Obama und Brown rufen zur Jemen-Konferenz
Spannen sie zusammen gegen den jemenitischen Terror?: Gordon Brown (links) und Barack Obama an der G-20-Konferenz in Pittsburgh. (Bild: Reuters)
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Die Staatschefs der USA und Grossbritanniens richten ihre Anti-Terror-Aufmerksamkeit auf Jemen. Barack Obama hat den jemenitischen Zweig der al-Qaida in der Nacht auf heute erstmals direkt für den Anschlagsversuch von Detroit verantwortlich gemacht. «Die al-Qaida im Jemen hat den Attentäter ausgebildet», sagte der amerikanische Präsident am Samstagmorgen in einer Radioansprache. Die USA würden den Ableger im Jemen zur Rechenschaft ziehen. Die USA seien «im Krieg» mit dem «weitverzweigten Netzwerk der Gewalt und des Hasses».
Bislang hatten US-Vertreter nicht von einer direkten Verantwortung der al-Qaida für den Anschlagsversuch gesprochen, sondern lediglich von «Verbindungen». Das Terrornetzwerk selbst hatte sich bereits am vergangenen Montag zu dem Anschlagsversuch bekannt.
Auf der Arabischen Halbinsel ausgebildet
Zu den neusten Erkenntnissen über den Attentäter, einen 23-jährigen Nigerianer, sagte Obama: «Wir wissen dass er in den Jemen reiste - ein von erdrückender Armut und tödlicher Aufruhr erfasstes Land.» Der Mann sei von der al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel ausgebildet worden. Die Terrororganisation habe ihn mit Sprengstoff ausgestattet und den Angriff auf das Flugzeug aufgetragen.
Für Dienstag berief Obama die obersten Chefs der Geheimdienste ins Weisse Haus ein, um über Konsequenzen aus den Sicherheitspannen und dem mangelnden Informationsaustausch zwischen den Geheimdiensten zu beraten.
Jemen-Konferenz am 28. Januar
Der britische Premierminister Gordon Brown schlug derweil für Ende Januar ein internationales Treffen zum Jemen vor. Die Zusammenkunft solle parallel zur Afghanistan-Konferenz am 28. Januar in London stattfinden, teilte die Regierung am Freitag mit.
Die jemenitische Regierung begrüsste die Ankündigung. Dies sei ein «Schritt in die richtige Richtung», zitierte die Nachrichtenagentur Saba am Samstag einen Regierungssprecher. Das Treffen werde eine internationale Unterstützung für den Jemen und seine Bemühungen im Kampf gegen Armut und Arbeitslosigkeit mobilisieren.
Beides in den Griff zu bekommen sei «das beste Mittel», um Extremismus zu bekämpfen und jüngere Menschen davor zu bewahren, sich in diese Richtung zu orientieren, sagte der Sprecher.
Terror-Unterstützung aus Somalia
Jemen selber hat nach Angaben aus Sicherheitskreisen mehrere hundert zusätzliche Einsatzkräfte in zwei östliche Provinzen entsandt, die als Hochburg von al-Qaida in dem Land gelten. Die Truppen seien am Freitag nach Marib und Dschuf geschickt worden, verlautete am Samstag.
Das jemenitische Militär war bereits im Dezember mit Luftangriffen gegen vermutete al-Qaida-Lager im Land vorgegangen. Dabei sollen über 60 Kämpfer getötet worden sein. Am Freitag kündigte die somalische Al- Shabaab-Miliz an, ihre Kämpfer würden den Golf von Aden überqueren und an der Seite der al-Qaida im Jemen «den Kampf gegen die Feinde Gottes» aufnehmen.
Jemens Aussenminister Abu Bakr al-Kirbi kritisierte die Drohung am Samstag mit scharfen Worten: «Der Jemen wird niemals Terroristen und Jihadisten auf seinem Boden tolerieren.» Jene, die «den Terror exportieren wollen», sollten zunächst einmal im eigenen Land zum Frieden beitragen, sagte er mit Blick auf die anarchischen Zustände in Somalia. Das jemenitische Militär verstärkte die Bewachung der Küsten. Schiffe und Boote, die sich dem südarabischen Land nähern, werden nun von der Küstenwache durchsucht. (oku/sda)
Erstellt: 02.01.2010, 15:16 Uhr











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