Ausland

Israelische Polizei stürmt Tempelberg

Aktualisiert am 25.10.2009

Bei neuen Zusammenstössen zwischen Palästinensern und der israelischen Polizei auf dem Tempelberg in Jerusalems Altstadt hat es zahlreiche Verletzte und Festnahmen gegeben.

Video der israelischen Polizei (Quelle: Reuters)

Ein heiliger Ort: al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg.

Ein heiliger Ort: al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg. (Bild: Keystone)

Auf dem für Muslime und Juden heiligen Gelände in Jerusalem ist es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen der israelischen Polizei und palästinensischen Demonstranten gekommen. Israelische Bereitschaftspolizisten stürmten am Sonntag unter Einsatz von Blendgranaten das Gelände, das Muslimen und Juden gleichermassen heilig ist. Hunderte protestierende Palästinenser warfen mit Steinen und anderen Gegenständen auf die Beamten. Mindestens 25 Palästinenser und neun Polizisten erlitten leichte bis mittelschwere Verletzungen. 18 Demonstranten wurden festgenommen.

Es waren die schwersten Zusammenstösse der jüngsten Zeit. Konflikte am Tempelberg sind in der Vergangenheit schon öfter blutig eskaliert. Über den Auslöser der Auseinandersetzungen vom Sonntag gab es widersprüchliche Angaben. In den vergangenen Wochen sorgten jedoch immer wieder Gerüchte für Spannungen, Israel wolle Juden das Beten auf dem Tempelberg erlauben und archäologische Ausgrabungen unter dem Gelände durchführen, was den darüber liegenden Moscheen schaden könnte. Muslimische Geistliche haben deshalb dazu aufgerufen, die «jüdische Eroberung» des Tempelbergs zurückzuschlagen.

Israel hat diese Absicht stets zurückgewiesen. Polizeichef David Cohen erklärte, für die Unruhen sei nur eine kleine Gruppe extremistischer Palästinenser verantwortlich. «Die Polizei wird mit harter Hand gegen jeden vorgehen, der die Ordnung auf dem Tempelberg stört und zu Unruhen anstiftet», sagte Cohen.

Proteste in der arabischen Welt

Polizeisprecher Schmuel Ben Ruby betonte, die den Muslimen heilige al-Aksa-Moschee hätten die Polizisten ganz bewusst nicht betreten. Dort hatten etliche Palästinenser Zuflucht vor der vorrückenden Bereitschaftspolizei gesucht. Sie öffneten dann gelegentlich die Türen und warfen unter anderem einen Feuerlöscher auf die Beamten. Schliesslich zogen die Palästinenser friedlich ab.

In der arabischen Welt wurde das Vorgehen der israelischen Polizei scharf verurteilt. «Povokative Akte» an der Al-Aksa-Moschee würden schwere Konsequenzen nach sich ziehen, warnte die Organisation der Islamischen Konferenz. Die Arabische Liga appellierte an die Vereinten Nationen, «die israelische Aggression zu stoppen». (vin/ap/sda)

Erstellt: 25.10.2009, 19:18 Uhr

Ausland

Populär auf Facebook Privatsphäre


Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.