Immer mehr Ex-Gefangene von Guantánamo werden rückfällig

Aktualisiert am 07.01.2010

US-Präsident Barack Obama hält an der Schliessung des Guantánamo-Lagers fest, obwohl der innenpolitische Widerstand wächst. Ein neuer Bericht des Pentagons passt nun gar nicht zum Vorhaben von Obama.

Aus Guantánamo entlassen und im Jemen wieder aufgetaucht: Said Ali al-Shihri, einer der führenden Köpfe der al-Qaida auf der arabischen Halbinsel, in einem Bekennervideo vom Januar 2009.

Aus Guantánamo entlassen und im Jemen wieder aufgetaucht: Said Ali al-Shihri, einer der führenden Köpfe der al-Qaida auf der arabischen Halbinsel, in einem Bekennervideo vom Januar 2009.
Bild: Keystone

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Jemen-Konferenz

Auch Ban Ki-moon in London

Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon hat seine Teilnahmen an der internationalen Jemen-Konferenz in London angekündigt. Das vom britischen Premierminister Gordon Brown angeregte Treffen findet am 27. Januar statt, einen Tag vor der Konferenz über die Lage in Afghanistan. Im Zentrum der Jemen-Konferenz werden laut Ban der Kampf gegen den Terrorismus in dem arabischen Land sowie Massnahmen zur Verbesserung der humanitären Lage stehen. Der Uno-Generalsekretär äusserte sich am Mittwoch am Sitz der Vereinten Nationen sehr besorgt über die sich verschlechternde Lage der Bevölkerung im Jemen. Das Land wird angesichts einer schwachen Regierung in der Hauptstadt Sanaa immer mehr von Al-Kaida und anderen militanten Gruppierungen als Basis genutzt. (ap)

Die Zahl der Guantánamo-Häftlinge, die sich nach ihrer Entlassung aus dem Lager wieder dem bewaffneten Kampf anschliessen, steigt an, wie das US-Verteidigungsministerium am Mittwoch mitteilte. Die Rückfallquote der freigelassenen Terrorverdächtigen steige stetig, sagte Ministeriumssprecher Geoff Morrell unter Hinweis auf einen neuen bislang geheimen Bericht. Zahlen nannte Morrell nicht. Regierungsbeamte bemühten sich aber um die Freigabe des Berichts, um die aktuelle Zahlen öffentlich zu machen, sagte der Pentagonsprecher.

In ersten Berichten wurde die Rückfallquote mit elf Prozent angegeben. Bis April 2009 stieg sie offiziellen Angaben zufolge auf 14 Prozent. Morrell führt den fortgesetzten Anstieg darauf zurück, dass inzwischen die meisten der in dem umstrittenen US-Gefangenenlager auf Kuba inhaftierten Terrorverdächtigen freigelassen und abgeschoben worden sind und jetzt immer mehr die problematischsten Fälle bearbeitet werden.

Detroit-Drahtzieher waren in Guantánamo

Zwei von insgesamt vier Drahtziehern des vereitelten Attentats auf ein US-Flugzeug vom 25. Dezember in Detroit sollen einem US-Fernsehbericht zufolge ehemalige Insassen des Gefangenenlagers Guantánamo auf Kuba sein. Die aus Saudiarabien stammenden Häftlinge Nummer 333, Muhamad Attik al-Harbi, und Nummer 372, Said Ali Shari, seien Anfang November 2007 an ihr Heimatland überstellt worden, berichtete der Fernsehsender «ABC». Beide hätten später Führungsrollen im Terrornetz al-Qaida im Jemen übernommen. In einem im Januar 2009 veröffentlichten Propagandavideo der Organisation seien sie mit dem mutmasslichen Ex-Privatsekretär von Osama bin Laden, Abu Basir Naser al-Wahishi, erschienen.

Präsident Barack Obama hat am Dienstag nach Beratungen mit den Chefs der Geheimdienste über die jüngsten Sicherheitspannen bei der Terrorabwehr seine Absicht bekräftigt, das Lager Guantánamo zu schliessen. Der ursprüngliche Zeitplan, der eine Schliessung bis Ende dieses Monats vorsah, ist allerdings nicht mehr einzuhalten. (vin/ap)

Erstellt: 07.01.2010, 08:46 Uhr

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