Iran liefert Waffen an Kurden im Nordirak

Die USA haben bereits mit direkten Waffenlieferungen an die Peshmerga begonnen – und auch Teheran schickt inzwischen Militärhilfe für den Kampf gegen die IS-Miliz.

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Im Kampf gegen die sunnitische Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) hat der Iran die Kurden im Nordirak mit Waffen beliefert. Der schiitische Staat sei eines der ersten Länder gewesen, das militärisches Material geschickt habe, sagte der Präsident der kurdischen Autonomiegebiete im Nordirak, Massoud Barzani, in Arbil.

Dort traf er den Aussenminister des Iran, Mohammed Jawad Sarif. Barzani erklärte nach Angaben der kurdischen Nachrichtenseite Rudaw, die Lieferung der Waffen mache für die Kampffähigkeit der kurdischen Einheiten den Unterschied aus.

Sarif wies erneut Berichte zurück, der Iran habe Soldaten in das Nachbarland geschickt. Teheran helfe dem Irak auf andere Weise. «Wir betrachten die Sicherheitslage im Irak als unsere eigene», sagte Sarif den Angaben zufolge. Die Terrorgruppe IS sei nicht nur für die Region gefährlich, sondern eine internationale Bedrohung. Sarif betonte, der Iran trete für die Einheit des Nachbarlandes ein.

Islamisten vertrieben

Gemässigtere Rebellen haben unterdessen die Jihadisten bei Kämpfen im Norden Syriens zurückgeschlagen. Die Freie Syrische Armee (FSA) und verbündete Milizen kontrollierten vier Dörfer nördlich der Stadt Aleppo, berichtete die oppositionsnahe Nachrichtenseite Smart News.

Zuvor habe es heftige Kämpfe gegeben, bei denen Dutzende IS-Kämpfer getötet worden seien. Angaben zu Opfern aufseiten der FSA und ihrer Verbündeten gab es nicht.

Der IS war in den vergangenen Wochen von Nordosten her auf Aleppo vorgerückt. Teile der Stadt stehen unter Kontrolle gemässigterer Regimegegner. Diese werden zugleich von Soldaten der syrischen Armee attackiert, die südlich und östlich von Aleppo ihre Stellungen hat. Von Aleppo aus führt eine wichtige Versorgungsroute der Oppositionellen zur türkischen Grenze im Norden.

Nach dem Verlust des Militärflughafens in Tabqa im Nordosten Syriens flog die syrische Armee auch Luftangriffe gegen IS-Stellungen in den Provinzen Raqqa und Deir al-Zor, wie die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete. Beide Provinzen stehen fast vollständig unter Kontrolle der Jihadisten. (ajk/sda)

(Erstellt: 26.08.2014, 13:45 Uhr)

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