln. Ist halt ein arabisches Land! Da darf man keine Demokratie und Freiheit erwarten. Dafür ist der Islam zu dominant! Antworten
Ausland
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Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.




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