Iran: Moussavis Anhänger wollen wieder auf die Strasse
Aktualisiert am 15.06.2009 28 Kommentare
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Auf Handzetteln wurden die Bürger aufgerufen, am Nachmittag an einer Kundgebung teilzunehmen. Auf einem zentralen Platz in der Innenstadt von Teheran will Moussavi eine Ansprache an das iranische Volk halten.
Strafandrohung der Behörden
Das Innenministerium hat den Antrag des unterlegenen Präsidentschaftskandidaten auf eine Demonstration gegen den Ausgang der Wahl bereits abgelehnt. Jede Versammlung wurde verboten. Sollten Moussavis Anhänger dennoch auf die Strassen ziehen, so würden sie sich strafbar machen, hiess es im staatlichen Radio.
Die oppositionellen Kräfte um Moussavi teilten dazu allerdings mit, das Kungebungsverbot schliesse nicht aus, dass sich Gruppen von Demonstranten an verschiedenen Stellen der Hauptstadt versammeln könnten.
Randale nach dem Urnengang
Auch am Sonntagabend war es in mehreren Stadtteilen zu Zusammenstössen zwischen Mussavi-Anhängern und der Polizei gekommen. Die meist jungen Demonstranten zündeten Reifen und Mülltonnen an, wie Augenzeugen berichteten.
Mit Schlagstöcken bewaffnete Einsatzkräfte versuchten, in der Innenstadt eine grosse Menschenmenge aufzulösen. Sie feuerten den Angaben zufolge Schüsse in die Luft und setzten Tränengas ein. Zudem versuchten sie, die Anhänger Ahmadinejad und Mussavis auseinanderzuhalten.
«Dutzende Verletzte»
Laut dem Moussavi-Lager hat es bei den Zusammenstössen vom Wochenende Dutzende Verletzte sowie eine Vielzahl von Verhaftungen gegebenen. Die Behörden sprachen von bisher 60 Verhaftungen, weitere sollten folgen.
Moussavi rief seine Anhänger auf, die landesweiten Proteste friedlich und unter Einhaltung der Gesetze fortzusetzen. Beim Wächterrat beantragte er die Ungültigerklärung der Wahl wegen Unregelmässigkeiten. Angeblich wollen die beiden anderen unterlegenen Kandidaten ebenfalls eine Annullierung fordern.
Mehrheit für den Amtsinhaber
Ahmadinejad hatte offiziellen Angaben zufolge am Freitag überraschend schon in der ersten Runde 62,6 Prozent der Stimmen erhalten. Zehntausende seiner Anhänger feierten die Wiederwahl am Sonntag in den Strassen der Hauptstadt Teheran.
Berlin: Botschafter einbestellt
Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier bestellte wegen der Vorkommnisse den Botschafter des Iran ein. Als «völlig inakzeptabel» bezeichnete Steinmeier das Vorgehen der iranischen Sicherheitskräfte gegen Demonstranten in Teheran sowie die Behinderung der Berichterstattung von ausländischen Journalisten.
US-Vizepräsident Joe Biden äusserte Zweifel am offiziellen Wahlergebnis. Ein Berater des französischen Präsidenten Nicholas Sarkozy sagte, die Ereignisse im Iran seien keine gute Nachrichten - weder für die Iraner noch für den Frieden in der Welt. (raa/sda)
Erstellt: 15.06.2009, 09:40 Uhr
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28 Kommentare
Ich hoffe für die Gerechtigkeit. Oder wie sagt eine Sure im Koran? Allah ist mit den Standhaften! Das sollten die Theokraten vielleicht auch mal zur Kenntnis nehmen.@Nadine Binsberger: Danke für diese Erinnerung! Leider liest man so was in der BaZ eh nie! Zum Glück gibts ja Peter Scholl-Latour. Antworten









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