Ausland

Islamisten stellen Christen in Nigeria ein Ultimatum

Aktualisiert am 02.01.2012

Binnen drei Tagen sollen alle Christen den Norden Nigerias verlassen, fordert die islamistische Sekte Boko Haram. Gleichzeitig wollen die Extremisten auch, dass alle Muslime vom Süden in den Norden ziehen.

Islamisten wollen die Trennung von Christen und Muslimen: Ein Mann, der beim Anschlag vom Weihnachtstag in Madala verletzt wurde, in einem Spital in der nigerianischen Hauptstadt Abuja. (29. Dezember 2011)

Islamisten wollen die Trennung von Christen und Muslimen: Ein Mann, der beim Anschlag vom Weihnachtstag in Madala verletzt wurde, in einem Spital in der nigerianischen Hauptstadt Abuja. (29. Dezember 2011)
Bild: Keystone

Bildstrecke

Blutige Anschläge in Nigeria

Blutige Anschläge in Nigeria
Bei einem Terroranschlag auf eine Kirche in Nigeria kamen mindestens 40 Menschen um. Die islamistische Sekte Boko Haram bekannte sich zur Tat.

Infobox

Die Polizei in Nigeria ist am Montag mit Tränengas gegen Demonstranten vorgegangen, die gegen steigende Benzinpreise protestierten. Ein örtlicher Fernsehsender zeigte, wie Polizisten im Zentrum der Hauptstadt Abuja Tränengasgranaten auf die mehreren hundert Demonstranten abfeuerten. Die Benzinpreise stiegen an, nachdem die Regierung in einem umstrittenen Schritt damit begonnen hatte, die Subventionen für Treibstoff zu reduzieren. Die Regierung rechnet mit Einsparungen von umgerechnet etwa 7,2 Milliarden Franken, die in die Infrastruktur investiert werden sollen. Obwohl Nigeria einer der grossen Erdölproduzenten ist, wird das Rohöl kaum im Land weiterverarbeitet und die meisten Raffinerieprodukte werden importiert. (sda)

Anschlag gegen Muslime in New York

In New York sind Brandanschläge auf ein islamisches Zentrum sowie ein Geschäft und zwei Wohnungen verübt worden. Die Eingangstür der schiitischen Imam-Al-Khoie-Stiftung im Stadtteil Queens sei am Sonntagabend durch einen Molotowcocktail beschädigt worden, teilte die Polizei am Montag mit. Die Stiftung, die eigenen Angaben zufolge die größte schiitische Organisation der Welt ist, erklärte auf ihrer Internetseite, bei dem Angriff mit mehreren Brandsätzen sei niemand verletzt worden. Nach Angaben aus Ermittlerkreisen wurde ein benachbartes Geschäft, das von Muslimen betrieben wird, bei einem ähnlichen Angriff beschädigt. Wie die Polizei mitteilte, wurde ein weiterer Brandsatz auf eine Wohnung geworfen, die von Hindus für religiöse Zeremonien verwendet wird. (afp)

Artikel zum Thema

Stichworte

Stichworte

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Die islamistische Sekte Boko Haram hat die im Norden Nigerias lebenden Christen aufgefordert, den hauptsächlich von Muslimen bewohnten Landesteil umgehend zu verlassen. Die Gruppe stelle den Christen dafür ein «Ultimatum von drei Tagen», sagte ein Sprecher der Sekte am Sonntagabend. Im Kampf gegen extremistische Gewalt schlossen nigerianische Soldaten am Montag mehrere Grenzübergänge.

Muslime, die im hauptsächlich von Christen bewohnten Süden des Landes lebten, sollten in den Norden zurückkehren, sagte Boko-Haram-Sprecher Abul Qaqa in einer Telefonkonferenz zu Journalisten. Es gebe «Beweise» dafür, dass die Muslime im Süden bald angegriffen würden.

Ausnahmezustand in mehreren Regionen

Boko Haram hat sich zu den blutigen Anschlägen auf Christen an Weihnachten mit mindestens 49 Toten bekannt. Nach den Anschlägen wuchs die Angst vor einer Eskalation religiöser Gewalt in Nigeria. So drohten Vertreter der Christen in Nigeria, sich zur Wehr setzen zu wollen, sollte es weitere Anschläge geben.

Am Samstag verhängte Staatschef Goodluck Jonathan in mehreren Unruheregionen in den vier Bundesstaaten Borno – einer Boko-Haram-Hochburg –, Niger, Plateau und Yobe den Ausnahmezustand. Zudem ordnete er die Schliessung bestimmter Grenzabschnitte an, «um grenzüberschreitende terroristische Aktivitäten» zu verhindern.

Boko Haram droht Armee

Der Boko-Haram-Sprecher sagte, es sei eindeutig, dass Soldaten in den Regionen, in denen der Ausnahmezustand verhängt wurde, «nur unschuldige Muslime» töten würden. Die Sekte werde sich daher der Armee «entgegenstellen, um unsere Brüder zu schützen».

Zugleich warf er Staatschef Jonathan vor, die Kirche in einem Vorort der Hauptstadt Abuja besucht zu haben, wo an Weihnachten beim blutigsten der Anschläge 44 Menschen getötet worden waren. «Der Präsident hat sich nie an die Orte begeben, an denen Muslime getötet wurden», sagte er mit Blick auf den Tod dutzender Muslime bei blutigen Unruhen nach den Wahlen im April.

Undurchsichtige Sekte

Boko Haram soll aus mehreren Gruppierungen mit unterschiedlichen Zielen bestehen, die genaue Struktur der Sekte ist unbekannt. Qaqa hatte bereits in der Vergangenheit mehrfach für die Sekte gesprochen.

Am Montag patrouillierten in Maiduguri, der Hauptstadt des Bundesstaates Borno im Nordosten des Landes, vermehrt Soldaten in den Strassen, wie Anwohner berichteten. Die Einsatzkräfte würden auf der Suche nach Waffen und Sprengstoff Häuser durchsuchen. Anwohner seien aufgefordert worden, ungewöhnliche Vorkommnisse oder verlassene Autos, in denen Sprengsätze versteckt sein könnten, zu melden. In Maiduguri hat Boko Haram immer wieder Anschläge verübt, die sich auch gegen Muslime richteten.

Ein Anwohner berichtete am Montag zudem, mehrere Grenzübergänge zum im Osten Nigerias gelegenen Kamerun seien geschlossen worden. Schwerbewaffnete Soldaten hätten die Kontrolle über die Grenzposten übernommen. «Sie haben alle grenzüberschreitenden Bewegungen gestoppt». Er selbst sei beim Versuch, nach Kamerun zu gelangen, an drei Grenzübergängen abgewiesen worden, sagte der Anwohner. (rub/AFP)

Erstellt: 02.01.2012, 21:44 Uhr

Ausland

Populär auf Facebook Privatsphäre


Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.