Hannibal Qadhafi teilt gerne Schläge aus – auch gegen seine Frau
Artikel zum Thema
- Tripolis meldet sich zu Wort: Abkommen wird «umgesetzt»
- Libysche Sicherheitskräfte beschatten Schweizer Botschaft
- Nervenkrieg um die Geiseln in Tripolis – Bangen der Angehörigen in der Schweiz
Chronik der Libyen-Krise
- 26. August 2009
Tripolis meldet sich zu Wort: Auf der Internetseite der staatlichen libyschen Nachrichtenagentur Jana heisst es, das Allgemeine Volkskomitee – die Regierung Libyens – habe die Vereinbarung mit der Schweiz gutgeheissen.
- 25. August 2009
Die Geschäftsleute erhalten am Abend ihre Pässe zurück sowie ein Ausreisevisum. Für die Ausreise fehlt noch die Zustimmung der libyschen Justizbehörde.
- 25. August 2009
Am Mittag hebt der grössere der beiden Bundesratsjets in Bern-Belp ab und landet um 15.30 Uhr auf einem Militärflugplatz bei Tripolis.
- 20. August 2009
Merz entschuldigt sich in Tripolis für die Verhaftung eines Sohnes des libyschen Staatschefs Gaddafi. Beide Länder unterzeichnen einen Vertrag, der die diplomatische Krise beenden soll. Zur Klärung der Umstände der Verhaftung im Juli 2008 in Genf wird ein unabhängiges Schiedsgericht eingesetzt. Gemäss Merz hat Libyen versprochen, dass die Geiseln das nordafrikanische Land bis zum 1. September verlassen können.
- Herbst 2008
Aussenministerin Micheline Calmy-Rey und das EDA versuchen, das Problem zu lösen. Der Botschafter der Schweiz in Libyen macht im Herbst 2008 den Vorschlag, der damalige Bundespräsident Pascal Couchepin solle direkt mit dem libyschen Staatschef telefonieren und verhandeln. Denn Qadhafi lehnte und lehnt ein Gespräch mit der Schweizer Aussenministerin ab – weil diese nicht seinem Rang entspricht. Couchepin wäre dazu auch bereit gewesen. Aber Micheline Calmy-Rey legte sich quer.
- 15. Juli 2008
Seit diesem Tag hält Qadhafi die beiden Schweizer Berner Max Göldi (54) – ein ABB-Mitarbeiter – sowie den 68-jährigen Rachid Hamdani als Reaktion auf die Verhaftung seines Sohnes in Libyen fest. Hamdani arbeitet für eine Schweizer Firma in Tripolis. Der Name ist nicht bekannt. Er soll psychisch stark angeschlagen sein. Die beiden Geiseln sitzen in der Schweizer Botschaft fest und können nicht ausreisen.
- 12. Juli 2008
Hannibal Qadhafi und seine hochschwangere Frau Aline werden im Genfer Hotel Président Wilson verhaftet. Eine Hausangestellte der beiden hatte die Polizei angerufen und gemeldet, sie würden von den Qadhafis geschlagen und wie Sklaven gehalten. Eine Sondereinheit verhaftet den Sohn des libyschen Revolutionsführers in dessen Suite und führt ihn in Handschellen ab. Die Ehefrau wird in ein Spital gebracht. Das Paar kommt zwei Tage später auf Kaution hin wieder frei.
Hannibal, das fünfte von acht Kindern, verursacht dem libyschen Präsidenten Moammar Qadhafi Sorgen. Während der Diktator krampfhaft versucht, sich nach Jahren der Isolation auf dem internationalen Parkett zu etablieren, legt ihm sein 33-jähriger Sohn mit Negativmeldungen immer wieder Steine in den Weg. Hannibal, der gerne über die Stränge schlägt, hat ein langes Sündenregister, wie der «Blick» schreibt. Schon bevor er in Genf verhaftet wurde – er hatte im Hotel Président Wilson zwei seiner Bediensteten misshandelt – legte er sich mit der Polizei an.
August 2001, Rom: Hannibal Qadhafi kehrt nach einer Sauftour ins Luxushotel Hilton zurück. Mit zwei seiner Bodyguards greift er einen Polizisten an, der seine Suite bewacht. Zwei weitere Polizisten werden zur Verstärkung gerufen – Qadhafi bewirft sie mit Flaschen, entsichert einen Feuerlöscher und bespritzt sie mit Löschschaum. Bei der darauffolgenden Rauferei werden die Beamten verletzt und müssen in Spitalbehandlung gebracht werden. Qadhafis Bodyguards erleiden lediglich Kratzer. Am folgenden Tag verbunkert sich der Diktatorensohn in seinem Hotelzimmer und reist am Abend ab. Folgen hat der Zwischenfall für ihn keine.
September 2004, Paris: Qadhafi rast um zwei Uhr morgens mit seinem Porsche durch Paris – betrunken. Er missachtet dabei Rotlichter, fährt auf der falschen Strassenseite durch die Champs-Élysées. Eine Patrouille der Polizei erwischt ihn: Qadhafi tobt. Als ihm die Polizisten Handschellen anlegen wollen, eilen ihm sechs Leibwächter zu Hilfe. Es kommt zur Schlägerei, ein Polizist wird verletzt. Qhadafi kommt nur dank seinem Diplomatenpass ungeschoren davon. Die libysche Botschaft bedauert den Zwischenfall.
Februar 2005, Paris: Zwischen Qadhafi und seiner schwangeren Freundin Aline Skaf – seiner heutigen Frau – kommt es zum Streit. Er verlässt das Hotel und kehrt gegen 2 Uhr betrunken wieder zurück. Aline, ein Modell, will ihn jedoch nicht ins Zimmer lassen, worauf Qadhafi ausrastet: Er tritt die Tür ein, ohrfeigt seine Freundin. Als sie zu Boden fällt, traktiert er sie mit Fusstritten. Darauf überwältigen ihn Sicherheitsbeamte und nehmen ihm seine 9-Millimeter-Pistole ab. Noch in der gleichen Nacht wechselt er das Hotel, wo er weiter wütet und mit Mobiliar um sich wirft, die Polizei wird gerufen. Dank der Intervention von libyschen Beamten konnte Qadhafi die Sache unter den Teppich kehren. Einzige Konsequenz: Im Mai 2005 verurteilt ihn ein Gericht gemäss der «New York Times» in Abwesenheit zu vier Monaten Gefängnis bedingt und 500 Euro Busse wegen Körperverletzung und unerlaubten Waffentragens.
Juni 2005, Djerba, Tunesien: Hannibal Qadhafi bricht einem französischen Touristen in einer Bar mehrere Rippen. Dieser hatte den Diktatorensohn gebeten, weniger zu lärmen. Am Grossbildschirm lief gerade ein Fussballspiel der französischen Nationalmannschaft.
August 2007, Nizza, Frankreich: Qadhafi taucht im Dunstkreis eines internationalen Callgirl-Rings auf, der in Nizza zerschlagen wird. Der Drahtzieher und Callgirls sagen aus, dass er während des Festivals in Cannes Prostituierte auf einer Jacht und in einer Villa empfangen habe. (cha)
Erstellt: 28.08.2009, 10:52 Uhr
Ausland
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Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.


