«Iran könnte in zwei Jahren Atombomben besitzen»
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Nach den jüngsten Sanktionen der Vereinigten Staaten gegen den Iran liefert auch der französische Erdölriese Total keinen Treibstoff mehr in die islamische Republik. Total habe den Verkauf von Treibstoff und Raffinerieerzeugnissen «ausgesetzt», teilte das Unternehmen am Montag mit. In unternehmensnahen Kreisen hieß es, es werde schon «seit mehreren Wochen» nicht mehr geliefert, es gehe aber nur um sehr geringe Mengen. Total hatte im April in seinem Jahresbericht angekündigt, dass die seinerzeit von den USA geplanten Strafen gegen den Iran sich «erheblich ungünstig» auf die Geschäftsergebnisse auswirken könnten. Der US-Kongress hatte vergangene Woche für verschärfte Strafen gegen die Führung in Teheran gestimmt. Der Iran gehört zwar zu den grössten Rohölproduzenten der Welt, muss wegen seiner veralteten Raffinerien aber Treibstoff einführen, um den eigenen Bedarf zu decken. Ein Drittel der Lieferungen kommt laut Medienberichten aus China.
Große Erdölkonzerne wie die britisch-niederländische Gruppe Royal Dutch Shell, der norwegische Konzern Statoil und die italienische ENI ziehen sich derzeit aus dem Iran zurück. Die USA und mehrere Verbündete verdächtigen das Land, unter dem Vorwand eines zivilen Atomenergieprogramms an Nuklearwaffen zu arbeiten. Teheran weist dies zurück.
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Der Iran besitzt nach Einschätzung des US-Geheimdienstes CIA genug schwach angereichertes Uran für zwei Atombomben. Sollte es das Regime in Teheran darauf anlegen, könnten diese Nuklearwaffen 2012 einsatzbereit sein, sagte CIA-Chef Leon Panetta am Sonntag dem Sender ABC. Um Atombomben zu bauen, müsse der Iran das Uran zunächst hoch anreichern, sagte Panetta. «Und wir würden schätzen, dass es, wenn sie sich dafür entscheiden, wahrscheinlich ein Jahr dauern würde, diesen Punkt zu erreichen. Wahrscheinlich würde es ein weiteres Jahr dauern, die geeignete Art von Trägersystem zu entwickeln, um die Waffen einsatzbereit zu machen.»
Er gehe nicht davon aus, dass die jüngsten UNO-Sanktionen den Iran zur Einstellung seines umstrittenen Atomprogramms bewegen könnten. Allerdings könnten die Strafmassnahmen die Regierung in Teheran schwächen und zu ernsthaften wirtschaftlichen Problemen führen. Es gebe in Teheran «eine anhaltende Diskussion darüber, ob sie mit der Bombe weitermachen sollten oder nicht. Aber sie entwickeln ganz klar ihre nuklearen Fähigkeiten, und das gibt Anlass zur Besorgnis....darüber...was ihre Absichten sind.»
Vorerst keine Gespräche
Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad wies die Aussagen Panettas zurück. Atombomben seien etwas für «politisch zurückgebliebene Regierungen», sagte der iranische Präsident. Der Iran werde bei dieser «Straftat» kein «Komplize» sein. «Wir setzen uns für Abrüstung ein», sagte Ahmadinejad.
Zu internationalen Gesprächen über das umstrittene iranische Atomprogramm kommt es aber nicht vor Ende August. Dies sei eine «Strafe» für die neuen UNO-Sanktionen gegen den Iran, sagte Präsident Ahmadinejad. Der Iran steht im Verdacht, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms nach Atomwaffen zu streben. Der UNO-Sicherheitsrat verhängte deshalb gegen den Iran Anfang Juni zum vierten Mal Sanktionen. (jak/sda/)
Erstellt: 28.06.2010, 20:25 Uhr
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