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Grossoffensive geht in zweite Phase

Aktualisiert am 15.02.2010

Nachdem die Hochburg der Taliban gestürmt wurde, werden sich die Einheiten vor Ort festsetzten und Stützpunkte und Brücken errichten.

(Grafik: Andreas Glutz).

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Die grosse Militäroffensive gegen die radikalislamischen Taliban in Afghanistan könnte noch Wochen weitergehen. Dies sagte US-Brigadegeneral Lawrence (Larry) Nicholson dem US-Fernsehsender CBS am Sonntag. Die Militäroperation in Mardscha in der südafghanischen Provinz Helmand könne möglicherweise noch 30 Tage dauern. Es werde zwar eine sehr lange und mühsame Aufgabe sein, aber er sei «sehr optimistisch», sagte Nicholson. Die Aufständischen hätten mehr Sprengfallen installiert, als die Militärs erwarteten.

Ein britischer Major berichtete von der Front, dass «die harte Arbeit noch zu tun ist». Der Bevölkerung müsse auch bewiesen werden, dass die Soldaten ihnen die nötige Sicherheit bringen könnten. Wie viele Taliban-Kämpfer in der Region Mardscha in der südafghanischen Provinz Helmand seien, sei unklar.

Unter der Führung von US- Marineinfanteristen haben internationale und afghanische Verbände am Montag die Grossoffensive gegen die Taliban im Süden Afghanistans fortgesetzt. Die Zahl der getöteten ausländischen Soldaten erhöhte sich nach NATO-Angaben auf mindestens sieben.

Die Nato-Truppe ISAF teilte am Montag mit, ein weiterer ausländischer Soldat sei in Südafghanistan ums Leben gekommen - ohne jedoch auszuführen, ob dieser im Rahmen der Offensive starb. Auch die Nationalität wurde nicht mitgeteilt.

Zuvor hatte die Nato den Tod von sechs ausländischen Soldaten in Südafghanistan seit Beginn der Offensive mitgeteilt - vier US- Soldaten und zwei Briten. Auf afghanischer Seite kamen mindestens 27 Menschen ums Leben, darunter mindestens 12 Zivilisten bei einem irrtümlichen Raketenbeschuss ihres Hauses.

Rund 15'000 Soldaten sind an dem Einsatz «Muschtarak» (Gemeinsam) in der Unruheprovinz Helmand beteiligt, darunter 4400 afghanische Soldaten. Ziel der grössten Offensive seit dem Sturz des Taliban-Regimes vor neun Jahren ist, die Rebellen aus der Region Mardscha, einem der grössten Opium-Anbaugebiete der Welt, zu vertreiben.

Dauer von mehreren Wochen

Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums verlief die erste Phase der Offensive «planmässig». Die nächste Etappe, in der sich die Einheiten vor Ort festsetzten und Infrastruktur wie Stützpunkte und Brücken errichteten, habe bereits begonnen. Auch der nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, James Jones, sagte, die Offensive gegen die Taliban komme «gut» voran.

Demgegenüber berichtete die «Washington Post», die starke Gegenwehr der Taliban habe die US-Marine-Infanteristen zu sehr vorsichtigem Vorrücken gezwungen. Manchmal habe es Stunden gedauert, um einige hundert Meter weiter zu kommen.

Die «New York Times» schrieb von heftigen Kämpfen am Sonntag in der Gegend um Mardscha. Es stiessen immer mehr Truppen in die Stadt vor. Die Suche nach Aufständischen und Waffenverstecken sei verstärkt worden. Taliban-Sprecher Kari Jussif Ahmad erklärte, die Koalitionstruppen hätten keine Gebiete in der Region Mardscha von den Aufständischen eingenommen.

US-Brigadegeneral Lawrence (Larry) Nicholson räumte gegenüber dem US-Fernsehsender CBS am Sonntag ein, die Operation könne möglicherweise noch 30 Tage dauern. Es werde zwar eine sehr lange und mühsame Aufgabe sein, aber er sei «sehr optimistisch», sagte Nicholson.

Unterstützung zugesagt

Ein britischer Major berichtete von der Front, dass «die harte Arbeit noch zu tun ist». Der Bevölkerung müsse auch bewiesen werden, dass die Soldaten ihnen die nötige Sicherheit bringen könnten.

Bei ihrer Reise in die Golf-Staaten sagte US-Aussenministerin Hillary Clinton Afghanistan denn auch langfristige Unterstützung zu. «Die USA werden Afghanistan nicht im Stich lassen», sagte Clinton beim «US-Islamic World Forum» in Doha.

Auch nach dem Abzug der US-Truppen werde Washington mit einer «zivilen Präsenz» eine «langfristige Partnerschaft» mit Kabul sichern. Zugleich machte Clinton deutlich, dass die USA kein Interesse daran hätten, Afghanistan zu «besetzen». (tan/sda)

Erstellt: 15.02.2010, 14:04 Uhr

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