Karzais Truppen: Noch 20 Jahre lang am Tropf?
Aktualisiert am 08.12.2009 2 Kommentare
Allein auf weiter Flur: Polizei und Militär von Afghanistan sind für den Kampf gegen die Taliban schlecht gerüstet – auch finanziell. (Bild: Keystone)
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Zwar sollten die einheimischen Truppen binnen fünf Jahren die Verantwortung für die Sicherheit im Land übernehmen, sagte Karzai am Dienstag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit US-Verteidigungsminister Robert Gates in Kabul. Um die Ausrüstung der Soldaten und Polizisten sowie deren Besoldung zu finanzieren, benötige das Land aber noch 15 bis 20 Jahre ausländische Unterstützung.
Gates erklärte, der Aufbau der afghanischen Sicherheitskräfte habe für die USA jetzt Priorität im Kampf gegen die Taliban. Es müssten so schnell wie möglich Soldaten und Polizisten ausgebildet werden, die den Kampf gegen die radikal-islamische Miliz aufnehmen könnten. Gates betonte gleichzeitig, die USA würden Afghanistan langfristig unterstützen.
«Wir stecken da drin, um zu gewinnen»
Der verstärkte Ausbau der afghanischen Sicherheitskräfte ist einer der Kernpunkte der neuen Afghanistan-Strategie der USA, die Gates mit Karzai bei seinem Besuch in Kabul besprach. Er ist der erste Besucher aus Washington seit der Entscheidung der USA, 30'000 zusätzliche Soldaten in Afghanistan zu stationieren.
«Wir stecken da drin, um zu gewinnen», hatte Gates vor Journalisten schon auf dem Flug nach Kabul gesagt. Er wolle Karzai und den afghanischen Verteidigungsminister Abdul Rahim Wardak dazu bewegen, mehr für die Rekrutierung und Ausbildung von Polizisten und Soldaten zu tun.
McChrystal steht Rede und Antwort im Kongress
Der Kommandeur der internationalen Truppen in Afghanistan, General Stanley McChrystal, hatte bereits erklärt, Ziel sei es, die afghanischen Sicherheitskräfte in den nächsten drei Jahren auf rund 400'000 Mann auszubauen. Derzeit sind es etwa halb so viele: 94'000 Polizisten und 97'000 afghanische Soldaten.
In Washington will der Streitkräfteausschuss des Repräsentantenhauses am Dienstag McChrystal zu seiner Lageeinschätzung befragen. Der Kommandeur will den skeptischen Kongress davon überzeugen, dass die zusätzlichen Truppen erforderlich seien, um den Krieg gegen die Aufstandsbewegung zu gewinnen.
Nato-Angriff: Bericht über zivile Opfer
Bei einem Nachtangriff der Nato auf Taliban-Stellungen im Osten Afghanistans wurden nach Angaben der afghanischen Regierung auch sechs Zivilpersonen getötet worden, darunter eine Frau. Die Nato dagegen erklärte, bei den Toten handele es sich ausschliesslich um Aufständische. Ziel des Angriffs sei ein Taliban-Führer gewesen, der für zahlreiche Anschläge in der Region verantwortlich sei. Das Innenministerium in Kabul leitete Ermittlungen ein.
Vertreter der Regionalregierung in der Provinz Laghman sprachen von insgesamt zwölf Toten bei dem Angriff. Es habe auch zivile Opfer gegeben, hiess es. Etwa 400 Bewohner zogen auf die Strasse und protestierten gegen den Angriff. Bei gewaltsamen Zusammenstössen mit der Polizei wurde laut Angaben der Behörden ein Demonstrant getötet. (raa/ap)
Erstellt: 08.12.2009, 15:44 Uhr
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2 Kommentare
Ich mag mich noch sehr gut an Mohammed Nadschibullah und die russische Intervention erinnern. Was haben die westlichen Länder da gehetzt. Die Russen haben nichts gut gemacht. Jetzt sitzen die demokratischen Westler in Afghanistan und siehe da, das gleiche Dilemma. Der einzige Unterschied, Hamid Karzei wird oder ist vielleicht schon Milliardär. Nadschibullah verlor sein Leben. Antworten
Wie wurden wir Europäer doch verächtlich als Feiglinge hingestellt, weil wir die US-Regierung fast auf den Knien gebeten hatten, keinen Krieg anzuzetteln. Was geschehen ist war vorauszusehen! Unsere schlimmsten Befürchtungen wurden wahr! Nun sind wir wieder wer, sind eingeladen, das Debakel noch zu verlängern, nicht zu beenden! Wer glaubt, Amerika würde auch unsere Interessen vertreten, der irrt! Antworten
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
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