Ghadhafi rüstet sich für seinen Endkampf
Aktualisiert am 02.09.2011 11 Kommentare
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Während der libysche Übergangsrat beim Aufbau des zerstörten Landes auf bislang eingefrorenes Geld in Milliardenhöhe bauen kann, meldet sich Ghadhafi zu Wort: Der untergetauchte Diktator will nicht aufgeben.
Er hat gestern Abend über zwei verschiedene Audio-Botschaften zu seinen Anhängern gesprochen. «Wir werden in jedem Tal, in jeder Strasse, in jeder Oase und jeder Stadt kämpfen», habe Ghadhafi mit Blick auf die Stämme in seiner Geburtsstadt Sirte und der Wüstenstadt Bani Walid gesagt.
Einen Teil seiner Gelder dürfte hingegen dem Übergangsrat zufliessen. Bei der Libyen-Konferenz gestern in Paris kündigte der französische Präsident Nicolas Sarkozy an, dass 15 Milliarden Dollar freigegeben würden, die bislang im Rahmen von Sanktionen gesperrt waren.
Darunter befinden sich Guthaben in Höhe von einer Milliarde Euro allein in Deutschland und eineinhalb Milliarden Euro aus Frankreich. Insgesamt drei Milliarden Dollar entfallen auf die USA und Grossbritannien. Insgesamt sollen knapp 120 Milliarden Euro libyscher Gelder im Ausland geparkt sein.
«Welt hat auf Libyen gesetzt»
Der Vorsitzende des Übergangsrates, Mustafa Abdel Jalil, versprach den Vertretern von etwa 60 Staaten und Organisationen, dass sie nicht enttäuscht würden. «Die Welt hat auf die Libyer gesetzt. Und die Libyer haben ihren Mut gezeigt und ihren Traum verwirklicht», sagte Jalil.
Er und Übergangsregierungschef Mahmoud Jibril erläuterten Pläne, Libyen innerhalb von 18 Monaten eine Verfassung zu geben und Wahlen durchzuführen. Die Mitglieder des Übergangsrates wollen sich vier Jahre lang nicht um ein politisches Amt bewerben, wie ein Sprecher des Gremiums sagte.
Kein zweiter Irak
Der Westen will schnelle Hilfe für Libyen organisieren, um eine Wiederholung der im Irak gemachten Fehler zu vermeiden. Dort hatten die Westmächte kein schlüssiges Wiederaufbau-Konzept. Die Folge war eine Welle der Gewalt. «Wir müssen dem Nationalen Übergangsrat helfen, weil das Land verwüstet ist», sagte der französische Aussenminister Alain Juppé vor dem Treffen.
Viele Länder der internationalen Gemeinschaft haben den Übergangsrat der Rebellen bereits als legitimen Vertreter des libyschen Volkes akzeptiert. Auch die Schweiz anerkennt das Gremium als Ansprechpartner. Zwar unterstützen auch 18 der 54 Mitgliedsstaaten der Afrikanischen Union den Übergangsrat. Allerdings hat der Staatenbund als Ganzes die Aufständischen bisher noch nicht anerkannt.
Weichen gestellt
In den nächsten Tagen werden in Frankreich voraussichtlich auch die Weichen für die umfangreichen Investitionen gestellt, die in Libyen nötig sind. Die französische Zeitung «Liberation» berichtete, Frankreich solle als Belohnung für seine führende Rolle bei den Militärinterventionen Zugriff auf ein Drittel des libyschen Öls bekommen.
Auch die Nachrichtenagentur Reuters konnte ein entsprechendes Schreiben einsehen. Der französische Öl-Konzern Total widersprach. Solche Absprachen gebe es nicht. Der deutsche Energiekonzern RWE kündigte an, mit seiner Ölfördertochter Dea die Arbeit in Libyen wieder aufzunehmen. Der Übergangsrat hat bereits angekündigt, dass bei der Verteilung der Aufträge jene bevorzugt würden, die an führender Stelle beim Kampf gegen Ghadhafi geholfen hätten.
(mrs/sda)
Erstellt: 02.09.2011, 06:40 Uhr
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11 Kommentare
Libyen wird möglicheweise schlimmer als der Irak. Die Clans sind zerstritten, nur sagen das die EU Medien nicht, dammit der Krieg weiter gut da steht. Die arab. Länder rieben sich die die Hände, als ein " Visionär " wie Sarkozy hier die Finger verbrannte.Es ist eine Illusion zu glauben die EU hätte "Gutes " getan. Eine Demokratie lässt sich nicht "bringen".Wir zerstörten ein souveränes Land. Antworten
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