Lage in Teheran droht zu eskalieren – ein Toter bei Demonstration
Gemäss Augenzeugen wurden zahlreiche andere Menschen verletzt. Wie Korrespondenten aus der Hauptstadt Teheran berichtete, fielen Schüsse, auch Tränengas wurde eingesetzt. Eine Rauchwolke über der Innenstadt stamme von brennenden Reifen und Mülleimern, auch mehrere Motorräder seien in Brand gesteckt worden. Auch ein Reporter des iranischen englisch-sprachigen Senders Press TV berichtete von Schüssen während der Demonstration. Viele Menschen verliessen demnach den Ort der Kundgebung in Panik.
Auch Moussavi an der Demonstration
Mehr als 100'000 Regierungsgegner versammelten sich trotz eines Demonstrationsverbots in Teheran, um gegen das amtliche Ergebnis der Präsidentenwahl vom Freitag zu protestieren. Auch der offiziell gegen Amtsinhaber Mahmoud Ahmadinejad unterlegene Moussavi nahm an der Kundgebung teil, es war sein erster öffentlicher Auftritt seit der Wahl. Das geistliche Staatsoberhaupt Ayatollah Ali Khamenei ordnete unterdessen eine amtliche Überprüfung des Wahlergebnisses an.
Zuvor hatte Moussavi eine Annullierung der Wahl gefordert. Auf einer seiner Wahlkampfseiten im Internet hiess es, dies sei der einzige Weg, das öffentliche Vertrauen in die Staatsorgane wiederherzustellen. Nachdem die Wahlkommission dem Amtsinhaber einen Erdrutschsieg bei der Präsidentenwahl vom Freitag bescheinigt hatte, war es zu den schwersten Unruhen seit einem Jahrzehnt gekommen. Die Behörden waren deshalb darum bemüht, weitere Proteste im Keim zu ersticken. Wer sich dem Demonstrationsverbot widersetze, müsse mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen, hiess es es aus dem Innenministerium. (cpm/ap/sda)
Erstellt: 15.06.2009, 20:45 Uhr
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