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Ghadhafis Kämpfer sind zurück

Aktualisiert am 23.01.2012 51 Kommentare

Vorbote eines libyschen Bürgerkrieges: In einer blutigen Schlacht haben Anhänger des getöteten Diktators dessen ehemalige Hochburg Bani Walid wieder eingenommen.

Er lässt Libyen nicht los: Teppich mit dem Portrait von Muammar al-Ghadhafi während der Kämpfe in Bani Walid im vergangenen Oktober.

Er lässt Libyen nicht los: Teppich mit dem Portrait von Muammar al-Ghadhafi während der Kämpfe in Bani Walid im vergangenen Oktober.
Bild: AFP

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Libyen nach Ghadhafi

Libyen nach Ghadhafi
Wahlen, Hoffnung und eine neue Freiheit, aber auch Gewalt, Waffenschwemme und Selbstjustiz: Libyen nach dem Tod des Herrschers.

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Drei Monate nach dem Tod des libyschen Ex-Machthabers Muammar al-Ghadhafi haben dessen Anhänger die Wüstenstadt Bani Walid unter ihre Kontrolle gebracht. Bei blutigen Kämpfen mit ehemaligen Rebellen hätten die Ghadhafi-Anhänger die Stadt im Nordwesten eingenommen. Fünf Ex-Rebellen seien getötet worden, sagte ein örtlicher Beamter, der sich in einem von Gaddafi-Getreuen umzingelten Militärstützpunkt der Stadt befand, der Nachrichtenagentur AFP. Unter den Getöteten sei auch der Kommandant der Brigade. Zudem seien etwa 30 Ex-Rebellen verletzt worden.

Gemäss Augenzeugen wurden bei den Kämpfen auch schwere Panzerabwehrwaffen eingesetzt. Die Kämpfe hätten heute Morgen begonnen, als Ghadhafi-Getreue aus Wut über die Festnahme eines ihrer Männer Revolutionskämpfer angegriffen hätten, sagte ein Anwohner.

Nicht der erste Angriff

Die Ghadhafi-Anhänger hatten den Angaben zufolge zunächst den Armeestützpunkt der früheren Rebellen angegriffen. Anschliessend gelang es ihnen, die Kontrolle über die Stadt zu gewinnen. Wie der Sprecher des Stadtrats von Bani Walid erklärte, hissten die Ghadhafi-Kämpfer anschliessend die grüne Flagge aus Ghadhafis Regierungszeit.

Nach Angaben eines Sprechers der Kämpfer des Übergangsrats war der Angriff der Anhänger des alten Regimes nicht der erste in Bani Walid. Nach seinen Angaben waren etwa 150 Pro-Ghadhafi-Kämpfer am Sturm auf die Stadt beteiligt.

Tripolis entsendet Soldaten

Aus der etwa 150 Kilometer entfernten Hauptstadt Tripolis machten sich Soldaten des Übergangsrats auf den Weg, um Bani Walid zurückzuerobern. Ein Vertreter der Luftwaffe erklärte, es würden auch Kampfflugzeuge entsandt. In der Hauptstadt selbst verstärkten die Sicherheitskräfte ihre Präsenz.

Das südwestlich von Tripolis gelegene Bani Walid galt lange als Ghadhafi-Hochburg und war während des monatelangen Volksaufstandes gegen Ghadhafi eine der letzten Bastionen seiner Anhänger. Wenige Tage vor dem Tod des früheren Machthabers Mitte Oktober nahmen Kämpfer des libyschen Übergangsrats die Stadt ein. Die Kämpfe von heute Montag waren die schwersten in Bani Walid seit der «Befreiung» des Landes nach acht Monaten Bürgerkrieg.

Warnung vor Bürgerkrieg

Auch im ostlibyschen Benghazi kam es am Wochenende zu Gewaltausbrüchen. Demonstranten hatten am Samstag den Sitz des Übergangsrats gestürmt und geplündert. Hintergrund der bereits seit Wochen anhaltenden Proteste sind Vorwürfe mangelnder Transparenz und Kritik an der Weiterbeschäftigung von Mitgliedern der gestürzten libyschen Führung unter Muammar al-Ghadhafi.

Gestern Sonntag kündigte der Vizepräsident des Übergangsrats, Abdel Hafez Ghoga, als Reaktion auf die Proteste seinen Rücktritt an. Er hatte besonders in der Kritik gestanden. Der Vorsitzende des libyschen Übergangsrats, Mustafa Abdul Jalil, hat vor neuer Gewalt gewarnt, sollte das Gremium zurücktreten. «Wir treten nicht zurück, weil dies zu einem Bürgerkrieg führen würde», sagte er am Sonntagabend dem Fernsehsender Libya al-Hurra.

Mit Blick auf die Erstürmung des Sitzes des Nationalen Übergangsrates in der ostlibyschen Stadt Bengasi durch Demonstranten sagte Jalil, «unsichtbare Hände» hätten die Protestierer angetrieben. Nähere Angaben macht er aber nicht. Jalil würdigte die Arbeit des zurückgetretenen Ghoga. Dieser habe sein Land über seine Person gestellt. Zudem habe Ghoga sich am Aufstand gegen Ghadhafi beteiligt, als andere sich noch «in Ägypten oder anderswo versteckten». (ami/sda)

Erstellt: 23.01.2012, 22:59 Uhr

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51 Kommentare

urs bilger

23.01.2012, 19:58 Uhr
Melden 75 Empfehlung

Und es ist auch "gut", dass die Menschen ihren eigenen Staat zurück erobern und verteidigen. Soviele Menschen sind von der NATO getötet worden. Libyen war ein äusserst fortschrittlicher Staat. Was Muammar - Gott hab ihn seelig - dort Schlimmes gemacht haben soll, weiss ich nicht und konnte mir bis dato niemand wirklich beweisen. Da gibt es ganz andere Länder, die Menschenrechte mehr malträtieren Antworten


Werner Hebeisen

23.01.2012, 23:24 Uhr
Melden 26 Empfehlung

Der alte Dikdator wurde von Sarkozy und Cameron verjagt, diese grossen Kriegsstrategen ebneten damit den Weg für eine neue Dikdatur die sich möglicherweise abzuzeichnen beginnt.
Das Geschwätz von Demokratie seitens de EU spiegelt in krasser Weise die Unkenntnis der Denkrichtung im arabischen Raum.
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