Jemen bekommt Hilfe im Kampf gegen Terror
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Die internationale Gemeinschaft versprach Jemen, dem ärmsten arabischen Land, auf einer Konferenz in London mehr Hilfe im Kampf gegen das Terrornetzwerk al-Qaida. Im Gegenzug verpflichtete sich die jemenitische Regierung zu mehr sozialen und wirtschaftlichen Reformen. Konkrete Zusagen für finanzielle Hilfen gab es bei dem Treffen am Mittwoch jedoch nicht.
Der Jemen war ins Rampenlicht gerückt, nachdem ein mutmasslicher al-Qaida-Terrorist an Weihnachten versucht hatte, ein US-Passagierflugzeug in die Luft zu sprengen. Der Mann soll seine Terror-Ausbildung im Jemen erhalten haben. «Die Herausforderungen des Jemens wachsen. Wenn ihnen nicht begegnet wird, ist die Stabilität des Landes und der ganzen Region bedroht», hiess es in der Abschlusserklärung des nur zweistündigen Treffens mit Delegationen aus gut 20 Ländern.
US-Aussenministerin Hillary Clinton sagte, die Probleme im Jemen seien auch eine Bedrohung für westliche Länder. Sie betonte jedoch, dass die Souveränität des islamischen Landes nicht angetastet werden solle. «Die Probleme können nicht durch militärische Massnahmen gelöst werden.»
Zwei «Freundesgruppen»
Der Jemen wurde von der Staatengemeinschaft lange vernachlässigt. Armut und Gewalt erschweren das Leben der 23 Millionen Bewohner. Zusätzlich zur Geberkonferenz am 22. und 23. Februar in Riad wurden zwei Arbeitsgruppen unter dem Namen «Freunde des Jemens» ins Leben gerufen. Diese sollen beim Aufbau der Wirtschaft sowie der Rechtsstaatlichkeit helfen.
Die Regierung in Sanaa betonte vor der Konferenz, Hilfe aus dem Westen sei nötig, um Infrastruktur aufzubauen und Armut und Terror zu bekämpfen. Sie lehnte jedoch einen Anti-Terror-Einsatz ausländischer Soldaten in dem Land kategorisch ab.
Amerikanische Stützpunkte auf jemenitischen Boden wären «unvorstellbar», sagte Aussenminister Abubakr al-Kirbi der BBC. Zudem forderte der Jemen einen bedeutenden Erlass seines Schuldenberges von sechs Milliarden US-Dollar.
Kämpfe eingestellt
Saudiarabien gab bekannt, es habe die Kämpfe gegen schiitische Aufständische im nördlichen Jemen eingestellt. Ein dauerhafter Waffenstillstand sei möglich, wenn sich die Houthi-Rebellen zehn Kilometer weit hinter die Grenze zurückzögen. Die Aufständischen hatten bereits vor zwei Tagen eine Waffenruhe verkündet.
Das saudische Militär war vom jemenitischen Präsidenten Ali Abdullah Salih zu Hilfe gerufen worden, nachdem eine im Sommer begonnene jemenitische Offensive gegen die Rebellen um ihren Anführer Abdulmalik al-Houti weitgehend erfolglos geblieben war. Bei den Kämpfen kamen 113 Saudis und Tausende Jemeniten ums Leben. (vin/sda/)
Erstellt: 27.01.2010, 21:51 Uhr


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