Irans Polizei geht brutal gegen Oppositionelle vor
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Augenzeugen-Videos (Quelle: Youtube)
Polizei schlägt zu
Strassenszenen
Studenten zeigen Verletzungen von Demonstrationen
Auf dem Videoportal Youtube kursieren Beiträge, die von Privaten aus Wohnhäusern gefilmt wurden. Darauf ist zu sehen, dass die Polizei immer wieder mit Schlagstöcken gegen Menschen vorgeht. Leser haben uns auf die Bilder aufmerksam gemacht. Laut ihren Angaben sind die Beiträge aktuell und zeigen einen Teil der aktuell im Iran herrschenden aufgeheizten Stimmung. Wir zeigen die Bilder und weisen darauf hin, dass diese nicht von unabhängigen Berichterstattern gemacht wurden.
Grossdemonstration
Mehrere hunderttausend Anhänger des iranischen Reformkandidaten Mir Hossein Moussavi haben am Montag in Teheran trotz eines Demonstrationsverbots gegen das amtliche Ergebnis der Präsidentenwahl vom Freitag protestiert. In seinem ersten öffentlichen Auftritt seit der Wahl wandte sich der offiziell unterlegene Moussavi auf dem Asadi-Platz an die Menschenmenge, die sich über mehr als neun Kilometer erstreckte. Die offiziellen Sicherheitskräfte hielten sich zurück, dennoch wurde ein Demonstrant von Schüssen getötet.
Als sich die Menge nach Einbruch der Dunkelheit aufzulösen begann, versuchte eine Gruppe Demonstranten, das Gebäude einer mit den Revolutionsgarden in Verbindung stehenden Freiwilligenmiliz am Rand des Platzes in Brand zu stecken und zu stürmen. Daraufhin gaben Personen in dem Gebäude Schüsse auf die Demonstranten ab. Nach Angaben eines AP-Fotografen wurde ein Mensch getötet, mehrere weitere wurden schwer verletzt.
Wahlresultat wird überprüft
Das geistliche Staatsoberhaupt Ayatollah Ali Khamenei ordnete unterdessen eine amtliche Überprüfung des Wahlergebnisses an. Eine ähnliche Überprüfung von Ahmadinejads Wahlsieg 2005 durch den konservativen Wächterrat verlief ohne offizielles Ergebnis. Beobachter vermuten, dass Khamenei versuchen könnte, Zeit zu gewinnen, und auf ein Abflauen der Proteste hofft.
Zuvor hatte Moussavi eine Annullierung der Wahl gefordert. Auf einer seiner Wahlkampfseiten im Internet hiess es, dies sei der einzige Weg, das öffentliche Vertrauen in die Staatsorgane wiederherzustellen. Nachdem die Wahlkommission dem Amtsinhaber Mahmoud Ahmadinejad einen Erdrutschsieg bei der Präsidentenwahl vom Freitag bescheinigt hatte, war es zu den schwersten Unruhen seit einem Jahrzehnt gekommen. Die Behörden waren deshalb darum bemüht, weitere Proteste im Keim zu ersticken. Ahmadinejad verschob kurzfristig eine für Montag geplante Reise nach Russland. (ta)
Erstellt: 15.06.2009, 21:29 Uhr














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