Ausland

Obamas Videogruss an den Iran

Zum iranischen Neujahrsfest Nowruz wandte sich der amerikanische Präsident an alle Iraner weltweit. Die Regierung in Teheran zeigte sich wenig erfreut.

Der amerikanische Präsident Barack Obama hat sich zum persischen Neujahrsfest Nowruz in einer Videobotschaft an das iranische Volk gewandt. Obama sagte, sein vor einem Jahr gemachtes Angebot eines diplomatischen Dialogs sei immer noch gültig. Die iranische Regierung habe – aus Gründen, die nur sie kenne – die Isolation vorgezogen.

Gleichzeitig stärkte Obama der iranischen Opposition den Rücken: «Letzten Juni sah die Welt mit Bewunderung, wie die Iraner ihr universelles Recht auf Gehör einzufordern versuchten», erinnerte er an die Aufstände nach den Wahlmanipulationen des iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad. «Tragischerweise ist man den Menschen mit eiserner Faust begegnet – friedliche Demonstranten wurden mit Stöcken geschlagen, politische Gefangene misshandelt, und die Menschen weltweit waren geschockt über ein Video vom Tod einer jungen Frau auf den Strassen.»

Iranische Studenten an amerikanischen Universitäten

Die USA mischten sich nicht in die inneren Angelegenheiten des Iran. Es sei aber ihre Verantwortung für jene Rechte einzustehen, die allen Menschen gemeinsam seien. «Dazu gehören das Recht auf freie Meinungsäusserung, das Recht, sich ohne Angst zu versammeln und die Gleichheit vor dem Gesetz.» Es sei das Bestreben seines Landes, gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft für Gerechtigkeit einzustehen. «Für eine Zukunft, in der Iraner ihre Rechte ausüben, vollständig an der globalisierten Wirtschaft teilnehmen und sich kulturell austauschen können – über die Grenzen des Irans hinaus.»

Es war bereits die zweite derartige Botschaft Obamas an die Iraner. Vor einem Jahr sprach er ebenfalls zum Neujahrsfest die iranische Bevölkerung direkt an und rief zu Entspannung und Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern auf. Diesmal bekräftigte er das Angebot. Der Austausch solle vor allem im Bildungs- und Kultursektor vertieft werden, «damit iranische Studenten an unsere Universitäten kommen können». Zudem sprach er von Bemühungen, den Iranern unzensierten und unbeschränkten Zugang zum Internet zu ermöglichen.

Im iranischen Rundfunk wurde die Videobotschaft kurz erwähnt, ohne auf den Inhalt einzugehen. Es sei «dieselbe iranfeindliche Politik wie immer», hiess es. Ziel sei die Spaltung der iranischen Bevölkerung. (oku/ddp)

Erstellt: 20.03.2010, 19:46 Uhr

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