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Lockerbie-Attentäter: Zuerst todkrank, nun in «guter Verfassung»

Der freigelassene Lockerbie-Terrorist Abdel Basset al-Megrahi hatte angeblich nur noch drei Monate zu leben. Nun geht es ihm offenbar besser; er lebt in einer Villa und erhält viel Geld – sehr zum Ärger vieler Briten.

Im Spital in Tripolis: al-Megrahi am 9. September 2009, umgeben von Ärzten.

Im Spital in Tripolis: al-Megrahi am 9. September 2009, umgeben von Ärzten.
Bild: Keystone

Wie die Zeitung «Daily Mail» und andere britische Blätter berichten, hat sich der Gesundheitszustand von Abdel Basset al-Megrahi laut Saif Ghadhafi stark gebessert. Der Sohn des libyschen Diktators sagte demnach gegenüber der Zeitung «Asharq al-Awsat», dass der verurteilte Attentäter in «guter Verfassung» sei. Seine Zukunft liege nun «in Gottes Hand».

Weiter berichtet die Zeitung, dass al-Megrahi in einer luxuriösen Villa in der Nähe von Tripolis lebe – mit einer grosszügigen Rente der Regierung. Zudem erfreue er sich grosser Beliebtheit in der Bevölkerung: Zahlreiche Babys seien nach ihm benannt worden. Und im Lauf der vergangenen Monate hätten sich rund 30'000 Menschen bei ihm eingefunden, um ihm alles Gute zu wünschen. Sie dürften in Gruppen zu jeweils sechs Personen einige Minuten bei ihm verweilen.

Wegen tödlicher Krankheit frei

Am 20. August 2009 war al-Megrahi aus seiner Haft in Grossbritannien entlassen worden. Er durfte nach Libyen ausreisen – aus humanitären Gründen, weil er nur wegen einer Prostata-Krebserkrankung noch drei Monate zu leben habe, wie es damals hiess. Die häufig geäusserte Vermutung, dass seine Freilassung auch bei Verhandlungen um Ölgeschäfte mit Grossbritannien ein Thema war, bestätigte laut dem Bericht nun auch Saif Gadhafi.

Angehörige von Opfern des Lockerbie-Attentats vom 21. Dezember 1988, bei dem 270 Menschen starben, hatten bereits den Verdacht geäussert, dass al-Megrahi gar nicht krank sei. Und im vergangenen Februar forderten schottische Oppositionspolitiker die Regierung auf, sämtliche medizinische Details zu publizieren, die zum Entscheid der Freilassung geführt hatten. Die Regierung, so kritisierte der Labour-Chef Iain Gray damals, hätte zumindest ein zweites Gutachten einholen müssen. (raa)

Erstellt: 16.03.2010, 09:54 Uhr

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18 Kommentare

Michael Meienhofer

17.03.2010, 13:22 Uhr
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Ghadaffi hat die Briten schon lange erpresst. Auf Druck der Lybischen Regierung wurde wahrscheinlich auch eine solche Abschiebe-Krankheit diagnostiziert. Erpressung, Gegenleistungen? Gratis ist die Sache wohl nicht über den Tisch gegangen.Wie wäre es mit der Freilassung von Hr, Göldi? Visazwang aufheben, freie Einreise für alle Lybier in die CH und im Nu käme Göldi wegen schwerer Erkrankung heim! Antworten


Paul Thürig

16.03.2010, 18:51 Uhr
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Auch die vielgerühmten britischen Fachärzte können sich in der Diagnostik irren! Oder wurden sie bewusst für ein Fehlgutachten"gewonnen" um dem libyschen Diktator einen Gefallen zu tun? Vermutlich sass sowieso der Falsche im Knast! Antworten


Liselotte Weber

16.03.2010, 14:09 Uhr
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danilo zink10:02 Uhr : Wird Zeit, dass die Welt nicht mehr auf Oel angewiesen ist; dann hören diese peinlichen Anbiederungen bei gewissen Staaten hoffentlich auf. - ihren optimismus möchte ich haben! das werden sie, und ich und die nächsten zwei-drei generationen leider nicht erleben! und solange es immer noch unendlich viele menschen gibt die ihr benzin bei TAMOIL einkaufen auch nicht! Antworten


Lucie Braun

16.03.2010, 14:01 Uhr
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Nun geht es ihm offenbar besser; er lebt in einer Villa und erhält viel Geld - ist doch wunderbar und gadhafi hält seine schützende hand über ihn - und was sagt uns das über gadhafi's charakter? es ist doch mehr als blauäuigig an die gerechtigkeit in diesem staat zu glauben und das die jetztige regierung italien's zu ihm/ihnen hält ist doch naheliegend und war zu erwarten gewesen Antworten


Wolfgang Sidler

16.03.2010, 13:57 Uhr
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Bitte nicht aufregen. Solange sich die Welt bei Despoten wie Ghadhafi für Öl verkauft, müssen wir uns nicht wundern. Und die UNO ist mit im Verein und legt diesem verlogenen Diktator den roten Teppich aus. Antworten


Peter Engeler

16.03.2010, 13:36 Uhr
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"Abendländische Moral- und Wertvorstellungen mit Füssen treten". Dass ich nicht lache - glänzen wir im Westen doch mit "Doppelmoral und Scheinheiligkeit" (siehe Iran, Irak, Palästina). Lockerbie - warum erwähnt niemand, dass der zivilisierte Westen kurz zuvor ein iranisches Zvilflugzeug abgeschossen hat? Wann kommen wir endlich von unserer Überheblichkeit und Arroganz herunter ???? Antworten


Balz Ehrensperger

16.03.2010, 12:36 Uhr
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Wer wirklich denkt, dass die Briten naiv sind, ist offensichtlich ignorant. Antworten


Konrad Varga

16.03.2010, 11:57 Uhr
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Überraschung. Jeder der nicht vollkommen verblödet war konnte sich denken das es hier nicht um einen "humanitären Gnadenakt" ging, sondern um das liebe Öl. Da sieht man es schon gerne nach wenn jemand das Blut von 270 Menschen an den Händen kleben hat. Aber es sind ja bald Wahlen und die britischen Wähler werden hoffentlich daran denken welche Partei es war die ihn praktisch freiließ. Antworten


Anton Stroppel

16.03.2010, 11:43 Uhr
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Die Briten waren zu naiv. Mich wundert es überhaupt nicht das es ihm "plötzlich" besser geht. Antworten


Kurt Schwerzmann

16.03.2010, 11:19 Uhr
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..die Briten kennen doch sowas schon: der Ex-Diktator Pinochet war in England angeblich auch todkrank und brauchte den Rollstuhl. Man liess den Schurken "zum Sterben" in seine Heimat fliegen, wo er selbständig aus dem Flugzeug steigen konnte - welch "wundersame Heilung"... Nun das gleiche Theater mit einem anderen Verbrecher ! Antworten


Alejandro Galan

16.03.2010, 11:05 Uhr
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Die Geschichte wiederholt sich wie damals, wenn Pinochet vor der Lieferung von UK nach Spanien (Ermordung Spanische Bürger während der Diktatur) freigelassen wurde, weil er als "todkrank" erklärt wurde.Er hat auch im Wohlstand und gute Gesundheit in Chile weiter gelebt. Auch damals waren die Akten nicht veröffentlicht. Auch bei Pinochet war seine Zukunft "in Gottes Hand". Oh Gott, was für ein Gott Antworten


Gabrielle Andreoli

16.03.2010, 11:00 Uhr
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Soll man nun den Ärzten, die ihn für Todkrank erklärt hatten, den Nobelpreis geben für die 'wundersame' Heilung oder mit einem Berufsverbot belegen? Antworten


Frans Brandt

16.03.2010, 10:33 Uhr
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Hat man eigentlich etwas anderes erwartet? Hast du Oel, dann hast du Macht. Und wer Macht hat, darf auch mal morden. Das ist die entsetzliche Realität! Antworten


danilo zink

16.03.2010, 10:02 Uhr
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WIrd Zeit, dass die Welt nicht mehr auf Oel angewiesen ist; dann hören diese peinlichen Anbiederungen bei gewissen Staaten hoffentlich auf. Antworten


Markus Stutz

16.03.2010, 09:54 Uhr
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Schon komisch, dass sich die ganze Welt von diesem Verbrecherregime hinters LIcht führen lässt. Offenbar ist die Schweiz die einzige Nation welche auf Kosten von Geschäften Konsequenzen ergreift. Arme geldgierige Welt die es versäumt, diesem Diktatoren den garaus zu machen. Antworten


Peter Bürger

16.03.2010, 09:41 Uhr
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Libyen tritt sämtliche abendländischen Moral- und Wertvorstellungen mit Füssen, und zieht dabei hämisch grinsend alles und jeden über den Tisch. Ich frage mich, wie lange der Westen sich das noch bieten lässt. Antworten


Rolf Iseli

16.03.2010, 09:34 Uhr
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Das passt doch alles ins Bild das wir von Libyen gewinnen konnten. Antworten


Ladislav Jirucha

16.03.2010, 09:31 Uhr
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Da haben wir die Verlogenheit und Hinterlistigkeit der Maghrebis. Kerngesunder mehrfach Mörder wird frei gelassen, um in diesem Sumpf des Ghadafis gefeiert zu werden. Und wir reden von liberaler Haltung, Menschenrechte, etc. etc. Antworten



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